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Nationale Wasserstrategie Umweltministerin Schulze warnt vor Wassermangel

Trockenheit
Ein einziger Baum steht inmitten eines frisch angelegten, riesigen Kartoffelackers am Rande der Wetterau in Hessen. Foto: Boris Roessler/dpa
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Es sei nicht selbstverständlich, dass es in Deutschland künftig überall Wasser im Überfluss gebe. Umweltministerin Svenja Schulze will heute den Entwurf einer nationalen Wasserstrategie vorstellen.

Nach den zuletzt vielerorts trockenen Sommern hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) vor Wassermangel in Deutschland gewarnt. «Für die Zukunft ist es nicht selbstverständlich, dass es überall Wasser im Überfluss gibt», sagte sie der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft.

Nötig sei ein stärkerer Ausgleich zwischen wasserarmen und wasserreichen Regionen. «Beim Wasser gibt es kein Mengen-, sondern ein Verteilungsproblem.»

Weil Wasser künftig ein wichtiger Wirtschaftsfaktor werde, dürfe ein Mangel kein Wettbewerbsnachteil werden, sagte Schulze. «Wichtig ist mir ein fairer Rahmen für die Wasserverteilung. Es darf keinen Kampf ums Wasser geben», sagte Schulze. An diesem Dienstag will sie den Entwurf einer nationalen Wasserstrategie vorstellen. Bereits im letzten Jahr hatte sie die Strategie mit neuen Maßnahmen und einer Hierarchie für die Nutzung von Wasser angekündigt. Die höchste Priorität habe die Versorgung der Menschen mit Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen. Danach werde es spannend, hatte sie gesagt.

In der nationalen Wasserstrategie plädiert Schulze den Zeitungen zufolge für einen massiven Ausbau der Wasserinfrastruktur. Kommunen und Wasserversorger sollten stärker überregional kooperieren und sich in Regionalverbänden zusammenschließen. «Geraten einzelne Regionen in Schwierigkeiten, können neue oder größere Fernwasserleitungen eine Lösung sein», sagte sie. Auch neue Wasserspeicher wie etwa Talsperren seien denkbar, sofern diese «ökologisch verträglich» seien.

Die Kosten bezifferte Schulze unter Berufung auf Angaben der Wasserwirtschaft auf mehr als drei Milliarden Euro im Jahr. Perspektivisch seien hier auch die Länder und der Bund in der Pflicht. «Einen Großteil davon werden auch künftig Wasserversorger und Kommunen tragen.» Außerdem will Schulze Anreize schaffen, damit die Nutzung großer Wassermengen außerhalb von Verbrauchsspitzen stattfindet. «Pools sollten am besten in den Nachtstunden befüllt werden, nicht tagsüber», forderte sie.

dpa

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