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Die Morgenlage: Wegen Coronavirus: Trump sagt geplanten G7-Gipfel in den USA ab

Freiburg erlässt eingeschränkte Ausgangssperre +++  Auch Kalifornischer Gouverneur verhängt Ausgangssperre +++ Starker Anstieg bei Covid-19-Opfern in Frankreich +++ AfD-Spitze trifft sich trotz Corona +++ Die News zum Start in den Tag auf stern.de

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

während sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren – und sterben –, genießen andere unbeschwert die Frühlingssonne. Freiburg greift nun zu drastischen Maßnahmen: Die Stadt erlässt wegen der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre für größere Gruppen. Ein landesweites Ausgehverbot gibt es bislang nicht – Argentinien und der US-Bundesstaat sind da schon weiter und haben entsprechende Regelungen erlassen. Und auch US-Präsident Trump hat nun zu drastischeren Maßnahmen als bisher gegriffen: Er sagte den G7-Gipfel in Camp David ab.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

US-Regierung sagt wegen Coronavirus in den USA geplanten G7-Gipfel ab

Die US-Regierung hat das im Juni in den USA geplante Gipfeltreffen sieben führender Wirtschaftsnationen wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Anstatt eines Treffens in Camp David bei Washington soll es eine Videokonferenz geben, wie das Weiße Haus am Donnerstagabend (Ortszeit) erklärte. Präsident Donald Trump werde darüber hinaus auch im April und Mai mit seinen Kollegen der G7-Staaten per Videokonferenz das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie besprechen, hieß es weiter. 

"Bleibt zu Hause": Kalifornischer Gouverneur verhängt Ausgangssperre

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat die gesamte Bevölkerung des Westküstenstaates aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Die Ausgangssperre für knapp 40 Millionen Menschen sollte in der Nacht zum Freitag in Kraft treten, teilte Newsom am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Kalifornien ist damit der erste Staat in den USA, der eine derart weitreichende Auflage im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlässt. Zuvor galten diese Einschränkungen schon für mehrere Bezirke im Raum San Francisco.

US-Außenministerium rät Amerikanern von allen Auslandsreisen ab

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus rät das US-Außenministerium amerikanischen Staatsbürgern von allen Auslandsreisen ab. Das Ministerium gab am Donnerstag einen weltweiten Reisehinweis der höchsten Stufe vier heraus. US-Bürger wurden darin aufgerufen, alle internationalen Reisen angesichts der Coronavirus-Krise zu vermeiden. Amerikaner, die sich im Ausland aufhielten, sollten sofort in die Vereinigten Staaten zurückkehren, wo immer dies mit kommerziellen Reiseoptionen möglich sei. Im Ausland lebende Amerikaner sollten internationale Reisen ebenfalls vermeiden. Viele Länder hätten Reisebeschränkungen verhängt, Grenzen geschlossen oder Quarantäne angeordnet, viele Flüge seien gestrichen, erklärte das Ministerium weiter. Wer reise, dessen Pläne könnten erheblich gestört werden. Betroffene müssten möglicherweise auf unbestimmte Zeit außerhalb der USA bleiben.

Starker Anstieg bei Covid-19-Opfern in Frankreich

Die Covid-19-Pandemie breitet sich in Frankreich weiter rasant aus. Es starben bisher 372 Menschen, das waren 108 mehr als noch am Vortag, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In Frankreich steckten sich nach Zahlen vom Donnerstagabend bisher annähernd 11.000 Menschen an, das waren etwa 1900 mehr als noch am Vortag. Gut 4700 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt. Die Epidemie ist nach den Worten von Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon "bedeutend und breitet sich aus".

Keine Neuinfektionen in China, rückläufige Zahlen in Südkorea

Zum zweiten Mal hintereinander seit dem Ausbruch des Virus Anfang Januar hat China landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet. Allerdings stieg erneut die Zahl der Infizierten, die aus dem Ausland zurück in die Volksrepublik kamen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, wurden 39 neue "importiere Fälle" registriert, also Erkrankungen, die bei Menschen auf der Einreise nach China nachgewiesen wurden. In Südkorea ist die Zahl der Neuinfektionen nach der Zunahme in den vergangenen Tagen nun wieder gesunken. Am Donnerstag seien 87 zusätzliche Fälle festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag mit. Insgesamt wurden bisher 8652 Infektionsfälle im Land bestätigt.

