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Bundestagswahl Triumph für Olaf Scholz und die SPD – Grüne wollen zunächst mit FDP sprechen

Olaf Scholz winkt lächelnd nach seinem Sieg bei der Bundestagswahl
Siegerlächeln: Olaf Scholz und die SPD feiern ihren knappen Sieg bei der Bundestagswahl
© Odd Andersen / AFP
Die Wahlschlacht ist geschlagen. Die SPD hat das Rennen ganz knapp vor der Union für sich entschieden. Doch ob Olaf Scholz auch Kanzler wird, das muss sich zeigen. Die Wahlnacht in der Liveblog-Nachlese.

Die Bundestagswahl 2021 ist gelaufen. Erwartungsgemäß wurde es ein äußerst enges Rennen, das die SPD nach Auszählung von 295 von 299 Wahlkreisen knapp vor der Union für sich entscheiden konnte. Noch am Wahlabend wurden Koalitionsfragen heiß diskutiert. Ob SPD-Kandidat Olaf Scholz auch der nächste Bundeskanzler werden kann, ist alles andere als sicher. CDU-Kandidat Armin Laschet will vielmehr auch als Wahlverlierer die Chancen für eine Regierung unter seiner Führung abklopfen wird – seine Option: eine "Jamaika"-Koalition.

Für die SPD war es aber ein großer Wahltag. Denn auch in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern hat sie die Wahl gewonnen und wird aller Voraussicht nach die Regierungen führen.

  • Die Hochrechnungen zeigen die SPD leicht vor der Union (ZDF von 1.09 Uhr: SPD 25,8, CDU/CSU 24,1)
  • Drittstärkste Kraft werden demnach die Grünen, die bei 14,6 Prozent liegen
  • Die FDP und die AfD werden vierte und fünfte Kraft im Land mit 11,5 bzw. 10,4 Prozent
  • Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat jüngsten Hochrechnungen zufolge ebenfalls die SPD mit Spitzenkandidatin Franziska Giffey (21,5 Prozent) vor den Grünen (18,7 Prozent) gewonnen, die anfangs noch vor den Sozialdemokraten lagen.
  • Die Sozialdemokraten haben laut Landeswahlleitung auch die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern klar gewonnen (39,6 Prozent), die AfD wird dort zweitstärkste Kraft (16,7 Prozent), der bisherige Koalitionspartner CDU kommt als dritte Kraft auf historisch schlechte 13,3 Prozent

Alle wichtigen Entwicklungen des Wahlabends finden Sie hier in der Liveblog-Nachlese.

Live Blog

Der Wahlabend im Liveblog

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Auch mit der jüngsten Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF verstärkt sich der Trend des Abends. Die SPD steht stabil mit 26,0 Prozent vorne.

  • Yannik_Schueller
    • Yannik_Schueller

    Den Hochrechnungen zufolge haben bei dieser Bundestagswahl fast genauso viele Menschen ihre Stimme abgegeben wie vor vier Jahren. 76 bis 77 Prozent der Wahlberechtigten sollen von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben – 2017 waren es 76,2 Prozent.
    Von der ersten Bundestagswahl 1949 bis in die 80er-Jahre lag die Beteiligung regelmäßig bei mehr als 85 Prozent. Erst mit der ersten gesamtdeutschen Wahl 1990 ging die Quote deutlich zurück. 2009 war der bisherige Tiefststand – mit 70,8 Prozent.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Die Linke wird auch im kommenden Bundestag vertreten sein. Soviel ist nun zumindest sicher. Sie hat offenbar das Direktmandat im Wahlkreis Leipzig II gewonnen.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Eine schöne Feststellung von SPD-Grandeigneur Sigmar Gabriel bei "Maybrit Illner": "Es war ein weitgehend politikfreier Wahlkampf", Deshalb sei es zu einer Personalwahl gekommen.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Ein persönlicher Dank unter grünen Spitzenpolitikerinnen:

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Die aktuelle Hochrechnung von "Infratest Dimap" im Auftrag der ARD von 22.24 Uhr zeigt immer mehr: Die SPD hat die Bundestagswahl 2021 gewonnen.

