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Die Morgenlage: Trauriger Rekord: 865 Corona-Tote binnen eines Tages in den USA

USA melden 865 Corona-Toten innerhalb eines Tages +++ Merkel und Ministerpräsidenten wollen zur Corona-Lage in Deutschland informieren +++ Forderungen in der EU nach Sanktionen gegen Ungarn +++ Die Nachrichtenlage am Mittwoch.

Coronavirus: Trump verspricht 100.000 Beatmungsgeräte

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, 

US-Präsident Donald Trump hat die Bevölkerung seines Landes gewarnt, dass sich die Lage in der Corona-Krise in den nächsten zwei Wochen weiter verschlimmern werde. Den Vereinigten Staaten stünden "sehr, sehr schmerzhafte zwei Wochen" bevor, sagte Trump am Dienstag in Washington. Die Zahl der Corona-Toten steig zuletzt drastisch.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag 

Rekordzahl von 865 Corona-Toten innerhalb eines Tages in den USA

In den USA ist die Rekordzahl von 865 Todesopfern der Coronavirus-Pandemie innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in den Vereinigten Staaten stieg damit bis Dienstag auf 3873, wie aus den Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. Die US-Regierung rechnet laut einer jüngsten Schätzung inzwischen damit, dass bis zu 240.000 Menschen im Land an dem neuartigen Erreger sterben könnten. 

Die Koordinatorin der US-Regierung für den Anti-Corona-Kampf, Deborah Birx, zeigte am Dienstag im Weißen Haus und in Anwesenheit von Präsident Donald Trump eine Grafik, wonach die Zahl der Corona-Todesopfer in den USA letztlich zwischen 100.000 und 240.000 liegen könnte. Noch zwei Tage zuvor hatte der Seuchenexperte und Trump-Berater Anthony Fauci ein Szenario vorgestellt, in dem von bis zu 200.000 Toten ausgegangen worden war.

Trump warnte die US-Bevölkerung nun, dass sich die Corona-Krise in den nächsten zwei Wochen weiter verschlimmern werde. Dem Land stünden "sehr, sehr schmerzhafte zwei Wochen" bevor.

13-jähriger Junge in London an Coronavirus gestorben

 In Großbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten am Dienstagabend mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen.

Forderungen in der EU nach Sanktionen gegen Ungarn wegen Notstandsgesetzes

In der EU mehren sich die Rufe nach Sanktionen gegen Ungarn wegen des dortigen Pandemie-Notstandsgesetzes. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn forderte in einem Interview vom Mittwoch die Verbannung Ungarns aus den Ministerräten der EU. Der CDU-Europaabgeordnete Dennis Radtke verlangte den Ausschluss der Fidesz-Partei von Regierungschef Viktor Orban aus der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP).

Das ungarische Parlament hatte am Montag ein Gesetz gebilligt, das es Orban erlaubt, weitgehend unbegrenzt per Dekret zu regieren. Er kann nun den am 11. März wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Notstand ohne Zustimmung des Parlaments beliebig verlängern. Kritiker sehen darin eine Instrumentalisierung der Corona-Krise, um Orbans ohnehin schon umfassende Machtstellung weiter deutlich auszubauen.

Erste Kommunen verordnen Maskenpflicht - keine bundesweite Einführung

Die Großstadt Jena und der Landkreis Nordhausen in Thüringen setzen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie auf eine Maskenpflicht - bundesweit ist eine solche Maßnahme derzeit aber nicht geplant. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, er sehe in der jetzigen Lage keine Notwendigkeit dafür. Spahn und Finanzminister Olaf Scholz kündigten unterdessen Schritte an, um Deutschland unabhängiger vom Import von Schutzausrüstung zu machen und die Produktion im Inland zu stärken. 

Neuseeland blockiert Ausreise von 12.000 Deutschen

Die Regierung Neuseelands blockiert weiter die Ausreise von Ausländern, die wegen der Corona-Krise nach Hause wollen - darunter rund 12.000 Deutsche. Die deutsche Botschaft in Wellington teilte auf Facebook mit, dass das neuseeländische Außenministerium die Vertretungen aller Länder informiert habe, dass der ursprünglich bis Mittwoch laufende Stopp der Rückführungsflüge verlängert worden sei. "Für wie lange wurde nicht gesagt." Neuseeland ist das Land, in dem noch die meisten deutschen Touristen wegen der Corona-Krise festsitzen.

Moskau beschließt im Eiltempo schärfere Gesetze

Russland hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie härtere Strafen gegen Verstöße bei Quarantäne-Vorschriften sowie gegen die Verbreitung von Falschnachrichten beschlossen. Das russische Parlament - die Staatsduma - und der Föderationsrat stimmten im Eiltempo einem ganzen Paket für ein härteres Vorgehen der Politik zu. So erhielt die Regierung von Michail Mischustin auch Vollmachten für eine Verhängung des Ausnahmezustands. 

