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Die Morgenlage WHO stellt klinische Studien mit Hydroxychloroquin ein

Malariamedikament Hydroxychloroquin
Die WHO hat jetzt aus Sicherheitsbedenken die klinischen Tests mit dem Malariamedikament Hydroxychloroquin gestoppt, die eine Wirksamkeit bei Covid-19-Patienten untersuchen sollten
© Kevin E. Schmidt/Quad-City Times / DPA
Trump unterzeichnet Sanktionsgesetz gegen China +++ BGH entscheidet über Mord-Urteil für Autoraser +++ Merkel gibt Regierungserklärung zur EU-Ratspräsidentschaft ab +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

und da soll einer sagen, der Kapitalismus funktioniere nicht. Für 24 Millionen Menschen jedenfalls zahlt sich die Marktwirtschaft im wahrsten Sinne aus: So viele Millionäre gibt es derzeit weltweit, wie die Unternehmensberatung Boston Consulting errechnet hat. Das sind dreimal so viele wie noch vor 20 Jahren. Wenig überraschend lebt die große Mehrheit von ihnen in den USA, Deutschland liegt mit "nur" 400.000 Millionären auf Platz sieben – immerhin doppelt so viele wie 1999. Dafür gibt es hier mit 2400 verhältnismäßig viele Menschen, die mehr als 100 Millionen US-Dollar besitzen – umgerechnet rund 89,1 Millionen Euro. Das reicht für Platz drei hinter den USA und China.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

WHO stellt klinische Studien mit Hydroxychloroquin ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die klinischen Studien zur Wirksamkeit des Medikaments Hydroxychloroquin im Kampf gegen das Coronavirus endgültig eingestellt. Erkenntnisse aus eigenen Studienreihen und anderen Veröffentlichungen hätten gezeigt, dass das Medikament die Sterblichkeitsrate von Covid-19-Patienten nicht senke, sagte die WHO-Expertin Ana Maria Henao-Restrepo bei einer Pressekonferenz. Das Malariamittel ist in der Behandlung von Covid-19-Patienten seit längerem umstritten.

Trump unterzeichnet Sanktionsgesetz gegen China

US-Präsident Donald Trump hat ein Sanktionsgesetz gegen China wegen der Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren unterzeichnet. Dem Gesetz zufolge muss die US-Regierung innerhalb von 180 Tagen chinesische Regierungsvertreter identifizieren, die für die Unterdrückung der uigurischen Minderheit und anderer muslimischer Gruppen in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas verantwortlich sind. Als Reaktion darauf, droht China den USA mit erheblichen Konsequenzen.

Abwasser im Süden oft günstiger als im Norden

In vielen süddeutschen Städten sind die Abwassertarife vergleichsweise günstig. Worms, Ludwigsburg und Karlsruhe führen eine Rangliste an, die das Beratungsunternehmen IW Consult für den Eigentümerverband Haus und Grund erstellt hat. Zu den günstigsten zehn unter den 100 größten deutschen Städten zählen auch Hanau, Freiburg, Frankfurt am Main, Regensburg, Heidelberg, Tübingen und Augsburg. Am meisten für das Abwasser zahlen demnach die Bürger Potsdams. Die Jahresrechnung für eine vierköpfigen Familie liegt dort bei knapp 940 Euro und fällt damit 700 Euro höher aus als in Worms.

Norwegen und Irland in UN-Sicherheitsrat gewählt

Die Kampagnen um einen der Sitze dauern oft Jahre und kosten viel Geld, aber nun stehen vier von fünf Länder fest, die in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einziehen: Von Januar an werden Indien, Irland, Mexiko und Norwegen für zwei Jahre Teil des Gremiums sein, das als einziges rechtlich bindende Resolutionen für die 193 UN-Mitgliedsstaaten aussprechen kann. Noch offen ist ein fünfter Sitz, um den sich Kenia und Dschibuti bewerben, die Abstimmung darüber ist am Donnerstag. Fest steht damit auch, dass Kanadas Kandidatur erfolglos war.

Was heute wichtig wird:

Merkel gibt Regierungserklärung zur EU-Ratspräsidentschaft ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird um 9 Uhr im Bundestag die Grundlinien und Ziele der deutschen EU-Ratspräsidentschaft skizzieren. In einer Regierungserklärung will sie außerdem den Blick auf den EU-Gipfel an diesem Freitag richten. Bei ihm wird es um den EU-Haushalt und das Wiederaufbauprogramm gehen, das die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder stark machen soll. Beide Themen werden auch die am 1. Juli beginnende und bis zum Jahresende dauernde deutsche EU-Ratspräsidentschaft bestimmen. 

Untersuchungsausschuss befragt Zeugen des Verkehrsministeriums

Genau ein Jahr nach dem Scheitern der Pkw-Maut vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) befragt der Untersuchungsausschuss des Bundestags um 12.30 Uhr drei Zeugen aus dem Bundesverkehrsministerium. Zwei Mitarbeiter von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sollen vor allem dazu befragt werden, ob bei der Vergabe der Maut-Aufträge gegen Recht verstoßen wurde. Die dritte Zeugin hatte sich nach Angaben des Obmanns der Grünen im Ausschuss, Stephan Kühn, intern mehrfach kritisch zur Maut und ihren Erfolgschancen geäußert und soll dazu Auskunft geben.

BGH entscheidet über Mord-Urteil für Berliner Autoraser

Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet um 10 Uhr über die Verurteilung zweier Berliner Autoraser wegen Mordes. Die Männer hatten sich nachts auf dem Kurfürstendamm in Berlins Innenstadt ein illegales Autorennen geliefert. Sie rasten bei Rot über eine Kreuzung, einer von ihnen rammte mit bis zu 170 Kilometern pro Stunde ein Auto, das aus einer Seitenstraße kam. Der Fahrer dieses Wagens starb. Die BGH-Richter beschäftigen sich bereits zum zweiten Mal mit dem Fall. 2017 hatte das Berliner Landgericht beide Männer als Mörder verurteilt.

Die innerkoreanischen Beziehungen haben einen weiteren Rückschlag erlitten. Nach der Sprengung des Verbindungsbüros durch Nordkorea als Vergeltungsaktion für wiederholte Flugblattaktionen von nordkoreanischen Überläufern, spricht der zurückgezogene Staat am Mittwoch weitere Drohungen aus. In einer Botschaft im staatlichen Fernsehen KCNA kündigte ein Sprecher des Generalstabs der Nordkoreanischen Volksarmee an, Truppen am Berg Kumgang und Kaesong nahe der Grenze zu stationieren. Auch Polizeiposten, die aus der stark befestigten entmilitarisierten Zone abgezogen worden waren, würden wieder einberufen, ebenso sollen Artillerieeinheiten in der Nähe der westlichen Seegrenze verstärkt werden. Seouls Verteidigungsministerium hat Nordkorea aufgefordert, sich an das innerkoreanischen Friedensabkommen zu halten. Beide Seiten hatten darin gelobt, "alle feindlichen Handlungen" einzustellen und als Folge bereits eine Reihe von Militärstrukturen entlang der entmilitarisierten Zone abgebaut.
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rw/nik/DPA/AFP DPA AFP

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