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Altkanzler auf dem Titel "Volksverräter" oder "Pragmatiker"? Wie stern-Leser auf das Schröder-Interview reagieren

Diskussionen um Gerhard Schröders Rolle nach dem stern-Titel
Gerhard Schröder im Interview und dann noch auf dem stern-Titel: Für manche Leser war das unaushaltbar, andere sehen einen entscheidenden Debattenbeitrag
© Swen Pförtner / DPA
Das stern-Interview mit Gerhard Schröder polarisiert und schlägt hohe Wellen. Hier schreiben sich Leserinnen und Leser Frust und Freude von der Seele.
Tobias Schmitz

Betreibt Gerhard Schröder im stern Propaganda für Putin? Verschließt der deutsche Altkanzler die Augen vor russischen Kriegsverbrechen? Oder setzt er sich pragmatisch für deutsche Interessen ein, indem er den Kontakt zu Russland nicht abreißen lässt?  Das stern-Interview mit Gerhard Schröder polarisiert und schlägt hohe Wellen. Leserinnen und Leser schrieben zahlreiche Mails und Briefe an die Redaktion oder posteten ihre Meinung auf Facebook. Viele Menschen sind wütend, dass Gerhard Schröder so prominent zu Wort kommt. Andere springen dem Altkanzler bei. Das Interview mit Schröder finden Sie hier.

Hier eine Auswahl der Leserbriefe. Wir beginnen mit scharfer Kritik an Schröder, ehe wir später auch Verständnis und Sympathien für Schröder dokumentieren.

Kritik an Gerhard Schröder

Unsäglich

Gerhard Schröder hat es geschafft, dass ich als langjähriges Mitglied wegen dessen Verhalten aus der SPD ausgetreten bin. Gerhard Schröder wird es nun auch noch schaffen, dass ich das stern-Abo kündigen werde. Herzlichen Glückwunsch zu dieser unsäglichen Titelstory.  Ich kann nicht glauben, dass man einem solchen Menschen, der nur an sich selbst denkt, ein Podium bietet, um die russische Vorgehensweise – sei es der Krieg oder auch die Verminderung der Gaslieferung – zu rechtfertigen.

Andrea C. Pischke, Maintal

Überflüssig

Was Herr Schröder da im Namen Putins von sich gibt, ist keine Zeile im stern wert. Geschweige denn eine Titelstory.

Uwe Holländer, Dormagen

Verschwendung

Was für eine Verschwendung, mit diesem alterssenilen Mann die Titelseite zu gestalten. Und noch schlimmer, ihm dann noch acht Seiten im redaktionellen Bereich für seine Selbst-Beweihräucherung zu schenken.

Rüdiger Duwe, Wedel

Nützlicher Idiot

Glaubt Schröder wirklich, in Putin einen Freund zu haben? Erkennt er nicht, dass er nur der nützliche Idiot in einem üblen Spiel ist?

Volker Reinecke, Windeck

Weltfremd

In welcher Welt lebt Schröder eigentlich? Da überfällt sein Freund Putin einen eigenständigen Staat, macht ganze Regionen dem Erdboden gleich, begeht Kriegsverbrechen am laufenden Band und dann soll man sich mit dem wieder an einen Tisch setzen und Verhandlungen führen? Nein, so geht es nicht. Wer auch nur einen Funken Anstand hat, schließt das kategorisch aus. 

Helmut Ester, Neuenstadt

Mehr Hybris ist kaum vorstellbar

„Ich habe eine Entscheidung getroffen, und dazu stehe ich“? Was, bitteschön, soll das heißen?  Damit solidarisiert sich Schröder als ehemaliger SPD-Bundeskanzler doch unmissverständlich mit einem Menschenverächter und Mörder! Meint Schröder etwa in grenzenloser Selbstüberschätzung, er könne Einfluss auf Putin ausüben? Mehr Hybris ist kaum vorstellbar!

Michael Wiegand

Ist Schröders Arroganz schon pathologisch?

