HOME
+++ Ticker +++

Anschlag in Hanau: Todesschütze war zuletzt arbeitslos - und laut BKA schwer psychisch krank

Hessen ernennt Opferbeauftragten +++ Attentäter soll zwei Menschen von Auto aus erschossen haben +++ Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im Ticker.

In zahlreichen Städten in Deutschland haben Menschen bei Gedenkveranstaltungen der Opfer des mutmaßlich rassistischen Anschlags von Hanau gedacht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte die Tatorte in Hanau. Nach dem Anschlag haben zahlreiche Politiker der AfD eine Mitschuld gegeben. Gefordert wird zudem ein härteres Vorgehen gegen rechte Gewalt. Die Ermittlungen nach der Bluttat mit elf Toten konzentrieren sich derweil unter anderem auf die Frage, ob der mutmaßliche Täter Mitwisser oder Unterstützer hatte.

Alle aktuellen Entwicklungen im stern-Ticker:

+++ 16.43 Uhr: Hessen ernennt Opferbeauftragten nach Gewalttat von Hanau +++

Nach der rassistischen Gewalttat von Hanau hat die hessische Landesregierung einen zentralen und persönlichen Ansprechpartner für die Opfer und deren Angehörige bestimmt. Generalstaatsanwalt Helmut Fünfsinn werde sich vor allem um die persönlichen Anliegen der Betroffenen kümmern und den Kontakt mit den zuständigen Behörden koordinieren, kündigten Ministerpräsident Volker Bouffier und Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (beide CDU) an.  Nach der Bluttat sei es für die Opfer und deren Angehörige besonders wichtig, schnell und unbürokratisch Hilfe zu bekommen, betonten die beiden Politiker. Fünfsinn stehe auch in engem Austausch mit den Opferbeauftragten der Stadt Hanau sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für die Anliegen von Opfern und Hinterbliebenen von terroristischen Straftaten im Inland.

+++ 16.24 Uhr: Attentäter von Hanau soll zwei Menschen in Auto erschossen haben +++

Der mutmaßliche Attentäter Tobias R. soll während seiner Fahrt durch Hanau zwei der Todesopfer in ihren Autos erschossen haben. Das sagten Behördenvertreter in einer Telefonkonferenz Mitgliedern des Innenausschusses des Bundestages, wie Teilnehmer berichteten. Nicht beantwortet worden sei hingegen die Frage, wann am Mittwochabend der erste Notruf bei der Polizei eingegangen sei. Wie die Abgeordneten laut Teilnehmern der Besprechung erfuhren, hatte der Attentäter bis 2018 in München zur Untermiete gewohnt. Den Abgeordneten wurde den Angaben zufolge weiter mitgeteilt, Tobias R. sei zuletzt arbeitslos gewesen, habe wenig soziale Kontakte gehabt und bei seinen Eltern gewohnt. Dort sollen zwei Schusswaffen gefunden worden sein, eine Sig Sauer und eine Walther-Kleinkaliberwaffe. Sein Vater habe bislang nicht vernommen werden können. Wann genau die Mutter erschossen wurde, sei noch nicht geklärt.

+++ 15.10 Uhr: Hamburger Klimademo beginnt mit Schweigeminute für Opfer von Hanau +++

Zu Beginn der Klimademonstration von Fridays for Future in Hamburg haben Tausende Schüler und Studenten eine Schweigeminute eingelegt. Sie gedachten damit der Opfer der mutmaßlich rassistisch motivierten Gewalttat im hessischen Hanau. "Wir sind traurig, wir sind wütend", sagte Yavuz Feroglu vom kurdischen Dachverband Nav-Dem. Die Polizei sprach von etwa 10.000 Teilnehmern beim Auftakt mit weiterem Zulauf. Zwei Tage vor der Hamburger Bürgerschaftswahl waren auch zahlreiche Politiker zu der Demo gekommen, darunter die Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Baerbock sowie die grüne Hamburger Spitzenkandidatin Katharina Fegebank.

+++ 14.37 Uhr: Lindner will "Runden Tisch" gegen Rechtsterrorismus +++

Nach dem Anschlag von Hanau hat FDP-Chef Christian Lindner einen "Runden Tisch" zum Rechtsterrorismus gefordert. "Wir sollten sofort alle Maßnahmen gegen den Rechtsterrorismus überprüfen, und zwar in Form eines Runden Tisches aller Parteien des demokratischen Zentrums", sagte Lindner n-tv.de. Die FDP sei sofort bereit, sich mit Union, SPD, Grünen und Linken auf ein Aktionspaket zu verständigen und dieses auch im Bundestag mitzutragen - die AfD nannte er dabei nicht. Lindner schlug eine Reform der Sicherheitsbehörden vor, die föderal - also auf Länderebene - organisiert sind. Auch eine bessere personelle und technische Ausstattung und gezielte Gesetzesänderungen nannte er, warnte aber zugleich vor "pauschalen Gesetzesverschärfungen". Sicherheit und Freiheit dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Interview mit Ali Can zum Anschlag in Hanau

+++ 13.23 Uhr: Weitere Kundgebungen und Mahnwachen nach Anschlag +++

Nach dem Terroranschlag in Hanau soll es in der hessischen Stadt weitere Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen geben. Zu den Anmeldern gehören Initiativen, der Deutsche Gewerkschaftsbund oder Privatpersonen, teilte die Stadt Hanau mit. Am Freitagnachmittag sollte es zunächst eine Kundgebung am Marktplatz geben, außerdem war ein Demonstrationszug zu den Tatorten des Anschlags vom Mittwoch geplant. Für den Samstag hat die Stadt nach Angaben einer Sprecherin bislang zwei Anmeldungen für eine Demonstration sowie für eine Kundgebung vorliegen. Auch am Sonntag wollten Menschen auf die Straße gehen.

+++ 13.16 Uhr: Hanaus Oberbürgermeister gegen Verwendung des Begriffs "Fremdenfeindlichkeit" +++

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag in seiner Stadt den Begriff "Fremdenfeindlichkeit" für das Motiv des mutmaßlichen Täters abgelehnt. "Diejenigen, die hier in Hanau ermordet wurden, waren keine Fremden. Sie waren Mitbürger", sagte Kaminsky vor Journalisten zur Begründung. Viele Menschen in der Stadt hätten einen Migrationshintergrund. "Und das sind alles keine Fremden", fügte Kaminsky hinzu. Für ihn seien neben einem "psychopathischen Anteil" Rassismus und Hass relevant für die Erklärung des Motivs. 

+++ 13.13 Uhr: Generalbundesanwalt: Täter von Hanau weihte wohl niemanden in seine Pläne ein +++

Der mutmaßliche Täter von Hanau hat nach derzeitigem Erkenntnisstand vor seinem Anschlag am Mittwochabend mit niemandem über seine Pläne gesprochen. Bislang gebe es keine Erkenntnisse, dass der 43-Jährige vorher "mit anderen Personen geredet oder um Unterstützung gebeten hat", sagte Generalbundesanwalt Peter Frank am Freitag in Berlin. Es sei aber noch Gegenstand der Ermittlungen herauszufinden, ob der mutmaßliche Täter sich "in der realen Welt" oder virtuell über das Internet über seine Pläne ausgetauscht oder Unterstützung bekommen habe, fügte Frank hinzu.

Geprüft würden zurzeit außerdem das Umfeld des Mannes, seine Kontakte im Inland und möglicherweise ins Ausland, sagte der Generalbundesanwalt. Eine weitere Frage sei die nach seinen Internetrecherchen, sagte Frank mit Blick auf mögliche Parallelen zu vergleichbaren Taten. Bislang seien rund 40 Zeugen des Tatgeschehens vernommen worden.

+++ 12.54 Uhr: Hamburger Polizei verstärkt wegen rechter Terrorgefahr Präsenz bei Klimademo +++

Wegen der Gefahr rechtsextremer Terroranschläge erhöht die Polizei ihre Schutzmaßnahmen für die am Freitagmittag in Hamburg geplante Klimademonstration von Fridays for Future mit Aktivistin Greta Thunberg. Das teilte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) am Vormittag unter Verweis auf den Anschlag von Hanau mit.

+++ 11.33 Uhr: BKA-Chef: Todesschütze von Hanau war wohl schwer psychisch krank +++

Die Ermittler gehen davon aus, dass der mutmaßliche Todesschütze von Hanau psychisch krank war. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sprach am Freitag in Berlin auf Grundlage erster Einschätzungen von einer offensichtlich "schweren psychotischen Krankheit".

+++ 11.20 Uhr: Generalbundesanwalt bestätigt die Existenz einer Strafanzeige seitens des mutmaßlichen Täters +++ 

Generalbundesanwalt Peter Frank hat bestätigt, dass die Bundesanwaltschaft schon im vergangenen November Kontakt mit dem mutmaßlichen Attentäter von Hanau hatte. Damals sei bei seiner Behörde eine Anzeige des Mannes eingegangen. Er habe darin Strafanzeige gegen eine unbekannte geheimdienstliche Organisation gestellt und darin zum Ausdruck gebracht, dass es eine übergreifende große Organisation gebe, die vieles beherrsche, "sich in die Gehirne der Menschen einklinkt und dort bestimmte Dinge dann abgreift, um dann das Weltgeschehen zu steuern". In der Anzeige waren nach Franks Angaben keine rechtsextremistischen oder rassistischen Ausführungen enthalten. Man habe aufgrund dieses Schreibens kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. 

Auch der Vater des mutmaßlichen Täters sei in der Vergangenheit im Kontakt mit Behörden aufgefallen, durch verschiedene Schreiben, wie Beschwerden. Der Mann sei bei der "Wohnungsöffnung" des mutmaßlichen Täters in der Nacht zum Donnerstag angetroffen worden. Er sei aber kein Beschuldigter des Ermittlungsverfahrens, sondern im Zeugenstatus.

+++ 11.13 Uhr: Ermittler durchleuchten Handy- und Computerdaten des mutmaßlichen Täters +++

Die Ermittler durchleuchten im Zuge der Aufklärung des Anschlages von Hanau nun Handy- und Computerdaten des mutmaßlichen Täters. Abgeklärt werde, mit wem im Inland und Ausland er Kontakt gehabt und wo er sich aufgehalten habe, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. Mittlerweile seien 40 Zeugen angehört worden, um den genauen Tathergang abzuklären. Zudem würden die GPS-Daten des Autos des mutmaßlichen Täters ausgewertet. In der Wohnung des 43-Jährigen seien schriftliche Unterlagen und auch technische Gerätschaften sichergestellt worden, die in den kommenden Tagen und Wochen ausgewertet würden. Auch Finanzermittlungen seien angestoßen worden. "Das wird dauern", sagte Frank. Auch wenn Schnelligkeit gewünscht werde. "Hier gilt die Devise Gründlichkeit vor Schnelligkeit."

+++ 11 Uhr: Seehofer: "Der rassistische Hintergrund dieser Tat ist absolut unbestritten" +++ 

"Der rassistische Hintergrund dieser Tat ist absolut unbestritten und kann durch nichts relativiert werden", stellt Seehofer auf der Pressekonferenz in Berlin klar. Weder durch die Theorie eines Einzeltäters noch durch den Vergleich mit Linksextremisten. 

