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Sachsen und Brandenburg: Endergebnisse: AfD feiert Triumphe, doch CDU in Sachsen und SPD in Brandenburg bleiben vorn

Die CDU bleibt in Sachsen und die SPD in Brandenburg stärkste Kraft, benötigen aber wohl neue Koalitionen. Die AfD legt in beiden Ländern massiv zu. Die Entwicklungen des Wahlabends zum Nachlesen.

Landtagswahlen – Twitter-Nutzer reagieren auf Hochrechnungen

Brandenburg und Sachsen haben am Sonntag einen neuen Landtag gewählt. Schon die ersten Hochrechnungen nahmen vorweg, dass die SPD in Brandenburg und die CDU in Sachsen vorn bleibt - wenngleich beide Parteien starke Verluste hinnehmen und sich neue Koalitionen suchen müssen. Die AfD legt in beiden Ländern deutlich zu, verpasst aber jeweils ihr Ziel, stärkste Kraft zu werden. Die Grünen legen nun auch im Osten zu, die Linke verliert dagegen in ihrem historischen Kernland. Für die FDP ist es ein frustrierender Wahlabend. 

Video: Kretschmer: AfD hat bösartige Dinge abgekippt
DPA / AFP

Die Ereignisse des Wahlabends in Sachsen und Brandenburg zum Nachlesen

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Damit schließen wir unseren Liveblog zu diesem spannenden und außergewöhnlichen Wahlabend, danken für Ihr Interesse und wünschen eine gute Nacht!

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Damit stehen die Endergebnisse beider Wahlen dieses Abends fest. Die AfD hat zwar herausragende Erfolge gefeiert, kann aber nicht stärkste Kraft in einem der Länder werden. Somit liegt es erneut in der Hand der amtierenden Ministerpräsidenten Kretschmer (Sachsen) und Woidke (Brandenburg) trotz großer Verluste eine neue Regierung zu bilden. Wie schwierig das wird und welche Auswirkungen diese Wahlen auf die Bundespolitik haben werden, darüber werden wir Sie ab morgen weiter auf dem Laufenden halten.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Und noch etwas ausführlicher: Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen trotz deutlicher Verluste gewonnen. Die Partei von Ministerpräsident Michael Kretschmer kommt nach Auszählung aller Wahlkreise auf 32,1 Prozent der Zweitstimmen - vor der AfD mit 27,5 Prozent. Die Linken erreichen 10,4 Prozent, die Grünen gewinnen mit 8,6 Prozent hinzu. Die SPD stürzt auf ein historisches Tief von 7,7 Prozent, die FDP verpasst den Einzug in den Landtag mit 4,5 Prozent.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    So, nun ist auch das amtlich: Die CDU gewinnt die Landtagswahl in Sachsen deutlich vor der AfD.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Erinnern Sie sich noch an Frauke Petry? Richtig, sie war mal AfD-Chefin. Doch am Abend des größten Erfolgs ihrer Ex-Partei ist sie mit ihrer neuen Partei in ihrem Heimatland Sachsen beim Wähler durchgefallen. Petry erhielt bei der Landtagswahl als Direktkandidatin ihrer Blauen Partei lediglich 805 Stimmen im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 3. Dies entsprach zwei Prozent der abgegebenen Stimmen dort. Der Zweitstimmenanteil von Petrys Blauer Partei lag bei nur einem Prozent. Das Direktmandat in dem Wahlkreis gewann Petrys frühere Partei, die AfD, mit 13.900 Stimmen, was 35 Prozent entsprach. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte Petry in der Sächsischen Schweiz noch das Direktmandat gewonnen, unter ihrer Führung kam die AfD dort auf mehr als 35 Prozent. Kurz nach der Wahl trat Petry aus der AfD aus - sie zog damit die Konsequenz aus internen Machtkämpfen.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz hat bei der Landtagswahl in Brandenburg im Wahlkreis 27 das Direktmandat verpasst. Kalbitz landete mit 22,9 Prozent der Erststimmen hinter dem Kandidaten der SPD. Das Direktmandat holte der Sozialdemokrat Ludwig Scheetz mit 27,3 Prozent. In dem Wahlkreis Dahme-Spreewald II/Oder-Spree I hatte bei der Wahl 2014 der Ende 2015 gestorbene SPD-Fraktionschef Klaus Ness mit 27,5 Prozent das Direktmandat geholt.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Der frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat seinen eigenen Kommentar zu den Wahlergebnissen der CDU am Abend:

    Maaßen war in Dresden am Abend übrigens Gast einer eigenen Wahlparty der konsvervativen "Werte-Union".

