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Zerrüttete Kanzlerfamilie: Wie es zum Bruch zwischen Kohl und seinen Söhnen kam

Schon vor Jahren hat Helmut Kohl den Kontakt zu seinen Söhnen abgebrochen. Das Verhältnis zu ihnen war vollkommen zerrüttet. Wie konnte es so weit kommen?

Helmut Kohl nebst Familie im Jahr 1975

Inszenierung eines Familienidylls: Helmut Kohl nebst Familie im Jahr 1975

Die Szene ist eine traurige Posse. Walter Kohl klingelt an der Haustür des Bungalows seines Vaters in Oggersheim, der vor knapp einer Woche gestorben ist. Der älteste Sohn Helmut Kohls will mit der Witwe Maike Kohl-Richter über die Organisation der Trauerfeierlichkeiten reden. Kohls Enkel Johannes, 20, und Leila, 15, begleiten ihn. Doch niemand öffnet. Nach einer kleinen Weile kommen Polizisten und fordern den ältesten Sohn des verstorbenen Kanzlers auf, das Grundstück zu verlassen und einen neuen Termin mit Kohl-Richter zu vereinbaren.

Die Presse ist anwesend, jeder Schritt Walters wird genau protokolliert. Hinterher wird ein Anwalt Maike Kohl-Richters von einer Inszenierung sprechen, die seine Mandantin in ein schlechtes Licht rücken sollte. Walter Kohl habe einen Tag zuvor einen Telefontermin platzen lassen. Kohl widerspricht. Er sei am Handy gewesen, aber niemand habe angerufen. Deshalb habe er jetzt auf diesem Wege versucht, Kontakt zu Kohl-Richter zu bekommen. Dass die Presse anwesend sein würde, dürfte ihm aber bewusst gewesen sein.

Die Söhne von Helmut Kohl ringen mit ihrer Rolle

Wer welche Rolle in diesem Familien-Trauerspiel einnimmt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Szene vor dem Bungalow in Oggersheim macht aber auf groteske Weise das gestörte Verhältnis der Kohl-Söhne zur zweiten Ehefrau des Altkanzlers - und zu ihrem Vater selbst - deutlich. Sie ist das jüngste Kapitel in einer Geschichte der Zerrüttung und Entfremdung der Kanzlerfamilie. Kohl hatte schon lange vor seinem Tod in der vergangenen Woche mit seinen Söhnen Walter und Peter gebrochen.

Helmut Kohl nebst Familie im Jahr 1975

Inszenierung eines Familienidylls: Helmut Kohl nebst Familie im Jahr 1975


Wie konnte es zu der unwürdigen Szene an der Haustür des Bungalows kommen? Die Entwicklung der Zerrüttung, die sich auch öffentlich abspielte, lässt sich nachzeichnen. Walter und Peter Kohl ringen offensichtlich um ihre Rolle, die sie als Söhne eines der bedeutendsten Nachkriegspolitiker Europas spielen. Beide verfassten sehr persönliche Bücher über ihr Leben als Kanzlerkinder und über die Mutter. Es geht ihnen um die Deutungshoheit über ihr Leben. Und es geht um Maike Kohl-Richter, gegen deren Einfluss auf das Vermächtnis ihres Vaters sie kämpfen.

Ein Ausgangspunkt des Dramas war sicherlich der Suizid von Hannelore Kohl in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2001. Die Frau der Altkanzlers litt damals schon seit Jahren unter einer Lichtallergie. Sie konnte das Haus am Tag nicht verlassen. Sie starb einsam durch eine Überdosis Schmerz- und Schlafmittel, während Kohl in Berlin seinen Geschäften als Polit-Rentner nachging.

Maike Kohl-Richter - die Frau an der Seite des Altkanzlers

Peter Kohl rechnete mit der Stiefmutter ab

Peter Kohl verarbeitete den Tod seiner Mutter, indem er ein Jahr später eine Biografie über sie ("Hannelore Kohl - Ihr Leben") veröffentlichte. Es war die Würdigung einer Frau, die bis zuletzt mit äußerster Disziplin an ihrer Rolle als Kanzlergattin festgehalten hatte. Weil sie es so wollte. Er stellte sie nicht als Opfer dar. Zehn Jahre später erschien eine Neuauflage. Im Vorwort rechnete Peter mit der neuen Frau an der Seite seines Vaters ab. Sie hätte dafür gesorgt, dass Helmut Kohl den Kontakt zu seiner Familie und alten Bekannten nach und nach abgebrochen habe. 2011 hätte er seinen Vater ein letztes Mal besucht, als Kohl-Richter nicht zu Hause gewesen sei - das war es dann. Zum zehnjährigen Gedenken an seine frühere Frau erschien Kohl nicht. Peter beschrieb die Nachfolgerin an der Seite sein Vaters als Menschen, der von Kohl besessen war. Angeblich sollen sie bereits seit den 90er Jahren ein Verhältnis gehabt haben.

Auch Walter schrieb 2011 ein Buch: Der Titel: "Leben oder gelebt werden". Darin sezierte er schonungslos das Leben im Hause Kohl, das von Kälte und Distanz geprägt gewesen sei. Er beschrieb den Vater als einen, für den die Familie im Grunde nur Teil der politischen Inszenierung war. Er bezog als "Sohn vom Kohl“ in der Schule Prügel, die Eltern schickten ihn in eine unmögliche Normalität ("Keine Extrawürste"), die für ihn Isolation bedeutete. Als 13-Jähriger eröffnete ihm die Polizei, dass er im Falle einer Entführung freigekauft würde - allerdings nur bis zu einer Höhe von fünf Millionen Mark Lösegeld. Er glaubte damals, die Summe sei mit den Eltern abgesprochen gewesen. Vom Tod seiner Mutter Hannelore erfuhr er durch die Büroleiterin seines Vaters.

Walter gestand ebenso eigene Fehler ein, die er später als Erwachsener gegenüber seinem Vater machte. Nach dem Suizid seiner Mutter dachte er sogar selbst daran, sein Leben zu beenden. Er schilderte, wie das Verhältnis zum Vater immer schwieriger wurde, bis es 2009 zum endgültigen Bruch kam. In dem Buch heißt es: Mein Vater "hat sich inzwischen vollständig von mir losgesagt. Auf meine direkte Frage: 'Willst du die Trennung?', antwortete er mir knapp mit 'Ja!' - damit waren für mich alle weiteren Interpretationsmöglichkeiten ausgeschlossen." 2011 telefonierten sie ein letztes Mal - von da an herrschte endgültig Funkstille.

Den Trauerfeiern werden die Söhne aber mit ihren Familien beiwohnen - der totale Eklat bleibt also aus. Nach stern-Informationen sind sie zu allen drei Trauerzeremonien für ihren Vater eingeladen. Die Einladung gilt für den europäischen Trauerakt in Straßburg, die Abschiedszeremonie im Dom von Speyer und die eigentliche Beisetzung von Helmut Kohl auf dem Friedhof in der Stadt am Oberrhein.

Ausführliche Berichte zum Tod von Helmut Kohl lesen Sie im aktuellen stern auf 40 Sonderseiten:

 

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?