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Karriere: Privater Einblick: Wie ein Parteifreund mit einem Outing Jens Spahn schaden wollte

Parteifreunde sind doch die ärgsten Feinde: 2001 wollte ein Gegner innerhalb der CDU Jens Spahn als schwul outen. Doch der kam ihm mit einem geschickten Schachzug zuvor.

Womöglich der nächste Kanzlerkandidat der CDU: Jens Spahn

Womöglich der nächste Kanzlerkandidat der CDU: Jens Spahn

Jens Spahn ist vor allem für zweierlei bekannt. Seinen Ehrgeiz und seinen unbedingten Willen, in naher Zukunft Kanzlerkandidat der CDU zu werden. Unwahrscheinlich ist das nicht. Schließlich hat 38-Jährige immer wieder Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin geübt und ist trotz allem ins neue Kabinett als Gesundheitsminister aufgerückt. Mit gerade einmal 38 Jahren. 

Glaubt man der Biographie "Jens Spahn", die am Montag erscheint, genießt er gar den Rückhalt der Granden Schäuble und Stoiber, die in ihren Parteien noch immer Gewicht haben. Die loben ihn unisono über den grünen Klee. Ganz nach dem Motto: Wenn er sich als Gesundheitsminister bewährt, käme er sicher auch für Höheres infrage. Beste Voraussetzungen also für Spahn, der nicht allzu viele Mitbewerber bei den Konservativen fürchten muss. Bisher hat es die Kanzlerin versäumt, gezielt einen Nachfolger aufzubauen.

Wenn man so will dauert Spahns Aufstieg seit 2002 an. Damals ergatterte er im Wahlkreis Borken I das Bundestagsmandat. Ab diesem Zeitpunkt wird auch das politische Berlin auf den 22-Jährigen aufmerksamen. Doch wie der Politiker nun in der Biographie einräumt, hätte ihm ein Parteifreund fast diesen Karriere-Schritt versaut: Denn der wollte Spahn 2001 als schwul outen, um dessen Kandidatur für den Bundestag von vornherein zu torpedieren.   

Jens Spahn offenbarte sich seinen Eltern

Spahn bekam einen Tipp, dass ihn ein Gegner bei der Vorstellungsrunde fragen wolle, ob er homosexuell sei. Zwar hatte Spahn mit 18 Jahren seinen ersten Freund. Doch den Eltern erzählte er von seiner Homosexualität erst 2001- mit 21 Jahren.

 "Ich bin dann zu meinen Eltern rein und habe mich mit ihnen in die Küche gesetzt. Das war wohl das erste Mal, dass wir so richtig offen darüber gesprochen haben.“ Die reagierten unaufgeregt. "Sie waren völlig gelassen", erzählt Spahn (38). Seine Mutter Ulla berichtet in dem Buch: "Wir haben dreimal Luft geholt und akzeptiert, dass die Dinge sind, wie sie sind."

Das Outing bei der Versammlung kam dann doch nicht, Spahn wurde überraschend zum Kandidaten gekürt und schaffte schließlich 2002 auch den Sprung in den Bundestag. Er sollte seinen Wahlkreis danach noch vier Mal in Folge gewinnen. Für ihn sei es aber nie ein Thema gewesen, sich über sein Schwulsein als Politiker zu profilieren, wie er 2012 dem "Spiegel" in einem Interview erklärte.

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sos