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SPD-Politiker Karl Lauterbach bringt zahlreiche Drohungen und Beleidigungen zur Anzeige

Karl Lauterbach: Hausärzte können "Weg aus dritter Welle nicht beschleunigen"
Sehen Sie im Video: Karl Lauterbach meint, Hausärzte können "Weg aus dritter Welle nicht beschleunigen". (Videoquelle: n-tv.de)
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Seit Monaten erhält SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Drohungen und Beleidigungen von Querdenkern. Er geht nüchtern damit um – lässt das aber auch nicht einfach auf sich sitzen.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in den letzten Wochen und Monaten ein ähnliches Schicksal erlitten wie auch andere Wissenschaftler, die in der Corona-Krise zur Vorsicht mahnen: Aufgrund seiner Warnungen und Verweise auf medizinische Fakten wurde er für viele Querdenker zum Feindbild. Erst kürzlich wurde sein privater Kleinwagen mit Farbe beworfen.

Dabei bleibt es jedoch nicht: In den sozialen Netzwerken, per Mail und per Post erhält er regelmäßig Drohungen und Beleidigungen. Das meiste, so der Politiker und Epidemologe, ignoriere er. "Ich bringe nur das Nötigste zur Anzeige. Drohungen, Aufrufe zur Gewalt und Straftaten, menschenverachtende Beleidigungen der letzten Wochen. Trotzdem habe ich gerade wieder 59 Anzeigen unterschrieben", schrieb er zu einem Foto von einem Stapel Papiere, das er bei Twitter teilte. Der Tweet war wohl als Hinweis gedacht: Wer in seiner Wut Grenzen überschreitet, muss mit Konsequenzen rechnen.

SPD-Politiker geht nüchtern mit Anfeindungen um

"Der SPD-Politiker und Arzt zählt zu den exponiertesten Persönlichkeiten in der Debatte um die Maßnahmen gegen das Coronavirus", schreibt auch die DPA. Das liegt daran, dass Lauterbach das politische Geschehen immer wieder aus medizinischer Sicht beurteilt und sich im Zweifel auch lautstark kritisch äußert. So belastend die ständigen Attacken für ihn sein dürften – bitterer findet er etwas anderes. "Ich weiss, dass es auch Wissenschaftlern so geht, die gegen (die) Pandemie kämpfen", schreibt er auf Twitter. Also Menschen, die explizit helfen wollen und keine politische Agenda haben.
 

Trotz der gegen Lauterbach persönlich gerichteten Wut wird sich der SPD-Mann wohl auch in Zukunft nicht zurückhalten. Zumindest auf Twitter zeigen sich viele Kommentatoren erschrocken ob der Wut und teils sogar Morddrohungen, und bedanken sich teilweise sogar bei Lauterbach, weil er sich für die Wissenschaft einsetzt.

Quellen:  Twitter,  DPA

wt

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