+++ 10.34 Uhr: Seehofer will mehr Polizisten an Bahnhöfen, Flughäfen und Moscheen +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer verspricht, die Präsenz von Polizei an Bahnhöfen, Flughäfen, Moscheen und im grenznahen Raum zu erhöhen. "Wir werden die Polizeipräsenz in ganz Deutschland erhöhen, Moscheen werden gezielt überwacht", so Seehofer. Seehofer verwies insbesondere auf die Gefahr von Nachahmungstaten. "Die Tat in Hanau ist eindeutig ein rassistisch motivierter Terroranschlag", sagte er am Freitag in Berlin. Es sei der "dritte rechtsterroristische Anschlag in wenigen Monaten". Er werde sich heute noch mit Vertretern der muslimischen Gemeinde in Deutschland treffen, um das dort entstandene Gefühl der Verunsicherung zu lindern, sagte er bei einer Pressekonferenz. "Rechtsextreme, antisemitische Thesen sind Gift“, fügte er hinzu. 

Die Wohnung des Täters werde unterdessen weiter durchsucht, sagte der Generalbundesanwalt Peter Frank. Unter anderem sei eine Waffe neben der Leiche des mutmaßlichen Schützen sichergestellt worden. 

+++ 9.43 Uhr: AfD Hamburg sagt ihre Wahlkampfabschluss-Veranstaltung ab +++

Die AfD Hamburg hat ihre für Freitag geplante Wahlkampfabschluss-Veranstaltung abgesagt. Aufgrund der politisch-medialen Stimmungsmache und der zu erwartenden massiven Gegenproteste könne die Sicherheit der Bürger im Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg nicht garantiert werden, teilte die Partei mit. Außerdem wolle sich die AfD Hamburg nicht vorwerfen lassen, dass man pietätlos gehandelt habe. Auch die anderen Hamburger Parteien hatten am Donnerstag und Freitag mehrere geplante Veranstaltungen wegen der mutmaßlich rechtsextremen und rassistischen Gewalttat von Hanau abgesagt. In Hamburg wird am Sonntag eine neue Bürgerschaft gewählt.

+++ 7.37 Uhr: Justizministerin: "Unorganisierte Einzeltäter sind tickende Zeitbomben" +++

Nach den Mordtaten von Hanau warnt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) vor der versteckten Radikalisierung von Tätern im Netz. "Sie sind tickende Zeitbomben, denen wir mit allen Mitteln begegnen müssen, die uns der Rechtsstaat bietet", sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Morde in Hanau hätten gezeigt, welche große Gefahr von unorganisierten Einzeltätern ausgehe, die sich im Netz radikalisierten. 

+++ 6.53 Uhr: Özdemir: AfD ist der "politische Arm des Hasses" +++

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat nach dem Anschlag von Hanau eine konsequente Ausgrenzung der AfD durch die übrigen Parteien verlangt. Die AfD sei der "politische Arm des Hasses", sagte Özdemir im Deutschlandfunk. Die Partei wolle das Land von innen zersetzen. Die AfD versuche, mit ihren Äußerungen die Regeln des politischen Diskurses und die Grenzen des Sagbaren immer weiter zu verschieben. 

+++ 5.04 Uhr: Opferangehörige bekommen umfassende Unterstützung +++

Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) hat den Angehörigen der Opfer des Anschlags von Hanau eine umfassende Unterstützung zugesagt. "Familie und Freunde der Angehörigen bedürfen jetzt unser aller Solidarität, sie sind ein Teil von uns, und wir werden sie unterstützen, wo wir nur können", sagte Heil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

+++ 4.07 Uhr: Karnevalsumzüge nach Anschlag in Hanau: Sicherheit im Blick +++

In vielen Städten wird sich nichts an den geplanten Karnevalsumzügen ändern. In Frankfurt am Main finden wie geplant zwei Umzüge statt, wie ein Sprecher des Großen Rats der Karnevalvereine der Deutschen Presse-Agentur sagte. Dort - wie auch andernorts - planten die Karnevalisten aber, mit der Polizei Rücksprache zur Sicherheitslage zu halten. In Köln und Düsseldorf wollen Wagenbauer inhaltlich auf den Anschlag Bezug nehmen. "Wir sind nicht nur für Friede, Freude, Eierkuchen zuständig, wir haben ja einen politischen Karneval", sagte der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly.

Der Hanauer Carnevalszug Verein (HCV) teilte indes am Donnerstag mit, den für Samstag geplanten Faschingsumzug in der Stadt abzusagen. 

Walter Wüllenweber

Alle Entwicklungen vom Donnerstag, dem 20. Februar: 

+++ 23.30 Uhr: Politiker von SPD, Grünen und FDP kritisieren AfD +++

Weitere Politiker von SPD, Grünen und FDP haben die AfD scharf kritisiert. "Der Rechtsextremismus und seine parlamentarischen Unterstützungsnetzwerke dürfen nicht mehr verharmlost, sondern müssen bekämpft werden", forderte der SPD-Politiker Ralf Stegner im "Handelsblatt". Es sei eine "nicht hinnehmbare Schande", wenn 75 Jahre nach dem Ende der faschistischen Diktatur Menschen wieder Angst vor Nazis haben müssten. "Wenn wir den braunen Sumpf nicht zügig trockenlegen, sind unsere Republik und die freiheitliche Demokratie in Gefahr." Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz verwies im "Handelsblatt" darauf, dass die Taten von Christchurch, Halle und nun auch Hanau alle auf der rassistischen Theorie einer "großen Umvolkung" aufbauten - Begrifflichkeiten, die auch von der AfD verwendet würden. Rassistische Hetze, antisemitische Vorurteile und "das offene Infragestellen des demokratischen Systems, wie es seit langem auch von Teilen der AfD propagiert wird, bereitet den ideologischen Nährboden für derartige, rechtsterroristische Taten", sagte von Notz. Aus Sicht des FDP-Innenpolitikers Konstantin Kuhle zeigten die ersten Reaktionen aus der AfD auf die Tat in Hanau "die ganze wirre rechtsextreme Fratze der Partei". So habe der ehemalige Berliner Landesvorsitzende Georg Pazderski auf Twitter die Tat in einen Zusammenhang mit der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestellt. "Wer so redet, ist nicht ganz bei Trost und selbst eine Gefahr für unsere Demokratie", sagte Kuhle dem "Handelsblatt". "Ich würde mir wünschen, dass Vertreterinnen und Vertreter der AfD nach einer solchen Tat einmal die Größe besitzen, zu schweigen." Aber dazu seien sie in ihrer "charakterlichen Verwahrlosung" nicht in der Lage, fügte Kuhle hinzu.

+++ 21.11 Uhr: US-Demokrat Sanders verurteilt Anschlag  +++

Der Anschlag zeigt nach Ansicht des US-Präsidentschaftsbewerbers Bernie Sanders die "tragischen Kosten" von ausländerfeindlichem Eifer. Die von einem "rechten Terroristen" begangenen "Morde" zeigten, dass solche Kräfte ihre Macht durch das Verbreiten von "Spaltung und Hass" festigen wollten, erklärte Sanders auf Twitter. Er werde sich als Präsident für Einheit und Verständigung einsetzen. Sanders bewirbt sich derzeit um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. 

+++ 20.22 Uhr: Kurdische Gemeinde: Viele fühlen sich nicht mehr sicher +++

Der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Ertan Toprak, sieht nach der Bluttat von Hanau ein zunehmendes Gefühl von Unsicherheit bei vielen Menschen mit Migrationshintergrund. "Diese Tat von Hanau hat letztendlich dazu geführt, dass die Menschen sich gar nicht mehr sicher fühlen", sagte er im ZDF. Sie erwarteten deutliche Zeichen des Staates gegen Rechtsextremismus. "Wir müssen auch mit polizeilichen Mitteln gegen den Rechtsextremismus in unserem Land vorgehen. 

+++ 19.25 Uhr: Hanau: Hunderte Menschen bei Mahnwache am Brandenburger Tor +++

Mehrere Hundert Menschen, darunter etliche prominente Politiker, haben in Berlin am Brandenburger Tor der Opfer des Anschlags von Hanau gedacht. Sie bildeten eine große Menschenkette rund um das Tor. Einige hielten Kerzen in den Händen und legten Blumen an dem Bauwerk ab. Vereinzelt waren Europaflaggen zu sehen. Auf einem Schild stand zu lesen: "Wir trauern um die Opfer von Hanau, Halle, Kassel, Mölln etc. Stoppt Hass und Hetze in den asozialen Medien".

+++ 18.28 Uhr: Berlinale will der Opfer von Hanau gedenken +++

Mit einer Schweigeminute während der Eröffnungsgala am Abend will die Berlinale der Opfer der Gewalttat von Hanau gedenken. Das kündigten die Organisatoren unmittelbar vor Beginn der 70. Internationalen Filmfestspiele in Berlin an. "Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien", teilte das Festival mit. Die Berlinale stehe für Toleranz, Respekt und Gastfreundschaft. "Das Festival stellt sich gegen Gewalt und Rassismus." Die Gala sollte um 19.30 Uhr beginnen.

+++ 18 Uhr: Bundespräsident Steinmeier gedenkt der Opfer von Hanau +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Tatorte des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags in Hanau besucht. Gemeinsam mit anderen Politikern, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), und seiner Frau Elke Büdenbender gedachte er dort mit einer Schweigeminute der Opfer. Anschließend wollte Steinmeier bei einer Mahnwache der Stadt Hanau auf dem Marktplatz eine kurze Ansprache halten. 

+++ 17.58 Uhr: Bericht: offenbar ein schwangeres Todesopfer +++

Der mutmaßliche Todesschütze Tobias R. eröffnete am Mittwochabend gegen 22.00 Uhr in einer Shisha-Bar das Feuer. Danach schoss er in einer weiteren Bar und einem Kiosk um sich. Dabei kamen insgesamt neun Menschen ums Leben. Can-Luca F., der Sohn des Kiosk-Besitzers, sagte dem Sender RTL, dass auch zwei Mitarbeiter des Kiosks starben. Ein Opfer soll seinen Angaben zufolge schwanger gewesen sein, andere noch jugendlich, sagte F. gegenüber RTL.


Lesen Sie hier mehr zu dem Thema:


+++ 17.49 Uhr: Aufruf zur Demo gegen Rechts nach Anschlag in Hanau +++

Nach dem Anschlag mit elf Toten in Hanau ist für diesen Freitag eine Demonstration gegen Rechts in der Stadt geplant. Beginn sei um 14 Uhr auf dem Marktplatz, sagte Initiator Grigorij Richters, Filmemacher aus Hamburg. "Es geht darum, ein Zeichen zu setzen." Er hat im Internet unter dem Hashtag #WirsindHanau zur Demo aufgerufen. Die Stadt Hanau bestätigte, dass die Abstimmungen über eine solche Veranstaltung laufen. Die Zahl der erwarteten Personen war zunächst unbekannt. Über kurzfristige Änderungen will der Initiator im sozialen Netzwerk Facebook informieren.

+++ 17.12 Uhr: Bundespräsident Steinmeier in Hanau eingetroffen +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag im hessischen Hanau eingetroffen. Er will mit seiner Frau Elke Büdenbender der Opfer gedenken. Zunächst will Steinmeier zusammen mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die Tatorte besuchen und mit Bürgern sprechen. Später ist eine Teilnahme an der Mahnwache der Stadt auf dem Marktplatz geplant, wo er auch Gedenkworte sprechen will.

