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Die Morgenlage: Gespannte Ruhe in Syrien: Waffenruhe in Idlib wird weitgehend eingehalten

Syrien: Gespannte Ruhe nach Beginn neuer Waffenruhe +++ Viele Deutsche laut Umfrage nicht besorgt wegen Coronavirus +++ Bundestag debattiert Kohleausstieg +++ Prozess gegen deutsche mutmaßliche IS-Terroristin beginnt +++ Die Nachrichtenlage am Freitag.

Handshake zwischen Erdogan und Putin zu Waffenstillstand in Idlib

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin haben eine Feuerpause für die Region um Idlib in Syrien vereinbart. Sie wird derzeit eingehalten, heißt es.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die zwischen Russland und der Türkei vereinbarte Waffenruhe in Idlib ist in den ersten Stunden nach Inkrafttreten eingehalten worden. Noch bis kurz vor Inkrafttreten waren die Gefechte in der syrischen Rebellenhochburg weitergegangen. Bis wenige Minuten vor Mitternacht habe es Bombardierungen gegeben, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Syrien: Waffenruhe in Idlib hält in den ersten Stunden

Eine zwischen Russland und der Türkei vereinbarte Waffenruhe für die nordsyrische Provinz Idlib hat offenbar zumindest in den ersten Stunden Wirkung gezeigt. In der Region herrsche "relative" Ruhe, teilten Aktivisten in der Nacht zum Freitag mit. Weder die syrische Regierungsarmee noch die mit ihr verbündeten russischen Verbände hätten danach zunächst ihre Luftangriffe in Idlib fortgesetzt, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Noch bis kurz vor Inkrafttreten waren die Gefechte in Idlib weitergegangen. Bis wenige Minuten vor Mitternacht habe es Bombardierungen gegeben, erklärte die Beobachtungsstelle.

Am Donnerstag hatte sich der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan in Moskau auf die neue Waffenruhe in Idlib geeinigt. Russland ist in dem Bürgerkrieg die Schutzmacht der syrischen Regierung. Die Türkei unterstützt in der Region Rebellen, darunter islamistische Gruppen.

Viele Deutsche laut Umfrage nicht besorgt wegen Coronavirus

Den meisten Deutschen bereitet die Ausbreitung des Coronavirus weiterhin keine Angst. Drei Viertel der Befragten einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für den ARD-"Deutschlandtrend" gaben an, die Sorge vor eigener Ansteckung oder der von Familienmitgliedern sei weniger groß beziehungsweise klein. Bei knapp einem Viertel war die Sorge mit 17 Prozent jedoch groß oder mit sechs Prozent sehr groß.    

Noch im Februar hatten sich insgesamt deutlich weniger Menschen verängstigt geäußert: Fast neun von zehn Befragten gaben in der Umfrage im vergangenen Monat an, sie hätten weniger große oder keine Sorge. Der Wert war also 13 Prozentpunkte höher als in der aktuellen Umfrage. Auch das Vertrauen der Bürger in die Behörden und Gesundheitseinrichtungen nimmt demnach ab. Zwei Drittel waren der aktuellen Umfrage zufolge der Meinung, die Institutionen hätten die Situation alles in allem unter Kontrolle. Das sind 16 Prozentpunkte weniger als im Februar. Dagegen gewann Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an Zustimmung – sein Zufriedenheitswert stieg im Vergleich zum Vormonat um sieben Prozentpunkte auf 51 Prozent

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Bundestag debattiert über Kohleausstiegsgesetz

Bis spätestens Ende 2038 will Deutschland aus der klimaschädlichen Kohle-Stromproduktion aussteigen - das sieht das geplante Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung vor. Der Bundestag berät darüber ab 11.10 Uhr in erster Lesung. Durch die schrittweise Abschaltung aller Braun- und Steinkohlekraftwerke soll ein Drittel aller CO2-Emissionen eingespart werden. Das Gesetz sieht einen genauen Fahrplan für das Abschalten von Kraftwerken vor.

Notärzte beraten über Coronavirus

Mehr als 1000 Notärzte und Rettungskräfte diskutieren in Koblenz über das Coronavirus sowie die geplante Neuordnung der Notfall-Versorgung in Deutschland. Das zweitägige Symposium ist laut den Veranstaltern der größte Notfallmedizin-Kongress im deutschsprachigen Raum. Entscheider in Rettungsdienst und Notfallmedizin sind in der Rhein-Mosel-Halle zusammengekommen. Um 10.15 Uhr informieren ihre Vertreter bei einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit.

Prozess gegen mutmaßliche IS-Terroristin aus Oberhausen

Eine 32-jährige Deutsche aus Oberhausen muss sich vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht als mutmaßliche IS-Terroristin verantworten. Um 9.30 Uhr beginnt der Prozess gegen die Frau. Der Anklage zufolge reiste sie mit drei kleinen Kindern ins vom Islamischen Staat (IS) beherrschte Gebiet nach Syrien. Die Kinder waren damals drei, sechs und sieben Jahre alt. 

Dort soll sie ihren sechsjährigen Sohn in ein Camp für Kindersoldaten gegeben haben. Der Kleine starb 2018 in Syrien bei einem Raketenangriff. Ein halbes Dutzend Straftaten haben die Ankläger aufgelistet. Der Frau drohen nun bis zu 15 Jahre Haft. Seit elf Monaten befindet sich die 32-Jährige in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht hat bis Ende April für den Prozess zunächst elf Verhandlungstage angesetzt.

Krisentreffen der EU-Außenminister zu Syrienkonflikt

Die EU-Außenminister beraten ab 9.15 Uhr bei einer Krisensitzung in Zagreb über die Situation im Bürgerkriegsland Syrien. Das Treffen war kurzfristig angesetzt worden, nachdem sich die Lage in der syrischen Provinz Idlib verschärft hatte. Kurz vor dem Treffen einigten sich Russland und die Türkei am Donnerstagabend auf eine Waffenruhe in Idlib.

US-Präsident Trump besucht Tornado-Gebiete

US-Präsident Donald Trump besucht die von einem tödlichen Tornado heimgesuchten Gebiete im Bundesstaat Tennessee. Der Wirbelsturm hatte dort am Dienstag schwere Schäden angerichtet und mindestens 24 Menschen das Leben gekostet. Der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, sprach von einem "tragischen Tag" und "herzzerreißender" Zerstörung. Der örtliche Katastrophenschutz erklärte, bei rund 70 000 Menschen in der Stadt Nashville und in angrenzenden Gebieten sei der Strom ausgefallen.   

Das Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga

Der 1. FC Köln kann mit einem Sieg zum Auftakt des 25. Spieltags der Fußball-Bundesliga am Freitag beim SC Paderborn (20.00 Uhr/DAZN) vorübergehend auf vier Punkte an einen Europa-League-Platz heranrücken. Nach sieben Siegen aus den vergangenen neun Spielen haben sich die Rheinländer zuletzt mit Wucht aus dem Tabellenkeller gearbeitet. Derweil steht Mitaufsteiger Paderborn am Freitag unter großem Druck. Auf den rettenden 15. Platz beträgt der Rückstand schon neun Punkte, auf den Relegationsrang bereits fünf.

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Ihre stern-Redaktion


tkr / mod / DPA / AFP