Jürgen Kischkewitz, Hünxe

Moralische Disposition

Gerhard Schröder weigert sich, einen Mann zu verurteilen, der den Angriffsbefehl gegen die Ukraine gegeben hat und der damit für den Tod vieler unschuldiger Menschen verantwortlich ist. Wie konnte ein Politiker mit einer solchen moralischen Disposition deutscher Bundeskanzler werden?

Thomas Harbach, Mainz

Fassunglosigkeit

Es bleibt nur Fassungslosigkeit! Wollten Sie wirklich herausfinden, wieviel der Leser aushält? Wer so offen mit Mördern wie Putin oder Erdogan „gut kann“ wie diese Person, die noch immer Personenschützer bezahlt bekommt, dürfte hier niemals seine verlogenen Ansichten äußern.

Erich Janoschek, Kaiserslautern

Blauäugig

Das Beste am Titelbild ist die Schrödersche Putin-Blauäugigkeit.

Jürgen Kramer, Halstenbek

Das Allerletzte

Das Konterfei von Gerhard Schröder hat mich dermaßen abgestoßen, dass ich das erste Mal seit langer Zeit den neuen stern nicht gekauft habe. Diesem Menschen auch noch ein Titelblatt zu widmen, ist das allerletzte.

Babatte Teichmann

Eigene finanzielle Interessen

Nach diesem Interview ist klar, dass Schröder nur als Geschäftsmann im Auftrag Russlands betrachtet werden kann, der nach seinen eigenen finanziellen Interessen handelt.

Andreas Meißner, Tutzing

Der Fehler bist DU

Ein brutaler Angriffskrieg, brutale Vergewaltigungen, brutale Menschenverachtung und brutale Machtgier – das alles bezeichnet Herr Schröder als einen Fehler. Lobbyist Gerhard, der Fehler bist DU.

Walter Gehle, Dinslaken

Ernsthaft?

Ernsthaft? Ist das Sommerloch wirklich so groß, dass Sie dem alten Mann eine derartige Bühne bieten müssen? Seine Rolle zur Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas klein zu reden, ist an Sarkasmus nicht zu überbieten. Zumal nur 17 Tage nach Ende seiner Kanzlerschaft seine Tätigkeit bei Gazprom bekanntgegeben wurde.

Ines Meier, Berg

Kleiner Tipp

Schröder? Am besten nicht beachten, totschweigen und in der Versenkung verschwinden lassen. Und nicht wie Sie es tun, dem Mann noch eine Bühne bieten.

Gerhard Maack, Hamburg 

Fantasie

So stelle ich mir die Titelbild-Konferenz beim stern vor: „Sollen wir eine Frau nehmen? Eine mutige Frau? Eine Journalistin? Eine Kriegsreporterin? Eine Heldin? Eine, die Diktatoren getroffen hat? Apropos Diktatoren getroffen: Nehmen wir doch Gerhard Schröder.“ Manchmal fällt es mir schwer, den stern zu kaufen.

Gisela Dix

Keine Entlarvung

Warum sollte sich Schröder entschuldigen? Die Presse hilft nicht mit, diesen unsozialen Altkanzler zu entlarven. Das Gegenteil ist der Fall.

Manfred Maas, Ratingen

Biedert sich einem Tyrannen an

Die Aussagen des ehemaligen Bundeskanzlers zeigen erneut, wessen Geistes Kind er ist: Er biedert sich einem Tyrannen an, der auf düstere Weise an die Macht gekommen ist und seine politischen Gegner regelmäßig ermorden lässt. Er zeigt mit seiner Haltung, wie sehr er als Altkanzler sowohl Deutschland, der EU und den Verbündeten in den Rücken fällt und wie sehr er seinen Amtseid mit Füßen tritt.

Winfried B. Boczki, Bonn

Putin-Vasall

Wie kann man einem Volksverräter eine derartige Bühne bieten, damit er Putins Lügen und Verdrehungen der Wahrheit verbreiten kann? Nicht zu glauben, dass dieser Putin-Vasall mal Bundeskanzler war. Hat Schröder denn überhaupt kein Schamgefühl? Wie weit kann man sinken? Und das Allerschlimmste ist: Den habe ich mal gewählt!

