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Die Morgenlage: Schlüsselfigur in Lewinsky-Affäre: Linda Tripp ist tot

Schlüsselfigur in Lewinsky-Affäre: Linda Tripp ist tot +++ Zweiter Tag in Folge mit fast 2000 Corona-Toten in den USA +++ Corona-Krisenkabinett tagt in Berlin +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

Ehemalige Mitarbeiterin des Weißen Hauses: Auslöserin der Lewinsky-Affäre: Linda Tripp ist tot

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

mit dem heutigen Gründonnerstag steuert die österliche Karwoche auf ihren Höhepunkt zu. Dabei ist in diesem Jahr Ostern – wie so vieles anderes – ganz anders als sonst. Wegen der Coronakrise gelten auch in Deutschland Ausgangsbeschränkungen, Familienbesuche sollen vermieden werden. Gesundheitsminister Jens Spahn appelliert in einem "Handelsblatt"-Interview an die Bürger, sich auch an den Feiertagen unbedingt an die Auflagen zu halten: Nur dann sei gesichert, dass der derzeit positive Trend bei den Infektionszahlen anhalte – und nur dann könne man "über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden", so Spahn.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Zweiter Tag in Folge mit fast 2000 Corona-Toten in den USA

In den USA sind den zweiten Tag in Folge fast 2000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Insgesamt belief sich die Zahl der Toten in dem Land auf 14.817, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. 24 Stunden zuvor hatte die Universität die Zahl der Toten noch mit 12.907 ausgewiesen.

Den Angaben nach wurden bereits rund 430.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Weltweit sind nach Daten der Universität mittlerweile rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Rund 88.500 Menschen starben demnach, weitere rund 330 000 erholten sich von einer Infektion mit dem Virus.

Schlüsselfigur in Lewinsky-Affäre: Linda Tripp ist tot

Durch sie wurde die Sex-Affäre des früheren US-Präsidenten Bill Clinton mit der damaligen Praktikantin Monica Lewinsky publik: Nun ist die US-Amerikanerin Linda Tripp tot. Ihr früherer Anwalt Joseph Murtha bestätigte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage, dass Tripp am Mittwoch gestorben sei. Zur Todesursache machte er keine Angaben. US-Medienberichten zufolge wurde Tripp 70 Jahre alt. Tripp war einst mit Lewinsky befreundet gewesen. Die damalige Angestellte beim Pentagon hatte dann allerdings aufgenommen, wie Lewinsky über ihre Affäre mit Clinton erzählte, und diese heimlich gemachten Tonbandaufzeichnungen im Januar 1998 dem Sonderermittler Kenneth Starr übergeben. Damit war das Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton, das mit einem Freispruch endete, ins Rollen gekommen. 

#MeToo-Bewegung: Monica Lewinsky – das macht die US-Amerikanerin heute

Wenige Stunden vor dem Bekanntwerden des Todes ihrer früheren Freundin schrieb Lewinsky am Mittwoch auf Twitter, sie habe erfahren, dass Tripp "sehr ernsthaft krank" sei. Was auch immer in der Vergangenheit geschehen sei, sie hoffe, dass sich Tripp erhole.

Waffenruhe im Jemen

Im Jemen gilt nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses ab heute für zwei Wochen eine landesweite Waffenruhe. Ziel sei es, eine drohende Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, teilte die saudische Militärkoalition der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge am Mittwochabend mit. Der Schritt folge auf einen entsprechenden Aufruf von UN-Generalsekretär António Guterres, die Kämpfe wegen der Gefahr des Virus einzustellen.

Das wird heute wichtig:

Corona-Krisenkabinett tagt in Berlin

Das Corona-Krisenkabinett der Bundesregierung tritt heute zu einer weiteren Sitzung zusammen. Ein Thema könnte erneut die Beschaffung von Schutzmaterial sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am vergangenen Montag gesagt, man sei hier vorangekommen, "aber noch nicht so, wie wir es uns wünschen". Immerhin sollen in dieser Woche 40 Millionen Schutzmasken nach Deutschland kommen – so viel wie in den beiden vorangegangenen Wochen zusammen.

Am Nachmittag wollen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, über die aktuelle Corona-Situation in Deutschland informieren. Am Mittwoch hatte die Zahl der Todesopfer die Marke von 2000 erreicht.

Eurogruppe nimmt neuen Anlauf für Krisen-Rettungspaket

Im Streit über milliardenschwere Hilfen gegen die Corona-Wirtschaftskrise unternehmen die EU-Finanzminister einen neuen Einigungsversuch. Die Vertreter der 19 Staaten der Eurozone und der übrigen EU-Staaten hatten bereits in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch 16 Stunden lang durchverhandelt, ohne eine Lösung zu finden. Es geht um ein Rettungspaket im Wert von rund 500 Milliarden Euro, die Arbeitnehmern, Unternehmen und verschuldeten Staaten zugute kommen sollen. Daneben sollen erste Festlegungen für ein Wiederaufbauprogramm nach der Pandemie getroffen werden. Der Streit über die gemeinsame Schuldenaufnahme über sogenannte Corona-Bonds wird damit aber wahrscheinlich noch nicht gelöst.

Erste Erntehelfer werden eingeflogen

Inmitten der Corona-Krise werden heute erste Erntehelfer nach Deutschland eingeflogen. Es kommen Arbeiter mit Sonderflügen – bislang sind zwei Landungen am Flughafen Düsseldorf sowie eine am Flughafen Berlin-Schönefeld bestätigt. An den darauffolgenden Tagen werden auch Flüge in Karlsruhe erwartet. Wie viele Menschen in den Fliegern sitzen werden, wurde zunächst nicht bekannt. Die Helfer werden unter anderem dringend für die Spargelernte gebraucht. Rumänien erlaubt Saisonarbeitern trotz der Corona-Krise die Ausreise mit dem Flugzeug. Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am vergangenen Donnerstag geeinigt, 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen.

Prozessbeginn gegen russischen Historiker nach grausamem Mord an seiner Geliebten

In St. Petersburg beginnt der Prozess gegen den renommierten Geschichtsprofessor und Napoleon-Experten Oleg Sokolow wegen des grausamen Mords an seiner 39 Jahre jüngeren Geliebten. Die Polizei hatte den 63-Jährigen im November aus der Moika in Sankt Petersburg geholt, als er versuchte, Leichenteile seines Opfers im Fluss zu versenken. Er gestand, seine frühere Studentin getötet und zerstückelt zu haben.

Der Fall löste in Russland eine Debatte über die Gewalt gegen Frauen aus. Sokolow ist der Autor mehrerer Werke über Napoleon Bonaparte, lehrte an der renommierten französischen Sorbonne und ist Mitglied der französischen Ehrenlegion.

Osterfeierlichkeiten in der Karwoche

Der heutige Gründonnerstag ist der erste Höhepunkt der Karwoche, die vier Tage zuvor mit dem Palmsonntag begonnen hat. An diesem Tag gedenken gläubige Christen des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Wegen der in Italien besonders schlimm grassierenden Corona-Pandemie hat der Vatikan das diesjährige Programm zur Osterwoche zusammengestrichen. Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag! Bleiben Sie gesund! 

Ihre stern.de-Redaktion

rw / mik / DPA / AFP