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Die Morgenlage Trump nahm bei Paris-Besuch 2018 Kunstwerke aus Botschafter-Residenz mit

Morgenlage: Melania und Donald Trump bei ihrem Paris-Besuch im Jahr 2018
Melania und Donald Trump bei der Gedenkveranstaltung für gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs in Frankreich
© Mikhail Metzel / Picture Alliance
Auszahlung des Corona-Kinderbonus startet +++ Starker Taifun nähert sich Südkorea +++ Ermittlungen in Solingen gehen weiter +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

ein weiteres Mal holt Donald Trump seine Frankreichreise aus dem Jahr 2018 ein: Nicht nur soll der US-Präsident damals gefallene US-Soldaten verunglimpft haben, auch nahm er mehrere in der Residenz des US-Botschafters aufgehängte Kunstwerke kurzerhand nach Washington mit, weil sie ihm angeblich so gut gefielen, wie ein Sprecher bestätigte. Indes dürfen sich Eltern in Deutschland freuen: Von diesem Montag an wird der Corona-Kinderbonus ausgezahlt – allerdings nicht sofort in vollem Umfang.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag: 

Trump nahm bei Paris-Besuch Kunstwerke aus Botschafter-Residenz mit

Bei einem Besuch in Frankreich vor zwei Jahren soll US-Präsident Donald Trump gefallene US-Soldaten als "Verlierer" und "Trottel" bezeichnet haben – nun gibt es neue Enthüllungen über die Reise: Statt einen US-Militärfriedhof zu besuchen, habe sich Trump bei dem Besuch im November 2018 länger in der Residenz des US-Botschafters in Paris aufgehalten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Im Hôtel de Pontalba habe er mehrere Kunstwerke bewundert – und sie anschließend in der Air Force One nach Washington mitgenommen.    

Trumps Sprecher Judd Deere bestätigte die Mitnahme der Kunstwerke. Trump habe sie nach Washington mitgenommen, um sie an "prominenter" Stelle im Weißen Haus auszustellen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Laut dem Bloomberg-Bericht hatte Trump mit seiner spontanen Entscheidung damals allerdings durchaus für Stirnrunzeln gesorgt. Juristen des US-Außenministeriums überprüften demnach eilig, ob er die Kunstwerke überhaupt mitnehmen durfte. Sie gaben demnach aber grünes Licht, weil sie ohnehin im Besitz der US-Regierung sind. Laut Bloomberg handelte es sich unter anderem um ein Porträt und eine Büste von US-Gründungsvater Benjamin Franklin. 

Auszahlung des Corona-Kinderbonus startet 

Von heute an erhalten die Eltern von rund 18 Millionen Kindern in Deutschland 300 Euro extra pro Kind von den Familienkassen. Im September sollen zunächst 200, im Oktober dann noch einmal 100 Euro Corona-Kinderbonus ausgezahlt werden. Das Geld muss nicht beantragt werden; ausgezahlt wird es automatisch. Voraussetzung: Ein Kind muss mindestens einen Monat im Jahr 2020 Kindergeld bezogen haben.

Der Kinderbonus wird aber nicht zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt, sondern als eigene Zahlung. Wann das Geld konkret ausgezahlt wird, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Ist das eine Null, gehört man zu den ersten, der Rest folgt nach und nach.

Deutsche Autoindustrie büßt Rolle als "Wachstumslokomotive" ein

Die Automobilindustrie hat laut einer Studie durch die Coronakrise nach vielen Jahren ihre Rolle als Motor des deutschen Wirtschaftswachstums eingebüßt. Die Krise habe die Autoindustrie im Vergleich zu anderen Branchen besonders hart getroffen, heißt es in der Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), über die das "Handelsblatt" berichtet. 

