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Klimaschutz: Klimaforscher: «Enorme Sorgen» wegen Kohlekommission

Es ist eine riesige Aufgabe: Deutschland will nach dem Atom- auch aus dem Kohlestrom aussteigen. Eine Kommission hat viele Details ausgehandelt, zentrale Fragen sind allerdings noch offen. Am Freitag steht die womöglich entscheidende Sitzung an.

Hans Joachim Schellnhuber

Hans Joachim Schellnhuber ist Klimaforscher und Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Foto: Monika Skolimowska/ZB

Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat davor gewarnt, in der Kohlekommission Lobby-Interessen über den Klimaschutz zu stellen.

«Es geht um Arbeitsplätze, Ostdeutschland, Gewinne, Dörfer, Fledermäuse, das ist alles wichtig - aber bedroht ist aus meiner Sicht unser aller gemeinsames Interesse, nämlich die Zukunft unserer Zivilisation», sagte der Direktor Emeritus des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) der Deutschen Presse-Agentur. «Ich mache mir enorme Sorgen, dass am Ende jeder und alles bedient wird, nur nicht die Vorsorge für die Zukunft getroffen wird.»

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission könnte sich an diesem Freitag auf ein Konzept für den Kohleausstieg einigen. In einem Entwurf des Abschlussberichts ist von Entlastungen für Stromkunden die Rede, von Entschädigungen für Kraftwerksbetreiber sowie konkreten Vorschlägen für den Strukturwandel etwa in der Lausitz. Es ist aber noch nichts beschlossen, Zusagen für den Klimaschutz fehlen bisher.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, sicherte den betroffenen Regionen umfangreiche Unterstützung zu. Die Bergbaugewerkschaft IG BCE warnte vor der Sitzung vor «Fundamentalpositionen». Hunderte oder sogar Tausende Schüler wollen am Freitag für einen schnellen Ausstieg aus der Kohle demonstrieren, statt in die Schule zu gehen.

Schellnhuber, Mitglied der 28 Mitglieder umfassenden Kommission, sagte der dpa, aus wissenschaftlicher Sicht müsse die Kohleverstromung spätestens 2030 beendet werden. Strecken könne man die Zeit, wenn man in anderen Sektoren enorme Fortschritte machen würde. «Bei der Mobilität, im Gebäudebereich, in der Landwirtschaft haben wir noch viel dickere Bretter zu bohren.» Er betonte, die Welt schaue beim Klimaschutz auf Deutschland, ein Scheitern des beschleunigten Kohleausstiegs sei «eigentlich eine Lizenz zum Nichtstun» für alle anderen Länder. «Insofern hängt an dieser kleinen Kommission, an diesem Land, fast alles, was den Klimaschutz angeht. Wir sind an einem historischen Scheideweg.»

Der Ostbeauftragte Hirte sagte der dpa: «Es gibt eine politische Richtungsentscheidung für ein Ende der Kohleverstromung. Das wird sich gravierend auf die Regionen und die Menschen, die dort in der Energiewirtschaft arbeiten, auswirken.» Den Betroffenen versicherte er, der Bund stehe zu langfristigen Finanzhilfen.

IG BCE-Chef Michael Vassiliadis sagte der dpa, der Entwurf des Abschlussberichts zeige, dass in der Kohlekommission langsam energiepolitischer Realismus Einzug halte. «Ohne belastbare Antworten auf offene Fragen nach der Sicherheit unserer Stromversorgung, nach bezahlbaren Energiepreisen, nach einem reißfesten Sicherheitsnetz für die Beschäftigten und nach einer Neuaufstellung der Reviere werden wir in der Klimapolitik nicht erfolgreich sein.» Er erwartete nun «von allen Beteiligten Antworten und Kompromissbereitschaft - und nicht das ermüdende Wiederholen altbekannter Fundamentalpositionen». Dies zielt vor allem auf Umweltverbände in der Kommission, die einen schnellen Kohle-Ausstieg fordern. Vassiliadis ist ebenfalls Mitglied der Kohlekommission.

Auf einen schnellen Ausstieg dringen auch die Schüler, die am Freitag um 12.00 Uhr vor dem Bundeswirtschaftsministerium demonstrieren wollen, während dort die Kohlekommission tagt. Der Aufruf dazu stammt von der Bewegung Fridays For Future (Freitage für die Zukunft). Auch die Grüne Jugend, die Nachwuchsorganisation der Grünen, unterstützt den Protest. Die Kommission müsse die Schritte für den Kohleausstieg bis 2025 einleiten und sofort die dreckigsten Kraftwerke vom Netz nehmen, forderte Sprecherin Ricarda Lang. «Sonst verspielt sie die Chance unserer Generation auf einen lebenswerten Planeten.»

dpa
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.