+++ 17.05 Uhr: Gedenkveranstaltung in Hamburg – Eindrücke von vor Ort +++

Auf dem Hamburger Rathausmarkt gedenken schätzungsweise 300 Menschen den Todesopfern von Hanau und protestieren gegen die mutmaßlich rassistische Gewalttat, beobachtet stern-Redakteur Tim Sohr. 

Gedenkveranstaltung in Hamburg nach den tödlichen Schüssen von Hanau

Gedenkveranstaltung in Hamburg nach den tödlichen Schüssen von Hanau 

stern

Ein junger Demonstrant antwortete dem stern auf die Frage, ob er Angst habe: "Als 'Person of colour' muss ich Angst haben vor rechter Gewalt. Faschismus ist definitiv ein Thema im Land. Es muss endlich anerkannt werden, dass von rechtem Terror die größte Gefahr ausgeht."

Gedenkveranstaltung in Hamburg: Diese Frau hat zum ersten Mal in ihrem Leben ein Plakat gebastelt, sagte sie dem stern.

Gedenkveranstaltung in Hamburg: Diese Frau hat zum ersten Mal in ihrem Leben ein Plakat gebastelt, sagte sie dem stern.

stern

Viele Demonstranten sagten, sie wollten eigentlich zu den abgesagten Wahlkampfveranstaltungen und sind stattdessen dem Aufruf gefolgt, zum Hamburger Rathausmarkt zu kommen. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank sind wohl auch vor Ort, sprechen aber nicht. Stattdessen hält Joachim Lux, Intendant des Thalia Theaters, eine Rede. "Die Zivilgesellschaft steht heute unter Schock und ist in Trauer", sagt er und ruft zur Schweigeminute auf.

+++ 17.03 Uhr: Fernsehsender zeigen Sondersendungen zum Anschlag in Hanau +++

Nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag im hessischen Hanau haben Fernsehsender ihr Programm angepasst. Um 19.20 Uhr zeigt das Zweite ein "ZDF spezial". Das Erste informiert von 20.15 Uhr an in einem 15-minütigen "Brennpunkt" über den aktuellen Stand. Ebenfalls um 20.15 Uhr sendet der Kölner Privatsender RTL ein "Aktuell Spezial".

Um 22.35 Uhr zeigt das Zweite ein "Maybrit Illner Spezial" mit dem Thema "Anschlag in Hanau: Rechter Terror außer Kontrolle?". Als Gäste werden unter anderen die Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und der Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent erwartet.

Danach läuft im Zweiten von 23.25 Uhr an "Markus Lanz". Über den Anschlag diskutieren unter anderen der Investigativ-Journalist und Extremismus-Experte Olaf Sundermeyer, die Psychiaterin und Forensikerin Nahlah Saimeh sowie der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler.

+++ 16.57 Uhr: Nach Anschlag bleiben Schule und zwei Kitas in Hanau geschlossen +++

Nach dem Anschlag mit elf Toten in Hanau sollen eine Schule und zwei Kindertagesstätten auch am Freitag geschlossen bleiben. Grund seien die laufenden Ermittlungen der Polizei im Stadtteil Kesselstadt/Weststadt, teilte die Stadtverwaltung mit. Betroffen sind die Heinrich-Heine-Schule und die Kinderburg West sowie das Kinderhaus West. Ein Notdienst sei in einer Kita in unmittelbarer Nähe eingerichtet worden. Der Unterricht an der Heinrich-Heine-Schule soll nach einer bereits geplanten Pause über Fastnacht an diesem Mittwoch wieder starten. Die Schule und die beiden Kitas waren bereits am Donnerstag geschlossen geblieben.

+++ 16.37 Uhr: Extremismus-Experte zu Hanau: kein "psychisch kranker Einzeltäter" +++

Die Amadeo-Antonio-Stiftung hält es für falsch, den Attentäter von Hanau als "psychisch kranken Einzeltäter" zu bezeichnen. "Der Täter mag eine psychische Erkrankung haben, aber vertritt ein geschlossenes rechtsextremes und rassistisches Weltbild, in dem verschwörungsideologische Elemente besonders ausgeprägt sind", sagte Timo Rheinfrank, der Geschäftsführer der Berliner Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus engagiert. Schließlich befeuere die Endzeit-Rhetorik in rechtsextremen Online-Milieus wahnhafte Ideen und sei auch maßgeblich dafür verantwortlich, "dass aus psychischen Störungen mörderische Gewalt wie in Hanau wird".


Lesen Sie hier mehr zu dem Thema:


+++ 16.36 Uhr: Mutmaßlicher Täter war Mitglied in Frankfurter Schützenverein +++

Der mutmaßliche Todesschütze von Hanau war in einem Frankfurter Schützenverein aktiv. Er sei Mitglied im Schützenverein Diana Bergen-Enkheim gewesen, sagte Thilo von Hagen, Sprecher des Deutschen Schützenbundes (DSB), in Wiesbaden. Laut dem Verein selbst war Tobias R. ein "eher ruhiger Typ", der in keiner Weise auffällig geworden sei.

"Er hat keinerlei ausländerfeindliche Sprüche geklopft", sagte der Vorsitzende Claus Schmidt. Auch im Umgang mit Vereinsmitgliedern mit Migrationshintergrund habe R. kein auffälliges Verhalten gezeigt. Seit 2012 sei der 43-Jährige Mitglied bei Diana gewesen. Er habe mit eigenen Waffen geschossen, was aber üblich sei. Dass Tobias R. im Internet wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien äußerte, sei nicht bekannt gewesen. "Mit dem konnte man sich ganz vernünftig unterhalten", sagte Schmidt.

+++ 16.31 Uhr: Kreisbehörde: Mutmaßlicher Todesschütze durfte seit 2013 Waffen besitzen +++

Der mutmaßliche Todesschütze von Hanau hat nach Auskunft der zuständigen Kreisbehörde im Jahr 2013 eine waffenrechtliche Besitzerlaubnis bekommen. Ein Jahr später sei die erste Waffe darauf eingetragen worden, sagte ein Sprecher des Main-Kinzig-Kreises am Donnerstag in Gelnhausen. 

In der Waffenbesitzkarte des Sportschützen seien zuletzt zwei Waffen eingetragen gewesen. Im Jahr 2019 sei die Erlaubnis überprüft worden. Dabei werde etwa geschaut, ob die Waffen ordnungsgemäß aufbewahrt werden, sagte der Kreissprecher. Alle Informationen seien den Ermittlern zur Verfügung gestellt worden. Der mutmaßliche Täter besaß nach Erkenntnissen der Behörde keinen Jagdschein.

+++ 16.26 Uhr: Italien bekundet Trauer und verurteilt Extremismus +++

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hat Deutschland nach der Gewalttat von Hanau sein Beileid ausgesprochen. Zugleich versicherte er in einem Tweet auf Deutsch, Italien stehe im Kampf gegen Extremismus an der Seite Berlins. Wörtlich schrieb er: "Wir fühlen mit der Regierung und dem Deutschen Volk. Italien drückt sein herzliches Beileid für die Familien der Opfer dieses schrecklichen Massakers aus." Weiter hieß es in der Mitteilung seines Ministeriums: "Mit aller Kraft verurteilen wir jede Gewalt: Wir sind zusammen im Kampf gegen Extremismus aller Art." Regierungschef Giuseppe Conte schrieb auf Twitter in Italienisch, er sei zutiefst erschüttert. Sein Mitgefühl sei "bei den Familien der Opfer eines wahnsinnigen Hasses, der keinen Respekt für das menschliche Leben hat".

+++ 16.07 Uhr: AfD-Fraktionschef: "Von links und rechts wollen wir hier gar nicht reden" +++

Der AfD-Co-Fraktionschef Alexander Gauland hat sich zu den tödlichen Schüssen in Hanau geäußert. "Von links und rechts wollen wir hier gar nicht reden", so Gauland. "Das ist ein Verbrechen." Bei einem "völlig geistig Verwirrten" erkenne er kein politisches Motiv. "Es kann schon sein, dass es ein zutiefst rassistisches Motiv ist", so Gauland, "aber es folgt einer völlig kranken Geisteshaltung." 

Zuvor hatte der Generalbundesanwalt Peter Frank vor Medienvertretern erklärt, dass der mutmaßliche Täter Tobias R. eine "zutiefst rassistische Gesinnung" habe. Dies gehe aus dem von Tobias R. veöffentlichten Pamphlet und Videos hervor. Seine Behörde wolle nun in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und dem hessischen Landeskriminalamt die Hintergründe der Tat aufklären. Seinen Angaben zufolge wurde neuen Menschen mit Migrationshintergrund getötet, sechs weitere verletzt – eine davon schwer. 

+++ 15.53 Uhr: Parteien rufen zu Teilnahme an Mahnwachen nach Hanau-Anschlag auf +++

Politiker, Parteien und Verbände haben nach dem Anschlag von Hanau zur Teilnahme an Mahnwachen am Abend aufgerufen. In Berlin ist für 18.00 Uhr eine Mahnwache am Brandenburger Tor geplant. Als Teilnehmer haben sich unter anderem Grünen-Chefin Annalena Baerbock und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) angekündigt. Auch FDP-Chef Christian Lindner, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, sein SPD-Kollege Lars Klingbeil und SPD-Chefin Saskia Esken kündigten sich an.

Ebenfalls um 18.00 Uhr soll es eine Mahnwache auf dem Hanauer Marktplatz geben. Dort will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Gedenkworte sprechen. Auch in vielen anderen deutschen Städten sind Mahnwachen geplant.

+++ 15.44 Uhr: Kurz zu Hanau: "Abscheulicher rechtsradikaler Terroranschlag" +++

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat den rassistischen Anschlag in Hanau "aufs Schärfste" verurteilt. Am Rande des EU-Gipfels in Brüssel sagte er, dies sei ein "abscheulicher rechtsradikaler Terroranschlag". Es zeige, dass man in Europa radikalem Gedankengut entschieden entgegentreten müsse.

+++ 15.42 Uhr: Türkischer Botschafter in Berlin: "Schwarzer Tag für Deutschland" +++

Nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag von Hanau hat der türkische Botschafter von einem "schwarzen Tag für Deutschland" gesprochen. "Wir leiden. Es ist wirklich ein schwarzer Tag für Deutschland", sagte Ali Kemal Aydin dem Sender CNN Türk. Aydin warnte, man könne die Tat nicht auf eine Person reduzieren, es müsse nach Verbindungen zu Hintermännern ermittelt werden. Dabei erinnerte er an die Morde der Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU). Die deutschen Behörden müssten die Tat restlos aufklären.

"Nach vorläufigen Informationen haben wir alleine unter den türkischen Staatsbürgern ein Opfer", sagte er weiter. "Drei oder vier" Opfer könnten die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen. "Diese Zahl steht noch nicht fest." Zuvor war die Rede von fünf türkischen Staatsbürgern. Offizielle Angaben zur Staatsangehörigkeit der Opfer gibt es nicht.


Lesen Sie hier mehr zu dem Thema:


+++ 15.38 Uhr: Generalbundesanwalt: Alter der Todesopfer lag zwischen 21 und 44 Jahren +++

Nach Angaben des Generalbundesanwalts lag das Alter der neun erschossenen Todesopfer zwischen 21 und 44 Jahren, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Unter ihnen seien sowohl ausländische als auch deutsche Staatsangehörige. 

