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Petra Federau: AfD streicht Kandidatin wegen Escort-Vorwurf von Wahlliste

Als AfD-Politikerin will Petra Federau deutsche Frauen vor arabischen Männern schützen. Allerdings hat sie früher offensichtlich Geld damit verdient, deutsche Escort-Damen nach Dubai zu vermitteln.

AfD-Kommunalpolitikerin Petra Federau

AfD-Kommunalpolitikerin Petra Federau vermittelte früher angeblich deutsche Frauen als Escortdamen auch in den arabischen Raum

Hätte sie nur für einen Escort-Service gearbeitet, hätte Petra Federau ihren Listenplatz für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern wohl behalten dürfen. Aber dass die blonde, blauäugige Frau "deutsche Schönheiten" als Escortdamen in arabische Länder vermittelt hat, das war ihren Parteikollegen offenbar doch zu viel.

Drei Monate vor der Landtagswahl hat die Nordost-AfD die Schweriner Kommunalpolitikerin vom aussichtsreichen Listenplatz drei gestrichen. Auf einem Sonderparteitag am Samstag in Binz plädierten nach einer hitzigen Debatte 84 von 137 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern in einer geheimen Abstimmung für ihre Abwahl. Federau wurde parteischädigendes Verhalten vorgeworfen, weil sie bei der Nominierung im Februar verschwiegen haben soll, dass sie für einen Escortservice gearbeitet hat, der junge Frauen auch in arabische Länder wie Abu Dhabi und Dubai vermittelt haben soll. Eine klare Antwort blieb Federau ihren Parteikollegen schuldig, räumte aber indirekt eine solche Tätigkeit ein.

"German Beautys"

"Beauty Escort 4You - German Beautys" soll das Unternehmen geheißen haben, berichtet die "shz". Deren Bericht zufolge warb Federau junge Frauen aus der Region an und begleitete sie teilweise auch selbst zu "Einsätzen im arabischen Raum, aber auch in Mecklenburg". Sowohl in Abu Dhabi als auch in Dubai ist Prostitution offiziell verboten.

Ganz offiziell störte sich AfD-Landessprecher und Spitzenkandidat Leif-Erik Holm weniger an der himmelschreienden Bigotterie seiner Kollegin, denn am zerstörten Vertrauen. "Es ist ein entscheidendes Kriterium im Leben, das erwähnt werden muss. Ansonsten macht man sich erpressbar“, zitiert ihn die "svz". Dabei gehe es nicht um die Tätigkeit Federaus im Escortservice, sondern um das Verschweigen. Das Vertrauen sei unwiederbringlich zerstört.

Ein Antrag Federaus, die Aussprache unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu führen, war abgelehnt worden.

sal/dpa
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