Juso-Chefin Drohsel dankt ab Mit sozialistischen Abschiedsgrüßen


Nach knapp drei Jahren an der Spitze der Jusos hat Franziska Drohsel ihren Rücktritt als Vorsitzende der SPD- Nachwuchsorganisation angekündigt.

Juso-Chefin Franziska Drohsel gibt nach knapp drei Jahren ihr Amt an der Spitze der SPD-Nachwuchsorganisation auf. Drohsel kündigte am Mittwoch in Berlin an, auf dem Juso-Bundeskongress Ende Juni zurückzutreten. Die 29-Jährige betonte: "Diese Entscheidung ist ausschließlich persönlicher und nicht politischer Natur." In einem offenen Brief an ihre Parteifreunde erläuterte sie, sie wolle nun ihre Ausbildung zur Juristin fortsetzen und ihr zweites juristisches Staatsexamen machen. Sie habe den Juso-Bundesvorsitz nie als "Sprungbrett in die Berufspolitik gesehen", erklärte Drohsel.

Die Berlinerin war im November 2007 erstmals zur Juso-Chefin gewählt und vor einem Jahr im Amt bestätigt worden. Normalerweise läuft die Amtszeit der Juso-Vorsitzenden über zwei Jahre. Drohsel zählt zum linken Flügel der Sozialdemokraten. Auf dem SPD-Parteitag in Dresden im November gewann sie eine Mehrheit der Delegierten für die Forderung nach einer Wiedereinführung der Vermögensteuer.

Drohsel, die ihre Briefe stets "mit sozialistischen Grüßen" zeichnet, hatte immer wieder die Agenda-Politik der SPD kritisiert. Sie warb für eine Annäherung an die Linken. Mit einzelnen Linke- Politikern wie Vorstandsmitglied Katja Kipping arbeitete sie inhaltlich zusammen.

Die erste Frau nach drei Männern an der Spitze war vor ihrer Wahl 2007 bereits zwölf Jahren bei den Jusos aktiv. Sie gilt als zielstrebig und durchsetzungsfähig. Ihr wird viel politisches Potenzial bescheinigt. Die Juristin forschte für ihre Promotion zum Thema Koalitionsfreiheit.

Kurz nach ihrer Wahl 2007 war Drohsel wegen der Mitgliedschaft in der "Roten Hilfe" in die Schusslinie geraten. Diese unterstützt Aktivisten der linken Szene, die mit staatlichen Organen in Konflikt gekommen sind.

AFP/DPA DPA

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