Derzeit lägen keine Erkenntnisse zu etwaigen Vorstrafen oder Ermittlungsverfahren mit politischen Bezug gegen den mutmaßlichen Täter vor. "Die weiteren Ermittlungen werden sich insbesondere auch darauf konzentrieren, ob es noch bislang unbekannte Mitwisser oder Unterstützer gibt", heißt es weiter. Auch werde das Umfeld des mutmaßlichen Täters "durchleuchtet und untersucht werden, ob und welche nationalen und internationalen Kontakte bestanden haben."

+++ 15.32 Uhr: Macron spricht "deutschen Freunden" sein Beileid zu Hanau aus +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat beim EU-Gipfel in Brüssel sein Beileid für die Toten von Hanau geäußert. Bei seiner Ankunft zum Treffen der Staats- und Regierungschefs sprach Macron als erstes von seinen "bewegten Gedanken an unsere deutschen Freunde nach der Schießerei von Hanau". In diesem "Moment der Trauer" stehe Frankreich in Solidarität zu Deutschland, sagte Macron. Es gelte, gegen Hass und Rassismus vorzugehen.

+++ 15.23 Uhr: Dreyer spricht von "schwarzem Tag für Deutschland" +++

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag im hessischen Hanau von einem "schwarzen Tag für Deutschland" gesprochen. Innerhalb von nur neun Monaten seien nach Kassel und Halle/Saale zum dritten Mal Menschen in Deutschland von Rechtsterroristen ermordet worden, sagte Dreyer. "Es ist schlimm, traurig, und es macht mich auch wütend, dass Deutschland 75 Jahre nach der Beendigung der Nazi-Zeit wieder mit diesem rechtsextremen Terror zu kämpfen hat. Es ist wirklich ein schlimmer Tag für Deutschland", sagte Dreyer. Sie sei in Gedanken bei Angehörigen und Verletzten.

+++ 15.18 Uhr: Woidke: Anschlag von Hanau ist "Angriff auf uns alle" +++

Bundesratspräsident Dietmar Woidke (SPD) hat den Anschlag in Hanau als "Angriff auf uns alle" bezeichnet. "Diese Tat ist abscheulich und feige", sagte der Brandenburger Ministerpräsident einer Mitteilung zufolge. "Wir werden nicht dulden, dass Hass, Rassismus und Gewalt unser Leben bestimmen." Sein tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer. "Wir trauern um Nachbarn, Freunde, Kollegen und Mitmenschen."

+++ 15.10 Uhr: Völler entsetzt über Terror-Akt in seiner Heimatstadt +++

Rudi Völler ist vom mutmaßlich rechtsradikal motivierten Terroranschlag in Hanau geschockt. "Mit Entsetzen und Bestürzung habe ich die Nachrichten von der abscheulichen Tat in meiner Heimatstadt aufgenommen. Die Betroffenheit ist groß. Mein Mitgefühl gilt den Familien und den Angehörigen der Opfer", sagte der Sportchef des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen in einer Mitteilung bei Twitter. Völler wurde vor 59 Jahren in der hessischen Stadt geboren. Der ehemalige DFB-Teamchef verurteilte auch die wahrscheinliche Hintergründe der Tat: "Alles deutet darauf hin, dass es eine rassistische Tat war. Meiner Meinung nach ist es immer wichtig, bei diesem Thema Flagge zu zeigen. Hass, Gewalt und Rassismus haben in unserer Mitte keinen Platz."

+++ 15.06 Uhr: Generalbundesanwalt Peter Frank: "zutiefst rassistische Gesinnung" +++

Nach den tödlichen Schüssen in Hanau hat sich der Generalbundesanwalt Peter Frank in einer Presseerklärung zum Stand der Ermittlungen geäußert.

Generalbundesanwalt Peter Frank hat dem mutmaßlichen Täter von Hanau eine "zutiefst rassistische Gesinnung" attestiert. Dies gehe aus dem von Tobias R. veöffentlichten Pamphlet und Videos hervor. Seine Behörde wolle nun in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und dem hessischen Landeskriminalamt die Hintergründe der Tat aufklären. Dazu gehörten auch das Umfeld und die Kontakte von Tobias R., "Im Inland und möglicherweise auch im Ausland", so Frank in Karlsruhe.

Seinen Angaben zufolge wurde neuen Menschen mit Migrationshintergrund getötet, sechs weitere verletzt – eine davon schwer. 

+++ 15.04 Uhr: Seehofer ordnet Trauerbeflaggung an - "Rassismus ist Gift" +++

Nach dem rassistischen Anschlag in Hanau hat Bundesinnenminister Horst Seehofer die Prüfung politischer Konsequenzen in Aussicht gestellt. Möglicherweise seien auch weitere Gesetzesänderungen notwendig, sagte der CSU-Politiker in Hanau. Was sich im Bereich des Rechtsextremismus zuletzt entwickelt habe, sei sehr besorgniserregend. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte Seehofer, es deute aber alles auf ein "rassistisches Motiv" hin. Rassismus sei ein "Gift", betonte Seehofer, der am Vormittag gemeinsam mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) nach Hanau geflogen war.

+++ 15 Uhr: Herrmann: Täter aus Hanau lebte früher in Oberfranken und Oberbayern

Der mutmaßliche Täter aus dem hessischen Hanau hat früher auch an verschiedenen Orten in Bayern gelebt. Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat der 43 Jahre alte Deutsche zeitweilig in Oberfranken und in Oberbayern gewohnt. "Zuletzt hat er sich wohl 2018 im südbayerischen Raum aufgehalten", sagte Herrmann in Friedberg im Landkreis Augsburg. Es habe aber damals keine Erkenntnisse gegeben, dass der Mann ein Extremist sei.

+++ 14.50 Uhr: Seehofer in Hanau eingetroffen – Statement erwartet +++

Bundesinnenminister Seehofer ist in Hanau eingetroffen. In Kürze wird ein Statement von ihm zu den Geschehnissen in der Nacht erwartet. 

Bundesinnenminister Horst Seehofer wurde bei seinem Besuch in Hanau von zahlreichen Pressevertretern begleitet

Bundesinnenminister Horst Seehofer wurde bei seinem Besuch in Hanau von zahlreichen Pressevertretern begleitet

AFP

+++ 14.48 Uhr: Zentralrat der Muslime fordert Gläubige zu Selbstschutz auf +++

Als Reaktion auf den mutmaßlich rechtsextremistischen Anschlag von Hanau hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland die Gläubigen zum Selbstschutz aufgerufen. "Nach dem gestrigen Terror rufe ich die Muslime in Deutschland auf, erhöht wachsam zu sein und zudem zusätzlich eigene Schutzmaßnahmen für sich, ihre Familien und Gotteshäuser und Einrichtungen zu ergreifen", erklärte der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, am Donnerstag in Berlin.

Deutsch-türkische Community: Hanau: "Wie viele Menschen müssen noch sterben, bevor wir rechten Terror ernst nehmen?"

Zum bevorstehenden Freitagsgebet sollten "die Muslime in den Gotteshäuser in unserem Land für die Opfer beten und Bittgebete für die Sicherheit in unserem Land aussprechen", erklärte Mazyek. "Sie werden sich aber auch die bohrende Frage stellen, ob der Politik und den Sicherheitsbehörden der Schutz seiner deutschen Muslime wichtig ist." Der mutmaßliche Täter von Hanau "mag vielleicht ein Einzeltäter gewesen sein, aber seine mörderische, rassistische Ideologie ist beileibe kein Einzelfall", erklärte der Zentralrat.


Lesen Sie hier mehr zu dem Thema:


+++ 14.21 Uhr: Sicherheitskreise: Neun Opfer haben Migrationshintergrund +++

Fast alle Opfer des Todesschützen von Hanau haben Migrationshintergrund. Lediglich seine Mutter und er selbst seien Deutsche, hieß es aus Sicherheitskreisen. Wie die Deutsche Presse-Agentur zudem erfuhr, haben von den fünf Menschen, die der Schütze außerdem verletzt hatte, vier ausländische Wurzeln.

Die türkische Botschaft in Berlin hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass unter den Toten fünf türkische Staatsbürger sind. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte in einer Ansprache, "unsere Behörden verfolgen die Angelegenheit genau". "Wir sind zuversichtlich, dass die deutschen Behörden ihr Bestes geben werden, um alle Aspekte (des Anschlags) zu beleuchten."

+++ 14.12 Uhr: Bundesminister Seehofer und Lambrecht in Hanau eingetroffen +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sind am Donnerstag in Hanau eingetroffen, um sich über die Hintergründe der Gewalttat mit elf Toten zu informieren. Sie wollten am Nachmittag auf dem Heumarkt, einem der Tatorte, über aktuelle Erkenntnisse informieren, kündigte ein Sprecher der hessischen Staatskanzlei an. Die Minister trafen sich mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU).

Auch Bundespräsident Steinmeier will mit seiner Frau Elke Büdenbender am Nachmittag in Hanau der Opfer gedenken, wie das Bundespräsidialamt in Berlin mitteilte. Er werde zusammen mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Tatorte besuchen und vor Ort mit Bürgern reden. Später wolle er an der Mahnwache der Stadt auf dem Marktplatz teilnehmen und dabei auch Gedenkworte sprechen. 

+++ 14.02 Uhr: SPD-Vorsitzende Esken und Walter-Borjans sagen Karnevalsbesuch ab +++

Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben wegen des Anschlags in Hanau einen geplanten Besuch beim Kölner Karneval abgesagt. Das bestätigte eine SPD-Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Esken und Walter-Borjans waren unter anderem bei der Verleihung des "Närrischen Oscars" im Kölner Neven-DuMont-Haus eingeladen.

Polizisten in Zivil am Donnerstag vor der Shisha-Bar, wo die ersten Schüsse am späten Mittwochabend fielen

Polizisten in Zivil am Donnerstag vor der Shisha-Bar, wo die ersten Schüsse am späten Mittwochabend fielen

AFP

Dem "Kölner Stadt-Anzeiger", der zu DuMont gehört, sagte Walter-Borjans zu seiner Absage: "Es ist furchtbar, und ich will den Jecken in Köln und anderswo den Spaß an d'r Freud nicht nehmen. Erst recht nicht, wenn es darum geht, dass sie damit ein Bekenntnis zum Leben und leben lassen ablegen. Wir würden diese Überzeugung in anderen Teilen des Landes aber nur schwer vermitteln können." Walter-Borjans riet den Kölnern, dennoch zu feiern – um "Toleranz zu leben und offensiv zu zeigen". Der SPD-Chef sagte weiter: "In diesem Sinne ein trotziges Alaaf."

+++ 13.50 Uhr: Lindner: Deutschland steht im Zentrum des rechtsextremen Terrorismus +++

FDP-Chef Christian Lindner sieht Deutschland derzeit "im Zentrum des rechtsextremen Terrorismus". Das habe der Anschlag von Hanau bestätigt, sagte Lindner am Donnerstag in Berlin. Er forderte als Konsequenz "eine Generalinventur aller Maßnahmen gegen den rechten Terrorismus" in Deutschland. "Wir können nicht akzeptieren, dass Menschen egal welcher Herkunft Angst haben müssen", hob er hervor. Der FDP-Chef beklagte auch ein "gesellschaftliches Klima in Deutschland, das rechtsextreme Gewalttaten begünstigt". Wer etwa die Reden des AfD-Politikers Björn Höcke verfolge, könne dies sehen. "Da wird Hass gegen Fremde, aber auch gegen Demokraten geschürt", kritisierte Lindner. Es gehe daher jetzt auch darum, "ein klares Signal gegenüber all denen zu setzen, die mit Fremdenfeindlichkeit Politik machen". 

