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Weltfrauentag "Da ist Strom. Und wenn nicht, stellen wir dich als Lampe auf" - Linken-Abgeordnete ist auf Krawall gebürstet

Frauen, die versuchten in der Männerdomäne des Personentransports Fuß zu fassen, mussten sich Sprüche anhören wie:
"Mensch Mutti, geh doch nach Hause! Kümmere dich um deine Gören!"
"Wie, du hast heute verpennt, weil dein Kind nicht wollte? Liegt wohl eher daran, dass du schon zwei Jahre arbeitslos bist und nicht aufstehen musstest."
Mit eisernem Willen schaffte sie es, das Stigma loszuwerden.
Letztes Jahr wurden in Berlin die ersten Müllwerkerinnen eingestellt. Nach langem Protest von Männern mit der Begründung: "Es ist körperlich zu schwer, die Anatomie der Frauen gibt es einfach nicht her, so schwere körperliche Arbeit zu machen."
Sie erinnert an den 8. Mai 1945. Tag der Befreiung. Junge und alte Männer zugleich waren im Volkssturm verletzt worden oder befanden sich in Kriegsgefangenschaft. Doch wer begann, die zerstörten Städte wieder zu errichten?
"Wir haben Frauen zu verdanken, dass in diesen zerbombten Städten die ersten Steine gekloppt wurden und die ersten Menschen dort wohnen konnten.
Und zu der Zeit hat es niemanden interessiert, ob das die Anatomie der Frau überhaupt hergibt."
Für Ines Schmidt also höchste Eisenbahn damit aufzuhören, die Hälfte der Weltbevölkerung kategorisch zu unterschätzen. Sie will "keine weiteren hundert Jahre warten bis Frauen dort angekommen sind, was ihnen verfassungsmäßig zusteht. Denn der internationale Frauentag, wisst ihr jetzt alle, ist ein Feiertag. Haben wir uns verdient!"
Zwischenruf: "Da ist kein Strom!"
"Doch, da ist Strom. Wirst du sehen. Und wenn nicht, stellen wir dich da als Lampe auf. Da kennen wir nichts, ehrlich. So, wir haben den Feiertag, und ne Lampe haben wir jetzt auch. Da ist einn Kampftag und das wird einn Kampftag bleiben, solange bis die strukturellen Benachteiligungen von Frauen beseitigt sind. Und das ist nicht nur ne Drohung, das ist ein Versprechen. Vielen Dank.“
Von der Leidenschaft der Linken-Politikerin können sich viele Männer und Frauen eine Scheibe abschneiden.
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Ines Schmidt, Sprecherin für Frauenpolitik der Linken, hat die Faxen dicke. Seit sie 1994 als Straßenbahnfahrerin bei der BVG - einem klassischen Männerberuf - angefangen hat, ist sie täglich mit der systemischen Benachteiligung der Frau konfrontiert.

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