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Nach zweiter Vorwahl "Warren will wohl ein schönes kaltes Bier mit ihrem Mann trinken": Trump spottet über die Demokraten

"Du wusstest verdammt gut, dass ich eine Schlange bin, bevor du mich aufgenommen hast."
Trump zitiert Song bei Wahlkampfveranstaltung
Donald Trump hetzt mal wieder gegen Migranten: Bei einer Wahlkampfveranstaltung in New Hampshire liest er seinen Anhängern den Text des Songs "The Snake" von Soul-Sänger Al Wilson vor. Das Lied handelt von einer Frau, die eine halb erfrorene Schlange in ihr Haus bringt, um sie aufzupäppeln. Doch letztlich wird sie von dem tödlichen Raubtier gebissen.


"Nimm mich auf, liebe Frau. Nimm mich auf, um Gottes Willen. Nimm mich auf, liebe Frau", zischte die Schlange. "Ich habe dich gerettet", weinte die Frau. "Und du hast mich gebissen. Warum? Du weißt, dass dein Biss giftig ist und ich jetzt sterben werde." "Oh halt die Klappe, dumme Frau!", sagte das Reptil mit einem Grinsen. "Du wusstest verdammt gut, dass ich eine Schlange bin, bevor du mich aufgenommen hast."
Trump reißt "The Snake" aus dem Zusammenhang
Für Trump ein Sinnbild für – und eine Warnung vor – Immigranten. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump den Liedtext zum Besten gibt. Bereits im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zitiert er den Song. Doch was seine Anhänger vermutlich nicht wissen: Trump reißt das Lied völlig aus dem Kontext. Zwei Kinder des 2005 verstorbenen Songschreibers Oscar Brown Jr., Maggie und Africa Brown, fordern Trump bereits damals dazu auf, das Werk ihres Vaters nicht länger für seine politischen Ziele zu nutzen.
"Er verdreht Oscars Worte, um seiner Kampagne zu dienen und ein Klima von Intoleranz und Hass zu fördern. Das ist das Gegenteil von dem, was der Autor, Oscar Brown Jr., beabsichtigte." Maggie Brown ggü. "MSNBC"
Trumps Interpretation passt nicht zum Song
Browns Arbeit wird als "Feier der afroamerikanischen Kultur und eine Zurückweisung des Rassismus" beschrieben. Eine Grundhaltung, die sich definitiv nicht mit Trumps Interpretation von "The Snake" vereinbaren lässt. Der US-Präsident hat schon öfter heftigen Gegenwind aus der Musikszene bekommen. So haben sich Musiker wie Neil Young, Adele, Rihanna oder die Rockband R.E.M. öffentlich gegen den Einsatz ihrer Musik bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen ausgesprochen.
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Für Bernie Sanders ist sein Sieg bei der Vorwahl in New Hampshire "der Anfang vom Ende für Donald Trump". Der Präsident selbst zeigt sich aber unbeeindruckt – und verhöhnt die Konkurrenz via Twitter wie gewohnt.

Nach der zweiten Vorwahl im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat der linke Senator Bernie Sanders den Sieg für sich beansprucht. "Dieser Sieg ist der Anfang vom Ende für Donald Trump", sagte Sanders am Dienstagabend (Ortszeit) vor Anhängern im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire. Es gehe darum, Trump – "den gefährlichsten Präsidenten der jüngeren Geschichte" – bei der Wahl im November zu besiegen, sagte Sanders. Er werde sich für eine bessere Gesundheitsversorgung, höheren Steuern für Reiche, strengere Waffengesetze und den Kampf gegen den Klimawandel einsetzen, versprach der 78-Jährige.

Trump selbst meldete sich mit Spott über einige Kandidaten zu Wort. Zum enttäuschenden Abschneiden der linken Senatorin Elizabeth Warren schrieb er auf Twitter, sie wolle wohl insgeheim aus dem Rennen aussteigen und einfach nach Hause gehen, um dort mit ihrem Mann ein Bier zu trinken. Warren kam bei der Wahl im Bundesstaat New Hampshire ersten Auszählungsergebnissen zufolge mit gut 9 Prozent der Stimmen nur auf den vierten Platz.

Trump gratulierte hingegen dem gemäßigten Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg, der nur knapp hinter dem linken Senator Bernie Sanders auf dem zweiten Platz lag. Er habe "ziemlich gut" abgeschnitten und mache dem "verrückten Bernie" das Leben schwer, feixte Trump.

Donald Trump ohne ernstzunehmende Konkurrenz

Zu den Kandidaten Andrew Yang und Michael Bennet, die ihre Kampagnen angesichts schlechter Ergebnisse einstellten, fiel Trump nur ein, dass sie einen "sehr niedrigen politischen Intelligenzquotienten" hätten. Bei den Republikanern gelten die Vorwahlen nur als Formsache: Trump hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz. Er wird sich im November um eine zweite Amtszeit bewerben.

tim DPA

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