+++ 13.45 Uhr: Vater offenbar bei Erstürmung anwesend +++

Nach Informationen des Senders RTL wurde der Vater des mutmaßlichen Täters nach der Erstürmung der Wohnung abgeführt. Eine offizielle Bestätigung oder ein Dementi durch die Generalbundesanwaltschaft liegt dazu bislang nicht vor.

+++ 13.33 Uhr: Bouffier äußert Verständnis für ausländische Mitbürger: "Ich weiß, dass sie Angst haben +++

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte bei dem gemeinsamen Auftritt mit Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) mit Blick auf ausländische Mitbürger: "Ich weiß, dass sie Angst haben. Ich verstehe das." Es werde alles dafür getan, um Rassismus entgegenzutreten. "Wir sind an eurer Seite", ergänzte Bouffier.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Ministerpräsident Volker Bouffier

Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Ministerpräsident Volker Bouffier stellten sich am Donnerstagmittag den Fragen der Journalisten

DPA

 Kaminsky appellierte indes an den Zusammenhalt in der Stadt. "Wir werden alles Menschenmögliche tun, um unser gewachsenes Miteinander zu halten. Wir lassen eine Zerstörung nicht zu", sagte Kaminsky am Donnerstag vor Journalisten. Kaminsky sprach von einer "großartigen Welle der Solidarität", die die Stadt erreicht habe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe am Telefon ihre Anteilnahme ausgedrückt. "Die letzten Stunden gehören zu den bittersten Stunden, die diese Stadt in Friedenszeiten je erlebt hat", sagte Kaminsky. Die Stadt habe entschieden, die Faschingsfeiern für dieses Jahr zu beenden.

+++ 13.32 Uhr: Berliner Innensenator will Sicherheitsvorkehrungen prüfen +++

Nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag im hessischen Hanau mit vielen Toten will Berlins Innensenator Andreas Geisel die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt auf den Prüfstand stellen. Er wisse, dass es gerade bei vielen Menschen mit ausländischen Wurzeln in Berlin viele Sorgen gebe, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Deshalb habe er Vertreter der migrantischen Gemeinschaft zu einem Gespräch über die Sicherheitslage eingeladen. "Weil wir migrantische Einrichtungen selbstverständlich schützen." Das Landeskriminalamt habe inzwischen geprüft, ob es Bezüge des Täters von Hanau zu Berlin gebe. Das sei aber nicht der Fall, sagte Geisel.

+++ 13.28 Uhr: SPD und Grüne in Hamburg sagen Wahlkampf nach Anschlag von Hanau ab +++

 Im Hamburger Wahlkampf haben die SPD und die Grünen ihre Abschlussveranstaltung am Donnerstag wegen der mutmaßlich rechtsextremen und rassistischen Gewalttat von Hanau abgesagt. "Stattdessen rufen wir dazu auf, sich um 16.30 Uhr auf dem Rathausmarkt dem Protest und dem Gedenken an die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags in #Hanau anzuschließen", twitterte die Landesvorsitzende und Sozialsenatorin Melanie Leonhard. "Angesichts der schrecklichen Ereignisse in #Hanau dürfen wir den Wahlkampf nicht einfach weiterführen", betonte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank betonte bei Twitter: "Hass darf niemals gewinnen! Lasst uns ein Zeichen setzen, dass in unserer Stadt kein Platz für Rassismus, Menschenfeindlichkeit und rechtes Gedankengut ist!" Fegebank rief ebenfalls zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung auf dem Rathausmarkt auf. Auch der Bundesvorsitzende Robert Habeck werde daran teilnehmen. Ursprünglich wollte sich Habeck am Abend in der Fabrik in Ottensen zur Veranstaltung "Auf'n Schnack mit Katharina Fegebank" treffen.

+++ 13.19 Uhr: Schäuble zu Hanau: Wahnsinnstaten wachsen in vergiftetem Klima +++

Nach dem Gewaltverbrechen in Hanau hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) eine Verantwortung aller zur Verhinderung solcher "offensichtlich rassistischen Taten" angemahnt. "Solche Wahnsinnstaten geschehen nicht im luftleeren Raum", sagte Schäuble laut Mitteilung. "Sie wachsen in einem vergifteten gesellschaftlichen Klima, in dem auf übelste Weise Fremdenfeindlichkeit und abwegigste Verschwörungstheorien geschürt werden, bis Minderheiten als Bedrohung empfunden werden und Diskriminierung in zügellosen Hass umkippt."

Sich dem nicht zu beugen, dafür trügen alle Verantwortung, Politik und gewählte Repräsentanten in besonderem Maße. Herausforderungen etwa dürften zwar nicht beschwiegen werden. Aber wie diskutiert werde, "bestimmt mit darüber, solchen offensichtlich rassistischen Taten vorzubeugen". Schäuble machte deutlich: "Gelingt uns das nicht, machen wir uns mitschuldig."

+++ 13.17 Uhr: Anadolu: Fünf türkische Staatsbürger unter den Toten in Hanau +++

Unter den Todesopfern in Hanau sind nach Angaben der türkischen Botschaft in Berlin auch fünf türkische Staatsbürger. Ein Sprecher der Botschaft bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu, die sich auf den türkischen Botschafter in Berlin Ali Kemal Aydin berufen hatte. 

Das türkische Außenministerium in Ankara verurteilte unterdessen den "niederträchtigen Anschlag" in Hanau. Er sei eine "neue und schwere Auswirkung von wachsendem Rassismus und Islamfeindlichkeit". Es sei an der Zeit, solche Angriffe zu stoppen."

+++ 13.15 Uhr: SPD ruft nach Hanau-Tat zu Mahnwache vor Brandenburger Tor auf +++

Die SPD hat nach der Gewalttat von Hanau zu einer Mahnwache vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. "Wir müssen ein Zeichen setzen. Gegen den rechten Terror, gegen den rechten Hass, gegen Faschismus", schrieb Generalsekretär Lars Klingbeil auf Twitter. Bei einer Solidaritätsbekundung am Donnerstagabend um 18.00 Uhr solle deutlich werden, "dass wir den Hetzern und rechten Terroristen nicht unser Land überlassen".

FDP-Chef Christian Lindner kündigte auf Twitter an, er werde an der Mahnwache teilnehmen. "Alle Demokraten müssen jetzt zusammen stehen, um ein Zeichen gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt zu setzen", betonte er. "Deswegen bin ich heute um 18 Uhr am Brandenburger Tor."

+++ 13.14 Uhr: Sächsischer Innenminister: Auf neues Täterprofil einstellen +++

Nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag im hessischen Hanau sieht Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) eine neue Herausforderung für die deutschen Sicherheitsbehörden. Solche Taten zeigten, dass "wir es zunehmend mit Einzeltätern zu tun haben, die über einen langen Zeitraum unauffällig bleiben und sich im Verborgenen radikalisieren", sagte Wöller in Dresden. Auf diese neue Herausforderung des "Täterprofils mit langer Inkubationszeit" müssen sich die Sicherheitsbehörden einstellen: "Dazu gehören auch hinreichend gesetzliche Befugnisse zur Gefahrenabwehr." 

+++ 13.11 Uhr: Bundesanwaltschaft kündigt Erklärung zu Anschlag von Hanau an +++

Die Bundesanwaltschaft will um 15 Uhr eine Erklärung zu dem rassistischen Anschlag von Hanau abgeben. Dann werde über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert, teilte die Karlsruher Behörde mit. Generalbundesanwalt Peter Frank hatte die Ermittlungen zu der Gewalttat noch in der Nacht übernommen.

+++ 12.51 Uhr: Bundespräsident reist wegen terroristischer Gewalttat nach Hanau +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sein Entsetzen über die "terroristische Gewalttat in Hanau" zum Ausdruck gebracht und will die hessische Stadt besuchen. Der Bundespräsident betonte in Berlin: "Meine tiefe Trauer und Anteilnahme gelten den Opfern und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung. Ich stehe an der Seite aller Menschen, die durch rassistischen Hass bedroht werden. Sie sind nicht allein." Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sagte, der Bundespräsident werde am frühen Abend auch bei einer Mahnwache in der Stadt sprechen.

Hanau: So reagieren Politiker auf die Gewalttat – "Der offenbar rassistische Terror erschüttert mich"

Steinmeier wollte wegen der Gewalttat am Donnerstagnachmittag nach Hanau reisen. Das bestätigte das Bundespräsidialamt. Steinmeier zeigte sich "überzeugt: Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland verurteilt diese Tat und jede Form von Rassismus, Hass und Gewalt. Wir werden nicht nachlassen, für das friedliche Miteinander in unserem Land einzustehen."

+++ 12.49 Uhr: Fußball-Ligen gedenken der Anschlagsopfer von Hanau +++

In Gedenken an die Opfer des mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlags von Hanau werden die Mannschaften der Bundesliga und 2. Liga am Wochenende mit Trauerflor auflaufen. Das teilte die Deutsche Fußball Liga mit. Außerdem wird es vor den Spielen eine Schweigeminute geben.

+++ 12.46 Uhr: Auschwitz-Komitee zu Hanau: "Rechtsextremer Hass wird alltäglicher" +++

Das Internationale Auschwitz Komitee hat sein Entsetzen über die Gewalttat im hessischen Hanau ausgedrückt. Auschwitz-Überlebende in aller Welt würden in den mutmaßlichen Morden eine neue Demonstration der Macht rechtsextremen Hasses sehen, "der immer alltäglicher wird und überall auftreten kann", sagte Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, in Berlin. "Jeder kann Auschwitz heute in seine eigenen Hände nehmen."

Terroristische Einzeltäter seien in der "virtuellen Welt des rechten Hasses bestens vernetzt" und sähen sich von Parteien wie der AfD "getragen". Sie würden zeigen, "wie einfach es mittlerweile geworden ist, Andersdenke und Anderslebende hinzurichten". Der Staat scheine hierfür nicht gewappnet zu sein. Heubner plädierte für einen "Gipfel der demokratischen Parteien", bei dem über die veränderte Gefahrenlage gesprochen werde.

+++ 12.44 Uhr: Fuldas Bischof Gerber: Verbrechen ist tiefe Zensur für Hanauer +++

Der katholische Fuldaer Bischof Martin Gerber zeigt sich bestürzt über das Gewaltverbrechen in Hanau. "Unsere Solidarität gilt den Verletzten und den Hinterbliebenen der Toten sowie allen Ersthelfern und Einsatzkräften, die an der Aufarbeitung und Aufklärung der Tat beteiligt sind", sagte er in Fulda. Für die Stadtgesellschaft Hanaus bedeute dieses Verbrechen eine tiefe Zensur. Die Stadt gehört zur Diözese Fulda. Gerber forderte alle Gemeinden im Bistum auf, in die Sonntagsgottesdienste ein Gebetsgedenken an die Opfer einzubinden. 

+++ 12.32 Uhr: Bundestags-Innenausschuss plant Sondersitzung zu Hanau +++

Der Innenausschuss im Bundestag plant eine Sondersitzung zur Gewalttat von Hanau. Nach derzeitigem Stand ist dafür der Donnerstag kommender Woche vorgesehen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), verurteilte die Tat scharf. "Dies ist ein Anschlag auf unsere freiheitliche offene Gesellschaft. Das Anwachsen der Taten aus dem fremdenfeindlichen Bereich ist extrem beunruhigend", sagte er der dpa. "Die Hintergründe müssen nun restlos aufgeklärt werden, um mögliche politische Konsequenzen daraus ziehen zu können."