Peter V. Erdmann, Hanau

Propaganda

Es ist skandalös und höchst unverantwortlich, ein solches Interview zu veröffentlichen, nur um die Auflage zu steigern. Eine Steilvorlage für die russische Propagandamaschinerie.

Jan Focken, Friedeburg

Tragische Figur

Schröder ist durch seine Altersstarrsinnigkeit zur tragischen Figur geworden. Aber die war er ja eigentlich schon seit seinem unerträglich arroganten Verhalten in der legendären „Elefantenrunde“ nach der Bundestagswahl 2005, als er seine Niederlage nicht einsehen wollte.

Jan Eschrich, Weimar

Speichellecker Putins

Schröders Äußerungen entlarven ihn als jemandem, dem jeglicher moralische Kompass abhanden gekommen ist. Er ist ein Speichellecker Putins und wird auch als solcher in die Geschichte eingehen. Dieses Interview hat meine Abscheu vor solchen schamlosen Typen in der Politik nur verstärkt.

Gabriele Busch, Hamburg

Schockierend

Der stern ist Gerhard Schröder und damit Putin – denn Ersterer ist nichts anderes als eine Marionette Russlands – völlig auf den Leim gegangen! Das Interview ist schockierend genug. Noch schlimmer ist das Editorial, in dem Sie nicht Stellung beziehen. Schröder auch noch auf dem Titel eine Plattform zu bieten, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Monica Manon Sandhas, Hannover

Ich schäme mich

Ich habe Wahlkampf für Schröder gemacht, als er noch Ministerpräsident werden wollte. Danach haben ich mich mit viel Zeitaufwand und Kraft für weitere seiner Wahlkämpfe engagiert. Ich schäme mich heute dafür. Ein Satz von ihm ist mir in Erinnerung geblieben: „Ich fasse nur das an, von dem ich weiß, dass es mir was bringt.“ Ich hätte schon damals hellhörig werden sollen. 

Barbara Balk, Winsen/Aller

Was Politik aus Menschen machen kann

Schröder ist ein „schönes“ Beispiel dafür, was Politik aus Menschen machen kann. Vom Juso-Vorsitzenden zum Kanzler der Bosse – das ist schon ein gewagter Spagat. Das einzige, was positiv von Gerhard Schröder in Erinnerung bleibt, ist, dass er uns damals aus dem Irak-Krieg rausgehalten hat. Ansonsten steht er für eine Verelendungspolitik, die sich gegen die eigentliche Klientel seiner Partei richtete. Seine Kumpanei mit Maschmeyer & Co lassen vermuten, dass er durchaus auch auf den eigenen (materiellen) Vorteil bedacht war. Der Aufstieg in Putins Wirtschaftsimperium war dann sicher eine lukrative, wohl aber keine gute Idee. Mit seiner Selbstüberschätzung hinsichtlich seiner Einflussmöglichkeiten auf Putin wickelt er jetzt auch noch die letzten Reste seiner Reputation ab.

Fred Roemer auf Facebook

Raus aus der SPD!

Wann schmeißt man diesen Kerl endlich aus der SPD? Er schadet uns in der ganzen Welt.

Martin Burg auf Facebook

Keine Charakterstärke

Dass Gerhard Schröder keine Veranlassung sieht, sich zu entschuldigen, ist klar. Dies setzt Charakterstärke voraus – die er nicht besitzt.

Dieter Obst, Wiesbaden

Fast nachvollziehbar

Wenn nur nicht die schrecklichen Bilder aus der Ukraine tagtäglich zermürben würden, könnte man Schröders Gedankengange noch halbwegs nachvollziehen.

