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Landeswahlausschuss tagt: Endergebnis der Wahl in Thüringen: FDP drin oder nicht?

Knapper geht nicht: Mit fünf Prozent ist die FDP nach der Landtagswahl ins Thüringer Parlament gekommen. Nun wird nachgezählt. Der Landeswahlleiter verkündet das endgültige Endergebnis, das nicht nur für die FDP viel entscheiden kann.

Die Thüringer Landtagswahl Ende Oktober ist für die FDP denkbar knapp ausgegangen. Sie übersprang die Fünf-Prozent-Hürde nach der ersten Zählung nur mit fünf Stimmen. Nun tagt heute in Erfurt der Landeswahlausschuss, der nochmals die Ergebnisse Wahlkreis für Wahlkreis durchgeht.

Danach soll das endgültige Ergebnis der Landtagswahl von Landeswahlleiter Günter Krombholz bekanntgegeben werden. Damit entscheidet sich auch, ob die Liberalen im Landtag vertreten sind und damit mögliche Minderheitsregierungen unterstützen können.

Ein so knappes FDP-Ergebnis gab es bisher nicht bei Landtagswahlen. Die knappesten Ergebnisse hatten die Liberalen bisher beim Einzug in die Landesparlamente 2001 in Hamburg mit 680 Stimmen und 2013 in Hessen mit 911 Stimmen mehr als nötig.

Krombholz kündigte an, dass bei der öffentlichen Sitzung des Landeswahlausschusses transparent gemacht wird, wo es Änderungen, Abweichungen oder Einwände zum vorläufigen Ergebnis der Landtagswahl gibt und welche Konsequenzen sie haben. Insgesamt waren am 27. Oktober bei der Landtagswahl rund 1,1 Millionen Stimmzettel abgegeben worden. Jetzt könnten einige wenige Stimmen den Ausschlag geben.

Die Linke als Wahlgewinner hat Gespräche mit der FDP angekündigt, weil dem von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) angestrebten rot-rot-grünen Bündnis vier Sitze im Landtag zur Mehrheit fehlen. Auch CDU-Chef Mike Mohring will mit der FDP reden - er will eine Minderheitsregierung als Viererbündnis versuchen, für das er auch SPD und Grüne gewinnen will.

Nach der Landtagswahl ist die Regierungsbildung schwierig. Alle Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, die zweitstärkste Kraft wurde. Die CDU, die seit 1990 immer stärkste Partei in Thüringen war, verlor ihren Status und landete auf dem dritten Platz. Die Wahlbeteiligung bei der Wahl am 27. Oktober hatte bei knapp 65 Prozent gelegen.

Hintergrund: Die FDP und die Fünf-Prozent-Hürde

dpa