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"Das letzte blaue Auge" Nach Wahl-Debakel: Wie sich die Linke "neu erfinden" will

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Die Linke will sich nach ihren deutlichen Verlusten bei der Bundestagswahl "neu erfinden". Das kündigte Co-Chefin Susanne Hennig-Wellsow am Montag in Berlin an. Die Partei erhielt nur 4,9 Prozent und damit über vier Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren, zieht aber durch den Gewinn von drei Direktmandaten erneut in den Deutschen Bundestag ein und kommt auf 39 Sitze. "Das können Sie sich vorstellen, dass das für uns natürlich auch das letzte blaue Auge ist, was wir uns abgeholt haben." Das Ergebnis müsse als "letzte Chance" verstanden werden, die Partei "nach vorn zu entwickeln". Ähnlich äußerte sich auch Spitzenkandidatin Janine Wissler. "Jetzt muss es darum gehen, die vier Jahre zu nutzen und die Partei neu aufzustellen, also die strukturellen Probleme anzugehen und auch an der Außendarstellung zu arbeiten. Die Linke muss deutlich machen: Wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit, die Partei der Mieterinnen und Mieter. Wir wollen konsequenten Klimaschutz voranbringen. Und ich glaube, da müssen wir das. Die Gründe, warum es diese Partei gibt und die wir nach vorne stellen wollen, die auch wirklich deutlicher machen in der Öffentlichkeit." Im Wahlkampf setzte die aus der PDS hervorgegangene Partei auf Themen wie Mindestlohn, soziale Gerechtigkeit, Abrüstung und Vermögenssteuer. Wissler wie auch Hennig-Wellsow waren erst im Februar als Nachfolgerinnen der Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger gewählt worden. Der zweite Spitzenkandidat Dietmar Bartsch: "Wir müssen einige Grundfragen stellen und wir müssen diese Grundfragen auch beantworten. Mit Sicherheit war ein Faktor, dass wir in den letzten Jahren nicht als geschlossene Formation aufgetreten sind, sondern leider ein Bild der Zerrissenheit vielfach abgegeben haben. Das ist auch sehr schade, dass Susanne und Janine erst sehr spät als Parteivorsitzende gewählt worden sind." Bartsch hat sein Direktmandat in Rostock verpasst, genau wie Wissler in Frankfurt am Main. Erfolgreich waren hingegen Gregor Gysi und Gesine Lötzsch in Berlin sowie Sören Pellmann in Leipzig. Und welche Rolle wird Sahra Wagenknecht in der Fraktion der Linken spielen? "Sahra Wagenknecht war Spitzenkandidatin In Nordrhein-Westfalen. Natürlich haben wir gestern miteinander geredet. Sie hat leider auch in Nordrhein-Westfalen nur drei komma etwas erzielt. Aber sie wird in unserer Fraktion sein und wir werden gemeinsam, und ich betone das, so wie im Wahlkampf, gemeinsam für die Stärkung der Linken und für einen neuen Aufbruch kämpfen."
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Die Linke will sich nach ihren deutlichen Verlusten bei der Bundestagswahl "neu erfinden". Zwar erhielt die Partei nur 4,9 Prozent, darf durch den Gewinn von drei Direktmandaten jedoch trotzdem in den Deutschen Bundestag einziehen.

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