+++ 12.30 Uhr: Kramp-Karrenbauer betont nach Hanau: "Brandmauer" zur AfD halten +++

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Gewalttat von Hanau als Beleg dafür gewertet, dass die CDU und andere Parteien nicht mit der AfD zusammenarbeiten dürfen. Sie fühle sich in ihrer Haltung bestärkt, dass es keine Zusammenarbeit geben dürfe mit der Partei, die "Rechtsextreme, ja, ich sage auch ganz bewusst Nazis, in ihren eigenen Reihen duldet und die eine Grundlage legt, auch in der politischen Diskussion, für genau dieses Gedankengut", sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag in Paris. Sie verwies auf den CDU-Beschluss, nicht mit der AfD zu kooperieren. "Wie wichtig es ist, diese Brandmauer zu halten, das sieht man an einem Tag wie heute."

Man sehe, dass es ein rechtsextremes Motiv gegeben habe und "dass es das Gift ist, sich selbst als etwas Besseres zu sehen, aus Mitbürgern fremde zu machen", sagte die Bundesverteidigungsministerin am Rande ihres Treffens mit der französischen Ministerkollegin Florence Parly. "Das ist ein Gift, dass immer stärker in unsere Gesellschaft eindringt und das am Ende zu diesen Taten führen kann." Es gelte nun, die Hintergründe aufzuklären und "die politische Debatte darüber zu führen, welches Gift es ist", das dazu führe, dass die Gesellschaft "so etwas" hervorbringe.

+++ 12.28 Uhr: Hanauer Karnevalisten sagen Umzug wegen Gewalttat ab +++

Der Hanauer Faschingsumzug an diesem Samstag (22. Februar) wird wegen des Gewaltverbrechens mit elf Toten abgesagt. Das teilte der Hanauer Carnevalszug Verein (HCV) am Donnerstag auf seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook mit: "Wir drücken hiermit den Hinterbliebenen der Opfer unser tiefstes Mitgefühl aus!" Die Stadt Hanau bestätigte die Absage.

+++ 12.27 Uhr: SPD-Politiker Roth: AfD ist politischer Arm des Rechtsterrorismus +++

In Zusammenhang mit der Gewalttat von Hanau hat der SPD-Politiker Michael Roth die AfD als politischen Arm des Rechtsterrorismus bezeichnet. "Das Milieu von Taten wie in Hanau wird ideologisch genährt von Faschisten wie Höcke", schrieb der Staatsminister im Auswärtigen Amt am Donnerstag auf Twitter mit Blick auf den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. "Demokratieverachtung, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus & Islamfeindlichkeit fallen auf fruchtbaren Boden." Deshalb bleibe er dabei: "Die AfD ist der politische Arm des Rechtsterrorismus!"

In einem anknüpfenden Tweet schrieb Roth über "die größte Bewährungsprobe seit Nationalsozialismus & RAF-Terrorismus". Er forderte umgehend ein gemeinsames Vorgehen aller demokratischen Kräfte, um den freiheitlichen Rechtsstaat wehrhafter zu machen "gegen seine rechtsterroristischen Feinde".

+++ 12.15 Uhr: Kanzlerin Merkel spricht von "entsetzlichen Morden" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Donnerstagmittag zu den Vorfällen in Hanau geäußert. Heute sei ein "überaus trauriger Tag für unser Land". Sie "denke vor allem an Familie und Freunde der Ermordeten. Niemand kann ermessen, welches Leid der Täter über sie gebracht hat. Ich hoffe, dass die Anteilnahme ihnen Kraft geben möge", so die Kanzlerin.

Seit dem frühen Morgen habe sie sich über den Stand der Ermittlungen in Hanau unterrichten lassen. Dazu habe sie sich mit dem Hanauer Oberbürgermeister, Innenminister Seehofer und dem hessischen Ministerpräsidenten Bouffier abgesprochen.

Für abschließende Bewertung sei es noch zu früh, fuhr Merkel fort und versprach, "alles zu tun, um die Hintergründe der entsetzlichen Morde aufzuklären." Der Täter habe aus "rassistischen Motiven" und Hass gegen Andere gehandelt, so die Kanzlerin. "Rassismus ist ein Gift. Hass ist ein Gift. Und dieses Gift existiert in unserer Gesellschaft."

Merkel setzte die Morde von Hanau in eine Reihe mit den Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), dem Mord am Kasseler Regierungschef Walter Lübcke und dem Angriff auf die Synagoge in Halle mit zwei Todesopfern. Gleichzeitig betonte sie, dass Deutschland seine "Bürger nicht nach Herkunft oder Religion" unterscheide. "Wir stellen uns denen, die Deutschland spalten wollen, mit aller Kraft entgegen", so die Kanzlerin.

+++ 12.13 Uhr: Frankreichs Präsident: Gedanken sind bei Opfern von Hanau +++

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat nach der Gewalttat von Hanau seine Anteilnahme ausgedrückt. Die Gedanken seien bei den Opfern und trauernden Familien, schrieb Macron am Donnerstag auf Twitter. "Ich stehe in diesem Kampf für unsere Werte und den Schutz unserer Demokratien an der Seite von Bundeskanzlerin (Angela) Merkel." Der französische Präsident sagte Deutschland "angesichts dieses tragischen Angriffs" seine volle Unterstützung zu.

+++ 12.00 Uhr: Offenbar mehrere Menschen kurdischer Herkunft unter den Opfern +++

Zur Identität der Opfer in den Shisha-Bars machten die Behörden zunächst keine Angaben. Unter den Toten befanden sich nach Angaben eines Dachverbands kurdischer Gemeinschaften in Deutschland mehrere Menschen kurdischer Herkunft. Angehörige der Opfer des "rechtsterroristischen Anschlags" versammelten sich im Kurdischen Kulturzentrum in Hanau, wo ihnen zahlreiche Menschen zur Seite stünden, hieß es weiter.

Der Dachverband kritisierte, die "politischen Verantwortlichen" stellten sich "rechten Netzwerken und Rechtsterrorismus in diesem Land nicht entschieden entgegen". Die Taten des rechtsextremistischen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), der Anschlag auf die Synagoge von Halle, der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und nun die Bluttat von Hanau seien "das Ergebnis einer staatlichen Politik, welche sich auf dem rechten Auge blind stellt". Zudem bereiteten "die politische Rhetorik der AfD und ihre Verharmlosung durch die Medien und Politiklandschaft" den "Nährboden für den rechten Terror" in Deutschland.

+++ 11.44 Uhr: Bayerns Innenminister: Tat von Hanau hat rechtsradikalen Hintergrund +++

Die Gewalttat von Hanau mit insgesamt elf Toten hat nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einen rechtsradikalen Hintergrund. Der 43-jährige Deutsche habe "eine Reihe überwiegend aus dem Ausland stammender Menschen erschossen", sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in München nach einer Telefonschalte der Innenminister von Bund und Ländern. Man müsse aufgrund aufgefundener Materialien davon ausgehen, "dass es sich um einen rechtsradikalen, ausländerfeindlichen Hintergrund handelt".

Außerdem soll geprüft werden, ob die anstehenden Faschingsumzüge in Deutschland und Treffpunkte von Migranten verstärkt geschützt werden sollen, sagte Herrmann. Da seien sich die Innenminister von Bund und Ländern einig gewesen. "Denn wir wissen aus der Vergangenheit, dass grundsätzlich solche Taten auch Nachahmertaten haben können."

+++ 11.29 Uhr: Karte zeigt die Tatorte von Hanau +++

+++ 11.28 Uhr: Türkei verurteilt Tat von Hanau als "rassistischen Angriff" +++

Die Türkei hat die Gewalttaten mit mehreren Toten in Hanau als "rassistischen Angriff" verurteilt und eine schnelle Aufklärung gefordert. "Wir erwarten von den deutschen Behörden maximale Anstrengungen, um den Vorfall aufzuklären", schrieb der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Donnerstag auf Twitter. Er sprach von einem "rassistischen Angriff" und "unseren Bürgern", die bei der Tat ums Leben gekommen seien. Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob unter ihnen auch ausländische Staatsbürger sind, war zunächst nicht bekannt. "Rassismus ist ein kollektiver Krebs", fügte Kalin hinzu. 

+++ 11.27: Bundespräsident entsetzt über "terroristische Gewalttat in Hanau" +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sein Entsetzen über die "terroristische Gewalttat in Hanau" zum Ausdruck gebracht. Der Bundespräsident erklärte am Donnerstag in Berlin: "Meine tiefe Trauer und Anteilnahme gelten den Opfern und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung. Ich stehe an der Seite aller Menschen, die durch rassistischen Hass bedroht werden. Sie sind nicht allein." 

Steinmeier zeigte sich aber "überzeugt: Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland verurteilt diese Tat und jede Form von Rassismus, Hass und Gewalt. Wir werden nicht nachlassen, für das friedliche Miteinander in unserem Land einzustehen." 

+++ 11.26 Uhr: Vizekanzler Scholz: Nach Hanau-Tat nicht zur Tagesordnung übergehen +++

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat nach der Gewalttat von Hanau Konsequenzen in Politik und Gesellschaft gefordert. "Unsere politischen Debatten dürfen sich nicht davor herumdrücken, dass es 75 Jahre nach Ende der NS-Diktatur wieder rechten Terror in Deutschland gibt", sagte der Finanzminister am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Sicherheitsbehörden müssten mit aller Konsequenz den Kampf gegen rechten Terror führen. Doch auch die Gesellschaft müsse "unsere liberale, weltoffene Demokratie gegen ihre Feinde verteidigen".

Scholz sprach den Angehörigen der Opfer von Hanau sein Mitgefühl aus. "Wir sollten es aber nicht dabei belassen, unsere Bestürzung und Erschütterung über diese unfassbare Tat auszudrücken", sagte er. Zum dritten Mal innerhalb von nicht einmal neun Monaten seien Menschen in Deutschland von "Rechtsterroristen" ermordet worden. "Deshalb dürfen wir nicht zur Tagesordnung übergehen", forderte Scholz in Erinnerung an das tödliche Attentat auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den Anschlag von Halle.  

+++ 11.23 Uhr: Maas: Rechtsterrorismus ist wieder eine Gefahr für unser Land +++

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sieht nach der Bluttat von Hanau mit elf Toten eine wachsende Gefährdung durch Rechtsextremisten in Deutschland. "Rechtsterrorismus ist wieder zu einer Gefahr für unser Land geworden", sagte Maas am Donnerstag den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Die Demokratie muss sich wehren gegen die Feinde der Freiheit", forderte der SPD-Politiker. Das gelte "für uns alle".

Hintergrund ist die Vermutung, dass hinter der Tat von Hanau ein rechtsextremes Motiv steht. "Wenn sich der Verdacht erhärtet, ist die grauenhafte Tat in Hanau der dritte rechtsextreme Mordanschlag in Deutschland in einem Jahr. Da gibt es rein gar nichts zu relativieren", sagte dazu Maas. Der Außenminister drückte den Familien und Freunden der Toten sein Mitgefühl aus. "Trauer und Entsetzen muss uns Ansporn sein, jetzt umso entschiedener für unsere liberale Demokratie einzutreten", hob er weiter hervor.

