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An Hamburger Schule Gymnasiasten und Flüchtlinge dürfen nicht zusammen in die Pause

Wenn es am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Hamburg zur Pause klingelt, gilt der Gong nicht für alle Schüler. Denn die Flüchtlinge, die auf dem Gelände unterrichtet werden, haben andere Pausenzeiten – aus Sicherheitsgründen.

Ein Schulhof ist ein guter Ort für Kinder und Jugendliche, um ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen, zu spielen und Freunde zu finden. Es wäre also auch ein idealer Ort, um Flüchtlinge zu integrieren. Doch an einer Hamburger Schule kommen Gymnasiasten und Migranten kaum in Kontakt. Der Grund: Sie haben unterschiedliche Pausenzeiten – und das ist durchaus gewünscht.

Wie "Spiegel Online" berichtet, dürfen die Flüchtlinge, die auf dem Schulgelände des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Containern unterrichtet werden, erst dann raus auf den Hof, wenn die Gymnasiasten wieder in den Unterricht müssen. Auf die Frage, warum das so ist, erklärte der Schulleiter gegenüber "Spon", dass die Lehrer der Schule nicht für die Flüchtlingskinder zuständig seien, weil sie zur Stadtteilschule Maretstraße gehörten und nur aus Platzgründen auf dem Gelände des Ebert-Gymnasiums untergebracht seien.

Flüchtlinge gehen später zum Unterricht

Die Kollegen dürften beispielsweise einer größeren "Gruppe von Fremden", die vielleicht "andere Vorstellungen von den Abläufen" hätten, auch nicht sagen, was sie tun dürften und was nicht. Es gehe dabei aber auch um "Sicherheitsaspekte und Gesundheitsschutz", da unter den Flüchtlingen auch 16- bis 18-Jährige seien. Einer von ihnen könne einen Fußball schießen und einen elfjährigen Gymnasiasten ins Gesicht treffen. "Dann will ich keine Mutter anrufen und ihr sagen, dass ihr Kind im Krankenhaus liegt", so der Schulleiter.

Dass die Lehrer der Stadtteilschule ihre Schüler selbst beaufsichtigen, käme aus Platzgründen nicht in Frage. Auf dem Schulhof würde es "sehr drängelig und sehr voll". Auf das Ebert-Gymnasium gehen rund 750 Schüler. Zwischen 60 und 90 Kinder kommen von der Schule Maretstraße.

Der Sprecher der Schulbehörde erklärt indes gegenüber "Spiegel Online", dass die getrennte Pausenregelung auch an anderen Schulen in Hamburg praktiziert würde. Jedoch aus logistischen Gründen. Schließlich müsse der Transport der Kinder aus den Erstaufnahmen zu den Schulen organisiert werden. Und da sie zudem viel weniger Unterricht in der Woche hätten, sei es nicht notwendig, früher mit dem Unterricht zu beginnen. Entsprechend später gingen die Flüchtlinge dann auch in die Pause.

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