Wolfgang Kessler, Beckenried, Schweiz

Reaktionen auf Schröder-Interview: Es gibt auch Unterstützung

Soweit eine Auswahl kritischer Reaktionen. Die Redaktion erreichten aber auch zahlreiche Mails und Briefe, in denen Verständnis und/oder Sympathie für Gerhard Schröder geäußert wird. Mehrfach wird seine Haltung als Kanzler beim Irak-Krieg hervorgehoben. Hier einige dieser Zuschriften:

Absolut authentisch

Ein gutes Interview mit einem absolut authentischen großen Mann der SPD und Geschichte, dessen sicherlich zweifelhafte Nähe zum Autokraten und Kriegstreiber Putin jedoch noch entscheidend für die Europäer und Deutschen werden wird. Der ehemalige Kanzler bleibt Hassfigur für diejenigen, die ihn nicht verstehen wollen oder können.

Reinhard Schwandt, Göttingen

Schröders Kontakte nutzen

Grundsätzlich halte ich die Meinung des Altkanzlers schon für nachdenkenswert, vor allem was die wirtschaftlichen Probleme angeht, die auf uns zukommen werden. Man sollte Schröders Kontakte zu Russland und Putin nutzen, um zu einer Verhandlungslösung zu kommen. Alle, die jetzt „Kreuziget ihn!“ schreien, werden in ein paar Monaten ihre Haltung überdenken müssen.

Karl-Heinz Kagermeier auf Facebook

Rechtfertigung nicht erforderlich

Vor einiger Zeit hat mir Herr Schröder - leider - Gründe geliefert, meine Wählerstimme, wozu auch immer, lieber den Linken als der SPD zu geben. Jetzt nach Lektüre und diesem ganzen Heckmeck um Herrn Schröder hat er aber deutlich wieder Punkte bei mir gewonnen. Er fragt in diesem Interview: "Warum soll ich mich entschuldigen?" Viel wichtiger ist doch aber die Frage nach dem "Wofür". Muss man sich für die Freundschaft zu jemanden, der nicht allseits beliebt ist, entschuldigen ? Ich finde nein, durchaus nicht. Das wäre ja noch schöner, sich rechtfertigen zu müssen für ein freundschaftliches Verhältnis zu wem auch immer. 

Petra Rohloff

stern hat Courage

Eure Courage, mit dem vom Mainstream und SPD-Teilen verpönten Ex-Kanzler Schröder ein langes Gespräch zu führen, ist lobenswert. Das schreibe ich nicht als Schröder-Fan, sondern als seit fast 50 Jahren politisch Interessierter. So etwas gehört einfach zur journalistischen Pflicht. Alle Seiten möglichst zu Wort kommen zu lassen, das ist eure Medien-Verantwortung.

Hendrik Schlegel, Görlitz 

Scholz muss das Gespräch suchen

Dass Deutschland auf russisches Erdgas in den nächsten Monaten nicht verzichten kann, sollte die Bundesregierung nun langsam kapiert haben.  Bundeskanzler Scholz muss das Gespräch mit der russischen Führung suchen, wobei ihm Herr Schröder mit seinen Kontakten zu Präsident Putin eine Hilfe sein könnte.  Die Prosperität unseres Landes steht auf dem Spiel. 

Gerd Rudolph, Hann. Münden

Hilfreicher Politiker

Gerhard Schröder kennt auch die dunklen Seiten der Politik der Nato-Staaten und die Gefahren durch Stellvertreterkriege, Wettrüsten und Imperialismus.

Helmut Strenger, Schorndorf

Dankeschön!
Danke für das Interview mit einem Mann, der zur Unperson erklärt worden ist. Schröders pragmatischen und nützlichen Ansichten zum Verhältnis zu Russland, die jeder einfache Bürger versteht, sind natürlich nicht akzeptabel für Politiker,  die in festgelegten Mustern denken und die im vorgegebenen Meinungs-Mainstream mitschwimmen. Manchmal ist es erschreckend, mit welchen naiven Denkmustern führende Persönlichkeiten daherkommen.

Alfred Salamon, Ilmenau

Entschuldigung wofür?

Wofür entschuldigen? Wofür sollte sich Schröder entschuldigen? Dafür, dass es in seiner Amtszeit keine Energiekrise gab und die Inflationsrate in einem verträglichen Bereich lag? Oder gar dafür, dass er Deutschland aus dem Aggressionskrieg der Amerikaner gegen den Irak rausgehalten hat? Nein, damals war wahrlich nicht alles gut und richtig, aber, dass es schlechter geht, zeigt die Gegenwart.