Landkreis in Bayern: Hunderte Infektionen: Miesbach trifft das Coronavirus besonders schwer

RKI: Coronavirus-Sterberate in Deutschland wird steigen

Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer Erhöhung der Coronavirus-Sterberate in Deutschland. Im Moment liege die Rate bei 0,8 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. "Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf", erläuterte er. "Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird." Pro Woche würden rund 350.000 Menschen in Deutschland getestet, sagte Wieler. Mehr sei im Moment mit herkömmlichen Tests nicht möglich. 

Berichte: Prinz Charles unterstützt Harry zunächst weiter

Der britische Thronfolger Prinz Charles (71) wird Medienberichten zufolge seinen Sohn Prinz Harry und dessen Frau Meghan noch ein Jahr mit Geld aus seinem Privatvermögen unterstützen. Für Sicherheitsmaßnahmen wollen der Herzog und die Herzogin von Sussex - so ihr offizieller Titel - nach Angaben ihrer Sprecherin aber selbst aufkommen. Nach Schätzungen der Zeitung "Daily Mail" vom Dienstag könnten sich die Kosten allein dafür auf vier Millionen Pfund (etwa 4,5 Millionen Euro) pro Jahr belaufen.

110 Jahre alte Spanierin erlebt bereits die zweite Pandemie

Die Spanierin Lulú Vázquez ist einer der wenigen Menschen auf dem Planeten, die mit der Corona-Krise bereits zum zweiten Mal in ihrem Leben eine verheerende Pandemie miterleben. Die 1910 geborene Seniorin aus Pontevedra in Galicien, die am Wochenende ihren 110. Geburtstag feierte, nimmt es dennoch relativ gelassen: "Ich war schon länger nicht mehr draußen, und es gefällt mir nicht, dass niemand zu mir nach Hause kommen kann", sagte Vázquez am Dienstag in einem Interview mit dem spanischen Fernsehen. "Aber gut, so ist das Leben, man muss auf sich aufpassen."

Die alte Dame war noch ein Kind, als 1918 die Spanische Grippe über die Welt hereinbrach. Die Pandemie forderte weltweit Schätzungen zufolge in mehreren Wellen zwischen 25 und 50 Millionen Todesopfer. Daran könne sie sich aber kaum noch erinnern, sagte Vázquez. Damals sei sie noch zu klein gewesen.

Bundesliga: 30. Juni bleibt Ziel für Saisonende - Mehrere Clubs in Not

Die Bundesliga-Clubs halten an ihrem Ziel fest, die unterbrochene Spielzeit trotz der Coronavirus-Pandemie bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen. Dies bestätigte DFL-Chef Christian Seifert nach der Video-Mitgliederversammlung der 36 Profi-Clubs am Dienstag. "Wir haben gemeinsam den Beschluss gefasst, das ist auch heute noch der Stand", sagte Seifert bei einer Videopressekonferenz. Unter bestimmten Bedingungen sei eine Verlängerung in den Juli möglich. Man halte sich verschiedene Modelle für einen Abschluss der derzeit ausgesetzten Saison 2019/20 offen. Bei der von den Erst- und Zweitligisten eingeforderten Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation habe sich die Annahme bestätigt, dass "einige Clubs im Mai oder auch im Juni in eine existenzbedrohende Situation kommen könnten", sagte der Chef der Deutschen Fußball Liga, ohne Namen zu nennen.

Das wird heute wichtig:

Kanzlerin und Ministerpräsidenten ziehen Zwischenbilanz der Corona-Maßnahmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen heute in einer Telefonkonferenz eine Zwischenbilanz zu den Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie ziehen. Dabei wird es unter anderem um die Frage gehen, ob die seit Montag vergangener Woche geltenden Kontaktbeschränkungen bundesweit verlängert werden sollen. Diese Maßnahmen waren zunächst auf zwei Wochen befristet. Bayern hat bereits erklärt, dass seine Ausgangsbeschränkungen bis zum 19. April gelten sollen.

Prinz Harrys und Herzogin Meghans erster Tag als Nicht-Vollzeit-Royals

Das Paar hatte im Januar angekündigt, sich von seinen royalen Aufgaben teils zurückzuziehen, mit Sohn Archie vorwiegend in Kanada zu leben und finanziell unabhängig zu werden. Später einigten sich die beiden mit dem Königshaus auf einen klaren Bruch. Demnach verzichten sie ab April auf die Anrede "Königliche Hoheit" und nehmen keine offiziellen Aufgaben mehr für die Royals wahr. Harry und Meghan wollen ihre Schirmherrschaften beibehalten und sich weiter auf Feldern wie den Invictus Games für Kriegsversehrte oder für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzen. Inzwischen sollen sie nach Los Angeles umgezogen sein, wo Meghan aufwuchs.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag! Bleiben Sie gesund! 

Ihre stern-Redaktion

nik / anb / DPA / AFP