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Mecklenburg-Vorpommern Doppelwahl in MV: SPD vor Sieg bei Abstimmung über Landtag

Manuela Schwesig
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gibt in einem Wahllokal in Schwerin ihre Stimme ab. Foto: Jens Büttner/dpa Pool/dpa
© dpa-infocom GmbH
Knapp ein Drittel der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern hat bis 14 Uhr bereits in einem Wahllokal abgestimmt. Viele hatten allerdings bereits per Brief ihre Stimme abgegeben.

Bei der Doppelwahl in Mecklenburg-Vorpommern haben am Sonntag bis 14 Uhr 32,5 Prozent der Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimme abgegeben. Das teilte Landeswahlleiterin Gudrun Beneicke mit.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Wahlbeteiligung bis 14 Uhr bei 37,3 Prozent gelegen, bei der Landtagswahl 2016 bei 32,8 Prozent. Die endgültige Wahlbeteiligung betrug bei diesen Wahlen 70,9 Prozent beziehungsweise 61,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung zur Landtagswahl wurde den Angaben zufolge um 14.00 Uhr nicht gesondert aufgeführt, weil die Abweichungen zur Bundestagswahl nur marginal sind.

Ein beträchtlicher Teil der Wähler hatte schon die Möglichkeit der Briefwahl genutzt. Es wird damit gerechnet, dass der Anteil der Briefwähler infolge der Corona-Pandemie deutlich höher sein wird als bei der Landtagswahl 2016. Damals hatten 20 Prozent der Wähler ihre Stimme vorzeitig abgegeben.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) stimmte zusammen mit ihrem Mann in einem Wahllokal in der Schweriner Innenstadt ab und äußerte sich dabei zufrieden. «Wir haben alles gegeben bis zum Schluss», sagte sie nach der Stimmabgabe. Jetzt liege es in der Hand der Bürger, wie es mit dem Land und Deutschland weitergehe. Ihr Herausforderer, der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack, hatte zuvor in einem Wahllokal in Loitz abgestimmt.

Wie in Berlin wird auch im Nordosten neben dem Bundestag noch ein neues Landesparlament gewählt. Während im Bund das Rennen um den Spitzenplatz offen ist, zeichnete sich den letzten Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern ein deutlicher Wahlsieg der SPD ab. Die Partei von Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin Schwesig kann im Vergleich zur gewonnenen Wahl vor fünf Jahren auf Stimmenzuwachs und damit auf eine Festigung ihres Führungsanspruchs hoffen.

Der CDU, seit 15 Jahren Juniorpartner in einer rot-schwarzen Regierung, drohen hingegen erneut Verluste. Während auch AfD und Linke sicher mit dem Wiedereinzug in den Landtag rechnen können, steht die Rückkehr von FDP und Grünen den Umfragen zufolge noch auf der Kippe. Das am vergangenen Donnerstag veröffentlichte ZDF-Politbarometer für die Landtagswahl sah die SPD im Nordosten bei 39 Prozent. Eine Woche zuvor war mit 38 Prozent ein ähnlich hoher Wert erreicht worden. In Umfragen anderer Institute lag die Partei zuletzt sogar bei 40 Prozent.

Falls Grüne und FDP den Wiedereinzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern verpassen sollten, könnte bei einem sehr guten Abschneiden der Regierungspartei sogar eine Alleinregierung möglich sein. Schwesig will sich jedoch noch nicht zu früh in Sicherheit wiegen: «Umfragen sind schön, aber entscheidend sind Wahlergebnisse», sagte die Regierungschefin.

Zur Abstimmung über Bundestag und Landtag aufgerufen sind in Mecklenburg-Vorpommern etwa 1,32 Millionen Wahlberechtigte. Sie können seit 8.00 Uhr in landesweit etwa 1650 Wahllokalen ihre Stimmen abgeben. Ein beträchtlicher Teil der Wähler hatte den kommunalen Wahlbehörden zufolge schon die Möglichkeit der Briefwahl genutzt.

Um die 71 Mandate im Landtag bewerben sich nach Angaben der Landeswahlleiterin 455 Kandidatinnen und Kandidaten von 24 Parteien sowie 9 Einzelbewerber. In den sechs Bundestagswahlkreisen Mecklenburg-Vorpommerns streben 129 Bewerber Mandate an.

dpa

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