HOME

Bundeskanzlerin: "Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt" - Merkel-Satz empört nicht nur die AfD

In einer Wahlkampfrede in ihrem Wahlkreis hat Angela Merkel einen Satz gesagt, der sich direkt gegen die Alternative für Deutschland richtete. Die empörte Reaktion der AfD ließ nicht lange auf sich warten.

Mecklenburg-Vorpommerns CDU zeigt sich trotz steigender SPD-Umfragewerte für die Bundestagswahl zuversichtlich und setzt ganz auf den Amtsbonus von Bundeskanzlerin . Auf dem Landesparteitag am Samstag in Stralsund wurde Merkel als Spitzenkandidatin für die Wahl am 24. September aufgestellt. 95 Prozent der rund 140 Delegierten votierten in Stralsund für die CDU-Vorsitzende, die ohne Gegenkandidaten angetreten war.

Das Direktmandat macht ihr aber der AfD-Landesvorsitzende streitig. "Wir wollen diesen Wahlkreis haben", sagte Holm am Sonntag auf einem Landesparteitag in Sparow. Mit 90,8 Prozent wählten ihn die 206 anwesenden AfD-Mitglieder zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl. Der 46-jährige frühere Radiomoderator hatte ebenfalls keinen Gegenkandidaten.

AfD kritisiert Flüchtlingspolitik scharf

Wie schon im Landtagswahlkampf 2016 richtete Holm scharfe Kritik gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Damit habe sie nicht nur die Basis für wachsende Kriminalität samt Massenschlägereien in gelegt, sondern trage auch Mitverantwortung für den Austritt Großbritanniens aus der EU.

Merkel ging in ihrer Rede nicht direkt auf die ein, machte jedoch indirekt deutlich, dass sie deren Ausgrenzungsstrategie entschieden ablehnt. "Es gibt keinerlei Rechtfertigung, dass sich kleine Gruppen aus unserer Gesellschaft anmaßen zu definieren, wer das Volk ist. Das Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt", sagte Merkel. Konservative CDU- und CSU-Mitglieder kritisierten den Satz später: Nur deutsche Staatsbürger bildeten das Staatsvolk.

Besonders Beatrix von Storch, stellvertretende Bundessprecherin der AfD, kritisierte Merkel auf Twitter scharf für diesen Ausspruch:


tkr/DPA