Dietmar Sobottka, Chemnitz

Merkels Schuld

Dieses Interview war überfällig. Zu allererst müsste sich Frau Merkel entschuldigen – für ihre verfehlte Russland-Politik. Die extreme Abhängigkeit von russischem Gas ist allein auf die Regierung Merkel zurückzuführen. Angela Merkel war 16 Jahre lang die Regierungschefin und hat die Politik bestimmt. Und sie war es, die uns Deutsche in diese Abhängigkeit geführt hat, die wir nun auszubaden haben.

Joachim Wolfarth, Bingen am Rhein

Gerhard Schröder
Sein Pragmatismus fehlt

Ich bedaure sehr, dass jemand wie Gerhard Schröder nicht (mehr) regiert. Die Zukunft unseres Landes sähe wesentlich besser aus, hätten wir einen Pragmatiker wie ihn als Kanzler.

Juliane Welz-Müller, Röttenbach

Ein Mann mit Rückgrat

Schröder ist ein Mann mit Rückgrat und klarem Verstand. Statt bei der SPD über seinen möglichen Parteiausschluss nachzudenken,  sollte man ihn um Rat fragen. 

Peter Steinmaßl, Trostberg

Türöffner

Vielen Dank für das Interview mit unserem Altkanzler Schröder. Welch kluge und erhellende Worte. Leider haben wir in unserer Zeit keine Politiker solchen Kalibers mehr, die sich nicht scheuen, auch mal den „dornigen Weg“ zu gehen. Ich bin froh, dass wir mit Gerhard Schröder noch einen Mann  haben, der die Tür zum Kreml offenhält.

Heinz-Werner Steckhan, Hamburg

Hilfreiche Lösungsansätze

Man kann ja über Schröder denken, was man will. Aber seine Verhandlungs- und Lösungsansätze würden viele weitere Kriegstote, Zerstörung, Leid und unsere Gasprobleme verhindern. Über Kriegstreiber Putin wird dann schon die Geschichte urteilen.

Axel Sonntag, Verden

Versuche der SPD sind peinlich

Herzlichen Dank für die Veröffentlichung einer selten gewordenen vernünftigen Ansicht. Keiner sollte den zahlreich publizierten Meinungen glauben, wonach unser Altkanzler mit seinen Einschätzungen im Abseits stünde. Die Mehrheit meiner Bekannten würde es wie ich begrüßen, wenn statt des modischen Bellizismus auch bisheriger Friedensfreunde wieder die ruhigen und an deutschen Interessen angelehnten Antworten von Gerhard Schröder politisch bestimmend wären. Die Versuche insbesondere der SPD, ihren verdienten Altkanzler zur Unperson zu machen, sind einfach nur hochnotpeinlich.

Wolfgang Weber, Essen

Realitätsverlust

Gerhard Schröder hat als Bundeskanzler die Teilnahme Deutschlands an dem verbrecherischen Irak-Krieg der USA und Großbritanniens verweigert, und er bemüht sich gegenwärtig um die Anbahnung von Verhandlungen mit Russland. Von ihm eine Entschuldigung zu verlangen, weil er in das infantile Wutgeheul auf Putin nicht einstimmt, zeigt den Realitätsverlust der Interviewer. Schröder weist zu Recht auf das gegenwärtige Dilemma hin: Ohne die USA wird es keinen Frieden geben. Die USA aber haben eher ein Interesse an der Verlängerung des Krieges, nicht nur, weil er Russland schwächt, sondern weil die Sanktionen der Europäischen Union –dem ökonomischen Konkurrenten der USA – wirtschaftlich schaden. Und weil im Ukraine-Krieg die USA die Wirksamkeit ihrer Waffen testen können.

Rüdiger Scholz, Freiburg

Ein Mann von Format

Scholz wird nie das Format von Schröder erreichen. Der Anzug ist ihm zu groß.

Rene Reiger auf Facebook

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