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Während in Brandenburg das vorläufige amtliche Ergebnis feststeht, wird in Sachsen weiter ausgezählt. Inzwischen hat sich die Zahl der sogenannten "Rest-Sitze", die sich aufgrund der selbst verschuldeten Deckelung der AfD auf 30 Sitze ergibt, auf zwei reduziert.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    In Brandenburg sind nun alle Wahlkreise ausgezählt:
    Die SPD hat die Landtagswahl in Brandenburg trotz deutlicher Verluste gewonnen. Die Partei von Ministerpräsident Dietmar Woidke kommt nach Auszählung aller Wahlkreise auf 26,2 Prozent der Zweitstimmen, vor der AfD mit 23,5 Prozent. Die CDU erreicht 15,6 Prozent, die Grünen kommen auf 10,8 Prozent, die Linke erzielt 10,7 Prozent, die Freien Wähler liegen bei 5,0 Prozent.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Und nochmal Brandenburg
    SPD 26,2
    AfD 23,5
    CDU 15,6
    Grüne 10,8
    Linke 10,7
    Freie Wähler 5,0
    FDP 4,1

    Die sich daraus ergebende Sitzverteilung lässt zwei Koalitionen zu:
    Rot-Rot-Grün mit äußerst knappen 45 Stimmen
    SPD-CDU-Grüne mit stabilen 50 Stimmen

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Nochmal aktuelle Hochrechnungen:
    Sachsen
    CDU 32,2
    AfD 27,7
    Linke 10,3
    Grüne 8,5
    SPD 7,7
    FDP 4,5
    Freie Wähler 3,3

    Daraus ergibt sich eine Sitzverteilung, die wohl nur Schwarz-Rot-Grün eine stabile Mehrheit verschafft. (Vorausgesetzt, die AfD kann die 39 Sitze, die ihrem Ergebnis entsprechen, auch tatsächlich bekleiden.)

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Die Freien Wähler ziehen in Brandenburg wieder in den Landtag ein. Ihr Spitzenkandidat Péter Vida gewann bei der Landtagswahl das Direktmandat in seinem Wahlkreis Barnim II mit 23,8 Prozent der Erststimmen. Selbst wenn sie also die Fünfprozenthürde verpassen, ziehen sie über die Grundmandatsklausel in den Landtag ein. In den jüngsten Hochrechnungen lag die Wählervereinigung bei fünf bis 5,1 Prozent. Über Monate hinweg hatten die Freien Wähler in Umfragen bei weniger als fünf Prozent gelegen.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Sachsens AfD-Chef Jörg Urban hat im Kampf um das Direktmandat in Bautzen (Wahlkreis 56) gegen den langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Marco Schiemann verloren. Als einer der ersten Wahlkreise in Sachsen wurde "Bautzen 5" ausgezählt. Dabei entfielen bei den Direktstimmen 38 Prozent auf den CDU-Kandidaten. Der AfD-Kandidat kam auf 36,4 Prozent. Schiemann gehört bereits seit 1990 dem sächsischen Landtag an.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Der Wahlabend hat auch seinen TV-Skandal. Im Mittelpunkt steht die MDR-Moderatorin Wiebke Binder. Zunächst fiel sie auf, als sie den sächsischen CDU-Politiker Marco Wanderwitz fragte, ob eine "bürgerliche Koalition" in Sachsen möglich sei - auch mit der AfD. Dann fiel sie auf, als sie im Interview mit AfD-Spitzenkandidat Jörg Urban betonte, dass der MDR vor der Wahl auch "Positives, auf jeden Fall" berichtet habe. Das geschah allerdings bei dem Versuch, Urban zu widersprechen, dass eine mediale Kampagne gegen die AfD gefahren worden sei. Ein ARD-Kollege distanzierte sich sogar ausdrücklich.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis gewonnen. 36,2 Prozent der Erststimmen in Spree-Neiße I entfielen am Sonntag auf den SPD-Politiker. 2014 hatte er noch 49,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können. Mit nur wenigen Prozentpunkten Abstand folgte ihm der AfD-Kandidat Steffen Kubitzki mit 32,4 Prozent.
    Dagegen verlor die sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Klara Geywitz, die sich gemeinsam mit Bundesfinanzminister Scholz um den SPD-Vorsitz bewirbt, in ihrem Wahlkreis knapp gegen die Grünen-Kandidatin Marie Schäffer. Geywitz erhielt in dem Wahlkreis in Potsdam nur 26,7 Prozent der Stimmen, Schäffer 0,3 Prozent mehr.