    CDU/CSU: 24,1 Prozent
    SPD: 25,9 Prozent
    Grüne: 14,7 Prozent
    FDP: 11,5 Prozent
    Linke: 5,0 Prozent
    AfD: 11,5 Prozent
    Sonstige: 8,4 Prozent

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat als Spitzenkandidat für die CDU in Baden-Württemberg erneut das Direktmandat für seinen Wahlkreis Offenburg geholt. Bei der Bundestagswahl konnte er nach Angaben der Stadt 33,14 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der 79-jährige promovierte Jurist ist seit fast 50 Jahren im Bundestag. Als Bundesinnenminister verhandelte er die deutsche Einheit.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Auch Friedrich Merz (CDU) holt das Direktmandat im Hochsauerlandkreis mit 40,4 Prozent der Stimmen. Ebenfalls mit einem Direktmandat ausgestattet sein werden Dorothee Bär (CSU/Bad Kissingen), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU/Steinfurt I, Borken I) und Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir (Stuttgart). Peinlich dagegen wurde es wohl für Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Die frühere Ministerpräsidentin des Saarlands verpasste in Saarbrücken und musste der SPD-Kandidatin Josefine Ortlieb den Vortritt lassen. AKK wird aber über die Landesliste der CDU in den Bundestag einziehen.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck hat nach Auszählung der meisten Stimmen erstmals in Schleswig-Holstein für seine Partei ein Direktmandat gewonnen. Nach Angaben der Kreisverwaltung lag der der 52-Jährige im Wahlkreis Flensburg-Schleswig mit 27,7 Prozent der Erststimmen deutlich vor der CDU-Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen (55) mit 23,9 Prozent. Der Vorsprung war praktisch nicht mehr einzuholen. Ausgezählt sind bisher 282 von 304 Stimmbezirken.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Olaf Scholz glaubt, dass er die anstehenden Regierungskonsultationen so gestalten kann, dass sich die Frage nach einer erneuten Großen Koalition nicht stellen wird. Das hat er im "heute journal" gesagt. Ein unumstößliches Nein hört sich anders an - auch wenn an diesem Abend eine neue Groko nicht wirklich als Möglichkeit diskutiert wurde.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Die aktuelle Hochrechnung von "Infratest Dimap" im Auftrag der ARD von 21.52 Uhr:

    CDU/CSU: 24,2 Prozent
    SPD: 25,8 Prozent
    Grüne: 14,3 Prozent
    FDP: 11,5 Prozent
    Linke: 5,0 Prozent
    AfD: 10,6 Prozent
    Sonstige: 8,6 Prozent

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Im Moment sieht es übrigens nach einem Wahlabend aus, an den die Sozialdemokraten wohl noch lange denken werden. Olaf Scholz liegt im Bund vorne. Manuela Schwesig bleibt Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern und in der letzten Hochrechnung hat auch Franziska Giffey in Berlin die Führung übernommen. Aber noch sind längst nicht alle Stimmen ausgezählt.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Die nächste Hochrechnung der „Forschungsgruppe Wahlen“ für das ZDF:

    CDU/CSU: 24,5 Prozent
    SPD: 26,0 Prozent
    Grüne: 13,9 Prozent
    FDP: 11,7 Prozent
    Linke: 5,0 Prozent
    AfD: 10,5 Prozent

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Eine Lehre zieht Grünen-Chef Robert Habeck übrigens aus den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen vor vier Jahren. "Wenn wir immer das Gegenteil machen von 2017, dann kann es was werden. Und nicht vom Balkon winken, bevor irgendwas geleistet wurde", sagte er in den "Tagesthemen".

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wird wahrscheinlich auch in den nächsten Bundestag mit einem Direktmandat einziehen. In seinem Wahlkreis konnte Lauterbach bei der Bundestagswahl nach Auszählung von 69 der 123 Wahlbezirke 43,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Damit würde er sich deutlich gegen die CDU-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler durchsetzen, die den Teilergebnissen zufolge 16,7 Prozent der Wahlberechtigten im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV mit ihrer Erststimme wählten. Auf dem dritten Platz folgte die Grünen-Kandidatin und Transfrau Nyke Slawik. Sie erhielt der Teilauszählung zufolge in dem Wahlkreis rund 13,5 Prozent der Stimmmen.

DPA AFP

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