+++ 11.20 Uhr: SPD ruft nach Hanau-Tat zu Mahnwache vor Brandenburger Tor auf +++

Die SPD hat nach der Gewalttat von Hanau zu einer Mahnwache vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. "Wir müssen ein Zeichen setzen. Gegen den rechten Terror, gegen den rechten Hass, gegen Faschismus", schrieb Generalsekretär Lars Klingbeil am Donnerstag auf Twitter. Bei einer Solidaritätsbekundung am Donnerstagabend um 18 Uhr solle deutlich werden, "dass wir den Hetzern und rechten Terroristen nicht unser Land überlassen".

+++ 11.19 Uhr: Polizei ermittelt weiter rund um die Tatorte +++

Noch immer sind viele Fragen in Hanau offen. Forensiker, Polizisten und Ermittler arbeiten unter Hochdruck daran, weitere Spuren zu sichern, um die Gewalttat aufklären zu können. So wurde auch die Shisha-Bar am Heumarkt, wo die ersten Schüsse fielen, noch einmal unter die Lupe genommen. 

Polizisten sicherten auch am Donnerstagvormittag noch Spuren rund um den Tatort, eine Shisha-Bar am Heumarkt

Polizisten sicherten auch am Donnerstagvormittag noch Spuren rund um den Tatort, eine Shisha-Bar am Heumarkt

Getty Images

+++ 11.13 Uhr: Von der Leyen "zutiefst erschüttert" über Gewalttat von Hanau +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich entsetzt über die Gewalttat von Hanau gezeigt. "Die Tragödie, die sich gestern Nacht in Hanau ereignet hat, hat mich zutiefst erschüttert", schrieb die CDU-Politikerin am Donnerstag auf Twitter. Ihre Gedanken seien bei den Familien und Freunden der Opfer. Ihnen sprach von der Leyen ihr Beileid aus. "Wir trauern heute mit Ihnen."

+++ 11.01 Uhr: Grünen-Politikerin spricht von "Welle rechten Terrors" +++

Die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic sieht die deutschen Sicherheitsbehörden unzureichend aufgestellt im Kampf gegen Rechts. Nach der Bluttat von Hanau sagte die Grünen-Politikerin der Nachrichtenagentur AFP in Berlin: "In Deutschland entlädt sich eine Welle rechten Terrors und wir sind nicht gut vorbereitet."

Die Grünen-Politikerin Irene Mihalic

Die Grünen-Politikerin Irene Mihalic

DPA

Mihalic verwies auf die bundesweiten Festnahmen einer rechten Terrorzelle in der vergangenen Woche, den Anschlag auf die Synagoge in Halle und den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. 

Nachdem der Generalbundesanwalt nun den Fall Hanau übernommen habe, sei davon auszugehen, dass es sich um eine "rechte Terrortat handelt", fügte Mihalic hinzu. "Wir müssen diesen Anschlag bis in die letzte Pore aufklären, um genaueres zu den Motiven des Täters, zur Herkunft seiner Waffe und vor allem zu seinem Umfeld zu erfahren." Solche Taten würden nicht ohne Kontext begangen.

+++ 10.56 Uhr: EU-Parlamentspräsident schockiert über Gewalttat von Hanau +++

EU-Parlamentspräsident David Sassoli hat sich bestürzt über die Gewalttat von Hanau geäußert. Er sei schockiert und tieftraurig, erklärte Sassoli am Donnerstagmorgen auf Twitter. 

+++ 10.54 Uhr: Sicherheitskreise: Viele der Opfer in Hanau haben Migrationshintergrund +++

Unter den Todesopfern von Hanau sind nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob unter ihnen auch ausländische Staatsbürger sind, war zunächst nicht bekannt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Sicherheitskreisen.

+++ 10.41 Uhr: Hanauer Oberbürgermeister ruft zu Mahnwache für Opfer auf +++

In der Stadt Hanau soll am Donnerstagabend eine Mahnwache für die Opfer des schweren Gewaltverbrechens stattfinden. Dazu habe Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) aufgerufen, sagte eine Stadtsprecherin. Die Gedenkveranstaltung soll am Abend um 18 Uhr auf dem Marktplatz beginnen. Gleichzeitig kündigte der Deutsche Gewerkschaftsbund anlässlich der mutmaßlich rassistisch motivierten Gewalttat eine Kundgebung zur gleichen Zeit an der Frankfurter Paulskirche an.

+++ 10.37 Uhr: Grüne fordern rasche Aufklärung zu Tat von Hanau +++

Die Grünen im Bundestag fordern eine rasche Aufklärung der Gewalttat in Hanau. "Wenn sich bestätigt, dass diese grausame Tat aus rechtsextremen Motiven heraus erfolgte, muss neben vielen anderen Fragen sehr schnell geklärt werden, ob auch hier die Strategie eines Bürgerkriegsszenarios verfolgt wurde", sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Irene Mihalic, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Dann wären die Festnahmen von letzter Woche wohl nur die Spitze des Eisberges." 

+++ 10.29 Uhr: Polizei transportiert Auto in Hanau ab +++

Die Polizei hat am Donnerstagvormittag einen dunklen BMW vor der Wohnung des Tatverdächtigen sichergestellt. Das Auto wurde von einem Abschleppunternehmen abtransportiert. Nach ersten Angaben soll es sich um den Wagen des 43-Jährigen handeln. Nähere Details sind derzeit nicht bekannt.

Gewaltverbrechen von Hanau  - Auto des mutmaßlichen Täters

Das Auto des mutmaßlichen Täters wird abgeschleppt, um auf mögliche Spuren untersucht zu werden

AFP

+++ 10.15 Uhr: Justizministerin Lambrecht: Hintergründe der Tat von Hanau gründlich aufklären +++

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat den Angehörigen der Opfer von Hanau ihre Anteilnahme ausgesprochen. "Es ist erschütternd, wie viele Menschen dort sinnlos getötet wurden", erklärte sie am Donnerstag. "Wir müssen die Hintergründe der Tat gründlich aufklären und alles tun, um solche Taten in Zukunft zu verhindern."

+++ 10.04: Innenminister Beuth: Verdacht auf Terror in Hanau +++

Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach der Gewalttat in Hanau laut dem hessischen Innenminister Peter Beuth wegen Terrorverdachts. Beuth sagte außerdem, der Tatverdächtige Tobias R. sei ein 43-jähriger Deutscher. Er habe am späten Mittwochabend in zwei Shisha-Bars und in einem Kiosk das Feuer eröffnet. Auch ein Auto sei beschossen worden. 

+++ 9.46 Uhr: Innenminister Beuth: Tatverdächtiger war offenbar Sportschütze +++

Nach dem vorzeitigen Ende der Landtagssitzung stellte sich Innenminister Peter Beuth kurz der Presse. Auf Nachfrage teilte Beuth mit, es gebe eine Homepage des Verdächtigen, "aus denen sich ein fremdenfeindliches Motiv ergibt." Der Mann soll Sportschütze gewesen sein. Es gebe bislang "keine polizeilichen und keine nachrichtendienstlichen Erkenntnisse" zur Vergangenheit des Verdächtigen, so Beuth. Neben den elf Toten soll es mindestens eine schwerverletzte Person geben, außerdem wurden weitere Menschen verletzt. 

+++ 9.43 Uhr: Volker Bouffier: "wichtiges Zeichen" +++

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich erschüttert über die tödlichen Schüsse in Hanau gezeigt. "Das ist furchtbar", sagte Bouffier am Donnerstag in Wiesbaden. Diese Tat mache "im Grunde sprachlos". Das vorzeitige Ende der Landtagssitzung in Hessen sei ein "wichtiges Zeichen", denn es sei "nicht angemessen", nach den Geschehnissen einfach die parlamentarische Arbeit fortzusetzen. Heute sei ein "Tag der Trauer", so Bouffier. "Die Menschen in Hessen denken heute alle an diejenigen, die in Hanau Opfer geworden sind." Der CDU-Politiker sagte außerdem, er habe bereits mit Angela Merkel telefoniert.

+++ 9.42 Uhr: Seehofer sagt nach tödlicher Gewalttat in Hanau Termin in Berlin ab +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat wegen des Gewaltverbrechens in Hanau einen Termin abgesagt. Ein Sprecher seines Ministeriums sagte, der Minister werde am Donnerstag bei einem Termin in Berlin, wo es um die Digitalisierung in der Verwaltung geht, von einem Staatssekretär vertreten. Seehofer wolle sich fortlaufend über die neuesten Entwicklung in dem Fall informieren lassen.

+++ 9.37 Uhr: Sitzung des Landtags geschlossen +++

In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen wurde die Sitzung des hessischen Landtags nach dem Statement des Innenministers vorzeitig beendet.

+++ 9.34 Uhr: Zweite Leiche in Wohnung ist  Mutter des Verdächtigen +++

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte bei einer Ansprache im Landtag, bei der zweiten in der Wohnung gefundenen Leiche handele es sich um die 72-jährige Mutter des Tatverdächtigen. Sie habe Schussverletzungen gehabt.

+++ 9.30 Uhr: Schweigeminute im hessischen Landtag +++

In Wiesbaden haben die Mitglieder des hessischen Landtags zu Beginn ihrer Sitzung mit einer Schweigeminute an die Opfer von Hanau gedacht. 

Ermittlern sicherten Spuren am ersten Tatort, einer Bar am Heumarkt

Ermittlern sicherten Spuren am ersten Tatort, einer Bar am Heumarkt

AFP

+++ 9.22 Uhr: Merkel sagt wegen Bluttat von Hanau Termin in Halle ab +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat wegen der Bluttat von Hanau einen geplanten Besuch in Halle in Sachsen-Anhalt abgesagt. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag im Internetdienst Twitter mit. "Die Bundeskanzlerin lässt sich fortlaufend über den Stand der Ermittlungen in Hanau unterrichten", schrieb Seibert weiter. Merkel hatte in Halle die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina besuchen wollen. Diesen Termin wird nun laut Seibert Staatsminister Henrik Hoppenstedt (CDU) wahrnehmen. 

An der Leopoldina ist am Vormittag ein Festakt zur Amtsübergabe geplant. Der Klimaforscher Gerald Haug übernimmt die Präsidentschaft der Akademie zum März vom Mikrobiologen Jörg Hacker. Merkel sollte die Festansprache halten.

+++ 9.17 Uhr: Verdächtiger hatte offenbar wirres Weltbild +++

Der mutmaßliche Täter von Hanau hat vor dem Gewaltverbrechen eine umfangreiche Sammlung von Erklärungen und Weltanschauungs-Theorien im Internet verbreitet. In einem knapp einstündigen Video behauptet er unter anderem, Deutschland werde von einem Geheimdienst mit weitreichenden Fähigkeiten gesteuert. Außerdem äußert er sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei. 

Forensiker sicherten auch am Donnerstagmorgen noch Spuren rund um die Shisha-Bar am Heumarkt

Forensiker sicherten auch am Donnerstagmorgen noch Spuren rund um die Shisha-Bar am Heumarkt

AFP

+++ 9.04 Uhr: Bundesanwaltschaft: "besondere Bedeutung des Falls" +++

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft gibt es "Anhaltspunkte für eine fremdenfeindliche Motivation". Die Behörde habe die Ermittlungen aufgrund einer "besonderen Bedeutung des Falls" übernommen, sagte ein Behördensprecher am Donnerstag in Karlsruhe. Genauere Angaben machte die Bundesanwaltschaft zunächst nicht.

