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Angeblicher Lafontaine-Vorstoß: Diskussion über Fusion von SPD und Linker

Oskar Lafontaine soll in internen Gesprächen eine Vereinigung von Linke und SPD befürworten. Es gibt viel Widerspruch - auch von seiner Frau.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch über eine mögliche Fusion seiner Partei mit der SPD: «Es besteht keine Notwendigkeit und Voraussetzung ein solches Thema zu erörtern.» Foto: Oliver Berg

Berlin (dpa) - Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat Gedankenspielen über eine mögliche Fusion seiner Partei mit der SPD eine Absage erteilt.

«Es besteht keine Notwendigkeit und Voraussetzung ein solches Thema zu erörtern», sagte Bartsch der Deutschen Presse-Agentur. Er werbe allerdings dafür, dass Linke und SPD, wo es politisch möglich sei, enger zusammenarbeiteten.

Hintergrund ist ein Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Demzufolge spricht sich der ehemalige SPD-Chef und spätere Mitbegründer und Parteivorsitzender der Linken, Oskar Lafontaine, für ein Zusammengehen beider Parteien aus und vertritt diese Position in internen Gesprächen schon seit längerem. Das sei dem RND im Umfeld des 75-Jährigen bestätigt worden.

Zitiert wird in dem Bericht der langjährige Lafontaine-Vertraute, Heinz Bierbaum. Lafontaine bedauere als früherer SPD-Chef, in welchem Zustand die SPD sei. Deshalb lägen solche Überlegungen bei ihm sehr nahe.

Der ehemalige Linksparteichef Klaus Ernst sagte, die
Sozialdemokraten sollten zunächst ihren Kurs festlegen und
wieder wirklich sozialdemokratisch werden. «Dann
könnte und müsste man auch wieder darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, zwei Parteien in demselben Spektrum zu haben.»

Die Co-Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, sieht es ähnlich wie ihr Kollege Dietmar Bartsch. Sie sagte dem RND, aktuell bringe eine Fusions-Debatte nichts. Man könne die jetzigen Umfragewerte beider Parteien auch nicht einfach addieren. Nach Ansicht von Wagenknecht käme unter den gegebenen Umständen «ganz sicher kein Erfolgsprojekt heraus».

dpa