814 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 814 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen sind allerdings erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Sonntag bei 1,10 (Vortag: 1,0). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Starker Taifun nähert sich Südkorea 

Der Taifun "Haishen" hat dem Süden Japans starke Regenfälle gebracht und ist Richtung Südkorea weitergezogen. Dutzende Menschen wurden in Japan lokalen Medienberichten zufolge verletzt, in Hunderttausenden Haushalten fiel zeitweise der Strom aus. Hunderte Flüge wurden aus Sorge vor Sturmböen und Regenfällen vorsorglich gestrichen. Unterdessen nahm der zehnte Wirbelsturm der Saison und der zweite innerhalb einer Woche, der den Süden Japans heimsuchte, Kurs auf Busan im benachbarten Südkorea.

Was heute wichtig wird:

Ermittlungen in Solingen gehen weiter 

Nach dem gewaltsamen Tod von fünf kleinen Kindern in Solingen gehen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Im Mittelpunkt steht dabei die mordverdächtige Mutter, die die Kinder erst betäubt und dann erstickt haben soll. Genaueres dazu soll eine toxikologische Untersuchung ergeben. Die Beerdigung der fünf Kinder ist erst möglich, wenn die Leichen freigegeben worden sind.

Rapper Bushido im Zeugenstand

Der Prozess gegen einen Clanchef und drei seiner Brüder um mutmaßliche Straftaten zum Nachteil des Rappers Bushido geht am Landgericht Berlin weiter. Die seit drei Verhandlungstagen laufende Zeugenbefragung des Musikers soll fortgesetzt werden. Der 41-Jährige - mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi - und der 44-jährige Arafat A.-Ch., Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, galten über Jahre hinweg als Partner im Musikgeschäft. Laut Anklage sei es zu Straftaten gekommen, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen aufgelöst habe. Die Verhandlung läuft unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen.

Julian Assange: Anhörung zum US-Auslieferungsantrag

Die Anhörung zum US-Antrag auf Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange wird in London nach monatelanger Pause wegen der Corona-Pandemie fortgesetzt. Die US-Justiz wirft dem 49-Jährigen vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Bei einer Verurteilung in allen Anklagepunkten drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten auch zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch amerikanische Soldaten geführt.

Mordfall Lübcke: Anwälte von Stephan Ernst sagen aus

Um die unterschiedlichen Geständnisse des Hauptangeklagten geht es im Prozess um den Mordfall Lübcke. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt sollen ein früherer Anwalt von Stephan Ernst und ein aktueller Pflichtverteidiger aussagen. Außerdem will das Gericht erneut Ernst selbst befragen. Hintergrund ist die Rolle des Mitangeklagten Markus H. in den verschiedenen Geständnissen, bei denen Ernst von jeweils unterschiedlichen Anwälten beraten worden war. 

Zweiter Prozess zu "Gruppe Freital"

Knapp zweieinhalb Jahre nach den ersten Urteilen gegen Mitglieder der rechtsextremen "Gruppe Freital" verhandelt der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden erneut. Im zweiten Prozess um rechten Terror müssen sich vier weitere mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer vor dem Staatsschutzsenat verantworten. Die drei 27, 31 und 53 Jahre alten Männer und eine 31-Jährige aus Dresden, Freital und Dippoldiswalde sollen sich an einigen Taten der Gruppierung beteiligt haben: Beihilfe zum versuchten Mord, Sprengstoffexplosion, Sachbeschädigung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

"Zukunftskommission" für die Landwirtschaft startet

Eine neue Kommission der Bundesregierung startet in Beratungen über die künftige Ausrichtung der Landwirtschaft in Deutschland. An dem Auftakttreffen in Berlin nimmt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teil, die das beratende Gremium Ende vergangenen Jahres angesichts bundesweiter Bauernproteste vorgeschlagen hatte. Der "Zukunftskommission" gehören Vertreter von Landwirtschaft, Handel und Ernährungsbranche, Verbraucher-, Umwelt- und Tierschützer sowie Wissenschaftler an. Einen Zwischenbericht soll sie noch im Herbst vorlegen, den Abschlussbericht im Frühsommer 2021.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag,

Ihre stern-Redaktion!

mod DPA AFP

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