+++ 8.52 Uhr: SPD-Spitze entsetzt über Bluttat in Hanau +++

Führende SPD-Politiker haben sich entsetzt über die Bluttat im hessischen Hanau mit mutmaßlich elf Toten geäußert. Parteichefin Saskia Esken sprach im Internetdienst Twitter am Donnerstagmorgen von "rechtem Terror". Sie bezog sich dabei offensichtlich auf ein Bekennerschreiben, in dem es laut Medienberichten rechtsradikale Äußerungen geben soll.

"In Hanau sterben elf Menschen durch die Tat eines offenbar Rechtsradikalen", schrieb auch die SPD-Europapolitikerin Katarina Barley auf Twitter. "Aufwachen, Deutschland!" forderte sie weiter.

"Sprechen wir es aus: Das ist Terror in Hanau. Mehrere Menschen werden ermordet aufgrund ihrer angenommenen Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Ich bin schockiert", schrieb in dem Internetdienst der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby.    

Zurückhaltender äußerten sich zunächst die Generalsekretäre von SPD und CDU, Lars Klingbeil und Paul Ziemiak. "Mein tiefes Mitgefühl ist bei den Familien der Betroffenen, meine guten Wünsche bei den Verletzten", schrieb Klingbeil. "Ich bin fassungslos und traurig. Was für ein furchtbares Verbrechen. Meine Gedanken und Gebete sind bei all den Opfern und deren Familie", schrieb Ziemiak ebenfalls auf Twitter.

+++ 8.48 Uhr: Gedenkminute für Opfer von Hanau bei Kölner Karneval geplant +++

Nach den tödlichen Schüssen von Hanau soll heute beim Empfang des Dreigestirns bei der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht werden. Das sagte eine Sprecher des Kölner Festkomitees der dpa am Donnerstagmorgen auf Anfrage. Das Dreigestirn trifft die Oberbürgermeisterin um 10 Uhr im historischen Rathaus, bevor um 11.11 Uhr der Kölner Straßenkarneval beginnt. "Im Karneval liegen stille Momente und überschäumende Freude oft nah beieinander", sagte der Sprecher des Festkomitees. Zu Altweiber werden Hunderttausende Feiernde in Köln erwartet.

+++ 8.43 Uhr: Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen zu Taten von Hanau +++

Der Generalbundesanwalt hat bereits in der Nacht die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Das sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Donnerstag. Nach dpa-Informationen sind Hinweise auf eine ausländerfeindliche Motivation des mutmaßlichen Täters der Grund. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet.

+++ 8.03 Uhr: Mutmaßlicher Täter von Hanau veröffentlichte kurz vor Tat Video +++

Der mutmaßliche Täter von Hanau hat nach Informationen aus Sicherheitskreisen wenige Tage vor der Tat ein Video bei Youtube veröffentlicht. In diesem Video spricht der Mann in fließendem Englisch von einer "persönlichen Botschaft an alle Amerikaner". Der Clip, der am Donnerstagmorgen weiter im Internet zu sehen war, wurde offensichtlich in einer Privatwohnung aufgenommen, ins Netz gestellt wurde er vor wenigen Tagen. 

Darin sagt der Mann, in den USA existierten unterirdische Militäreinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet würden. Dort würde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische Staatsbürger sollten aufwachen und gegen diese Zustände "jetzt kämpfen". Ein Hinweis auf eine bevorstehende eigene Gewalttat in Deutschland ist in dem Video nicht enthalten. Das Motiv des Verbrechens mit insgesamt elf Toten blieb zunächst unklar.

+++ 7.52 Uhr: Hanaus Oberbürgermeister spricht Anteilnahme aus - Schule geschlossen +++

Nach dem schweren Gewaltverbrechen in Hanau mit insgesamt elf Toten hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) den Opfern seine Anteilnahme ausgesprochen. "Meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer. Ihnen gilt mein tief empfundenes Beileid", teilte er am Donnerstagmorgen auf Facebook mit. "Nach den schrecklichen Ereignissen dieser Nacht hat unsere Stadt elf Todesopfer zu beklagen. Nach Informationen der Polizei ist darunter auch der vermutliche Täter." Die genauen Hintergründe dieser Tat würden noch ermittelt werden. 

Zudem teilte er mit, dass eine Schule sowie zwei Betreuungseinrichtungen für Kinder am Donnerstag nicht geöffnet seien. "Aufgrund der noch gesperrten Zufahrten und laufenden Ermittlungen bleiben die Heinrich-Heine-Schule und die Kinderburg und Kinderhaus West geschlossen", schrieb Kaminsky. 

+++ 7.41 Uhr: EU-Ratspräsident Michel erschüttert über Verbrechen in Hanau +++

EU-Ratspräsident Charles Michel hat sich entsetzt über das Gewaltverbrechen im hessischen Hanau mit insgesamt elf Toten geäußert. "Der sinnlose Verlust von Menschenleben ist eine Tragödie - egal wo er vorkommt", schrieb Michel am Donnerstagmorgen auf Twitter. "Nach dem schrecklichen Angriff sind wir in Gedanken bei den Menschen in #Hanau", fügte Michel hinzu. Er kondolierte den Angehörigen und Freunden der Opfer.

+++ 7.39 Uhr: Sicherheitskreise: Bekennerschreiben und Video zu Hanau gefunden +++

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sind ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden. Beides werde nun ausgewertet, das Motiv sei noch unklar, hieß es am Donnerstagmorgen. Zuerst hatte die "Bild" darüber berichtet. 

+++ 6.38 Uhr: Bundesregierung erschüttert über Gewaltverbrechen von Hanau +++

Die Bundesregierung hat bestürzt auf das schwere Gewaltverbrechen in Hanau mit bislang elf Toten reagiert. "Die Gedanken sind heute morgen bei den Menschen in #Hanau, in deren Mitte ein entsetzliches Verbrechen begangen wurde", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstagmorgen auf Twitter. "Tiefe Anteilnahme gilt den betroffenen Familien, die um ihre Toten trauern", fügte er hinzu. Seibert äußerte die Hoffnung, dass die Verletzten bald wieder gesund werden.

+++ 5.48 Uhr: Zeugenaussagen führten zu Wohnung, in der Leiche des Verdächtigen gefunden wurde +++

Nach Zeugenaussagen zu einem Fluchtfahrzeug seien Spezialkräfte der Polizei in eine Wohnung im Stadtteil Kesselstadt eingedrungen, sagte der Sprecher. Dort seien die beiden Toten entdeckt wurden. Die Ermittlungen zu ihrer Identität seien noch nicht abgeschlossen. Angaben zu ihrer Nationalität wie zur Nationalität der neun zuvor erschossenen Menschen könnten noch nicht gemacht werden. 

+++ 5.37 Uhr: Opferzahl hat sich erhöht +++

Die Polizei hat bislang keine Hinweise auf weitere Täter. Das teilte sie am Donnerstagmorgen über Twitter mit. Die Zahl der Menschen, die zuvor durch Schüsse an zwei Orten in Hanau starben, erhöhte sich indes von acht auf neun.

+++ 5.21 Uhr: Täter von Hanau "mit hoher Wahrscheinlichkeit" tot +++

In Hanau haben Polizisten am frühen Donnerstagmorgen den mutmaßlichen Todesschützen tot aufgefunden. Spezialkräfte hätten eine Wohnung gestürmt und dort außerdem eine weitere Leiche entdeckt, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe keinen Hinweis auf weitere Täter. Die Zahl der Toten habe sich dadurch auf insgesamt elf erhöht.

+++ 4.35 Uhr: Wenige Informationen dringen durch +++

In der Nacht kreist weiter ein Polizeihubschrauber über Hanau. Der Täter ist immer noch auf der Flucht. Die Informationen fließen nur spärlich, bislang hat die Polizei keine gesicherten Erkenntnisse zu den Hintergründen der Gewalttat.

+++ 2.46 Uhr: Spurensicherung an Tatorten in Hanau läuft +++

Forensiker arbeiten unter Hochdruck an den Tatorten in Hanau. Vor der Bar im Hanauer Stadtteil Kesselstadt, wo die zweite Schusssalve abgegeben wurde, stellten die Ermittler beschädigtes Auto sicher. Der silberfarbene Mercedes wurde mit Rettungsdecken abgedeckt, anschließend ein Feuerwehrzelt aufgebaut, das auch als Sichtschutz diente. Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab. Schwer bewaffnete Beamte sicherten ihn. Dort sollen zuvor ebenfalls an oder womöglich auch in einer Art Kiosk Schüsse gefallen sein. Insgesamt starben laut Polizei an zwei Tatorten acht Menschen.

+++ 2.41 Uhr: Hanaus Oberbürgermeister: "Das war ein furchtbarer Abend" +++

Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat sich erschüttert über die Gewalt mit acht Toten und mehreren Verletzten in seiner Stadt geäußert. "Das war ein furchtbarer Abend, der wird uns sicherlich noch lange, lange beschäftigen und in trauriger Erinnerung bleiben", sagte Kaminsky bei einer Sondersendung von "Bild live" in der Nacht zum Donnerstag. Es habe offensichtlich acht Tote gegeben und mehrere Verletzte, denen er "alles Gute" wünsche. Für den Bürgermeister "ein Abend, wie man ihn sich schlimmer kaum vorstellen kann". Zu den Hintergründen, dem oder den Tätern und den Motiven konnte Kaminsky noch nichts sagen.

+++ 1.52 Uhr: Bayerische Polizei unterstützt hessische Kollegen in Hanau +++

Nach dem Gewaltverbrechen in Hanau unterstützt die bayerische Polizei ihre hessischen Kollegen. Polizisten aus Unterfranken seien in Hessen vor Ort, hieß es am frühen Donnerstagmorgen aus der Leitstelle des Polizeipräsidiums in Würzburg. Wie viele Kräfte im Einsatz sind, sagte der Sprecher nicht.

+++ 1.37 Uhr: Berichte über Verletzte +++

Nach offiziellen Polizeiangaben sind bei den Angriffen acht Menschen getötet und etwa fünf verletzt worden. Die Zahl der Verletzten könne sich noch nach unten oder oben verändern, sagte ein Sprecher. Es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse zu den Hintergründen. "Die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren", teilt die Polizei in Offenbach mit. 

+++ 0.26 Uhr: Täter offenbar flüchtig +++

Es ist von mindestens acht Toten die Rede, der Täter soll zunächst flüchtig sein. Nach Augenzeugenberichten soll er in einem dunklen Wagen weggefahren sein. Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach ihm, auch ein Hubschrauber ist im Einsatz.

+++ 0.00 Uhr: Erste Berichte über Schüsse in Hanau +++

Die ersten Meldungen über die Schüsse in der hessischen Stadt gab es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um kurz vor Mitternacht. Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks wurde gegen 22 Uhr zunächst eine Sisha-Bar am Heumarkt in der Hanauer Innenstadt angegriffen. Augenzeugen sollen demnach von acht bis neun Schüssen berichtet haben. Danach sollen die Täter in die Karlsbader Straße im Stadtteil Kesselstadt gefahren sein. Dort soll dann erneut in einer Shisha-Bar geschossen worden sein. Auch hier soll es Tote gegeben haben. Die Polizei bestätigte die Angaben in dem Medienbericht zunächst nicht. 

ivi/ mik / fs / DPA / AFP