Freiburg erlässt eingeschränkte Ausgangssperre

Die Stadt Freiburg erlässt wegen der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre für größere Gruppen. Ein sogenanntes Betretungsverbot für öffentliche Orte soll von diesem Samstag bis zum 3. April gelten, wie die Stadt am Donnerstagabend mitteilte. Dabei handelt es sich nicht um eine generelle Ausgangssperre, wie eine Sprecherin erklärte. Wer sich im Freien aufhalten möchte, dürfe das allein, zu zweit oder mit Personen, die im eigenen Haushalt lebten. Das Haus soll nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen werden. Von allen anderen Personen sei dabei ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. In Parks und Grünanlagen dürften sich keine Menschen mehr ansammeln. Man könne aber etwa weiter durch Freiburg joggen, sagte die Stadtsprecherin. Mit der Maßnahme will die Stadt die Ausbreitung des Virus eindämmen. Anlass sei die dramatische Lage der angrenzenden französischen Region Grand-Est. 

Das wird heute wichtig:

AfD-Spitze trifft sich trotz Corona - Gegenwind für Höcke und Kalbitz

Der Bundesvorstand der AfD will an in Berlin zusammenkommen, um über die Einstufung des "Flügels" als rechtsextremistische Gruppierung durch den Verfassungsschutz zu sprechen. Zuvor hatten mehrere Spitzenfunktionäre der Partei aus den westlichen Landesverbänden in internen Schreiben an die Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen und Tino Chrupalla Maßnahmen gegen den "Flügel"-Gründer und Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gefordert. Die AfD-Bundesgeschäftsstelle erwartet, dass die meisten Vorstandsmitglieder trotz der Corona-Krise an der Sitzung teilnehmen werden. 

Bundesverfassungsgericht entscheidet zum europäischen Einheitspatent

Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht (9.30 Uhr) eine für den Start des europäischen Einheitspatents zentrale Entscheidung. Die seit langem angestrebte Reform des Patentwesens soll Unternehmen helfen, viel Zeit und Geld zu sparen. Das System kann aber erst starten, wenn auch das vorgesehene Einheitliche Patentgericht (EPG) eingerichtet ist. Dagegen hat ein Anwalt in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde eingelegt. Er rügt mehrere Verstöße gegen das Unionsrecht. Eine Übertragung deutscher Hoheitsrechte sei deshalb nicht möglich.

Folgen der Coronavirus-Krise überschatten Porsche-Bilanz

Der komplette Stillstand der Produktion als Folge der Coronavirus-Krise überschattet die Bilanz beim Sportwagenbauer Porsche. Vorstandschef Oliver Blume legt um 10 Uhr in Stuttgart die Zahlen für das vergangene Jahr vor. Im Fokus dürfte aber vielmehr die Frage stehen, welche Auswirkungen das Herunterfahren der Werke für die VW-Tochter in diesem Jahr haben wird. Porsche will die Produktion zunächst für die kommenden zwei Wochen stoppen - einerseits, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, andererseits aber auch, weil die Unterbrechung der Lieferketten kein geordnetes Arbeiten mehr möglich macht. Auch die Pressekonferenz findet anders als üblich nur online statt.

Fielmann stellt Verkauf auf Notbetrieb um

Die Optiker-Kette Fielmann wird ihren Verkauf in den Läden wegen der Corona-Pandemie auf einen Notbetrieb umstellen. Von Freitag an werde das Unternehmen in Deutschland und der Schweiz den Regelbetrieb vorübergehend einstellen, teilte es am Donnerstagabend mit.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag. Bleiben Sie gesund!

Ihre stern.de-Redaktion

fs / mik / DPA / AFP