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Medienbericht: Schlamperei bei der Behörde? Zahl der Hartz-IV-Empfänger soll falsch sein

Laut einem Bericht der "BamS" sollen die Arbeitslosenzahlen falsch sein. Hintergrund ist ein geheimer Bericht des Bundesrechnungshofes.

Die Arbeitslosenzahlen sollen nicht stimmen

Die Arbeitslosenzahlen sollen nicht stimmen

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Keine guten Nachrichten für die Bundesagentur für Arbeit: Laut einem geheimen Bericht des Bundesrechnungshofes sollen die Zahlen der Arbeitslosen in Deutschland falsch sein. Das vermeldet die "BamS" und bezieht sich auf das Papier. Für den Bericht hatten Prüfer Stichproben erhoben und die Zahlen hochgerechnet. Demnach sind die Akten von rund 290.000 Arbeitslosen falsch - dadurch werde die Statistik um 115.000 Arbeitslose geschönt.

Eine bewusste Manipulation will der Rechnungshof nicht sehen - vielmehr handele es sich um Schlamperei. Laut der "BamS" würden in den Jobcentern die Akten von Hartz-IV-Empfängern nicht ordentlich geführt. "Die Betreuung durch die Jobcenter war häufig mehrere Monate unterbrochen", zitiert das Blatt aus dem internen Bericht.  Die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass es keinerlei Manipulation der Statistik gebe. Und man habe auf die Kritik reagiert: Mithilfe von IT-Systemen sollen nun unplausible Fälle aufgespürt werden. 

Wird Statistik über Arbeitslosigkeit transparenter?

Laut den Recherchen habe die Bundesagentur für Arbeit dem Bundesministerium für Arbeit vorgeschlagen, die Arbeitslosenstatistik transparenter zu machen. Demnach sollten Menschen, die älter als 58 Jahre sind und seit mindestens einem Jahr keinen Job angeboten bekommen haben, wieder als arbeitslos gezählt werden. Bislang tauchen sie in der Statistik unter "Unterbeschäftigung" auf. Der Arbeitsminister lehnte diesen Vorschlag ab - nun könnte sich das ändern, zitiert die "BamS" einen Sprecher. 

Arbeitslosenzahlen sinken

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die arbeitslos gemeldet sind, sinkt seit Jahren. Derzeit gibt es noch 2.373.000 Menschen ohne Job (Februar 2019). Damit waren die Zahlen offiziell um 33.000 im Vergleich zum Januar gefallen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl sogar um 173.000. Diese Zahlen sind auf einem historisch Tief. Seit der Wiedervereinigung lag die Arbeitslosenquote nie so niedrig wie derzeit mit 5,3 Prozent. Zwar kühlt sich die Konjunktur in Deutschland in diesem Jahr merklich ab, dennoch geht der Beschäftigungsaufschwung derzeit weiter. 

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kg