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Sehr geiler CDU-Europa-Parteitag: 15 Minuten für ... David McAllister

Am Samstag will die CDU auf einem Parteitag auf die Europawahl einstimmen. Die Rednerliste zeigt, wie wichtig sie das Thema nimmt: gar nicht.

Eine Glosse von Jan Rosenkranz

Achtung, Achtung, die Europawahl kommt! Wichtig, wichtig, früher vielleicht nicht so, aber diesmal, ganz im Ernst und Ehre-Schwöre, diesmal kommt es darauf an - schon wegen der ganzen Populisten, die europaweit ins Rennen gehen, wegen Euro, Ehre und Putin.

Und wenn man nicht ohnehin Zweifel an den Politparolen hätte, man wäre geneigt, es zumindest glauben wollen, bis, ja bis man in den Zeitplan schaut, den die CDU für ihren Europaparteitag verschickt hat. Von 11.15 Uhr bis 11.30 Uhr spricht David McAllister. 15 Minuten bekommt der Mann, der als Spitzenkandidat der CDU Deutschlands zur Europawahl antritt. Um 11.30 Uhr wird Jean-Claude Juncker ans Rednerpult treten. Der Mann ist Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei zur Europawahl. Ganze zehn Minuten räumt ihm die Parteitagsregie ein, um darzulegen, was er als Präsident der EU-Kommission, der er ja werden will, so alles im Köcher hat. Zehn Minuten. Da hat er es immer noch besser als der Präsident der Europäischen Volkspartei, ein Mann namens Joseph Daul. Der darf lediglich fünf Minuten zu den Delegierten sprechen.

Freilich erst nachdem die Vorsitzende des CDU Deutschlands, die ungekrönte Königin Europas, Kanzlerin Angela Merkel berichtet hat - inklusive anschließender Aussprache sind dafür 90 Minuten vorgesehen.

Man muss kein Freund lähmender Dauerreden castro'scher Länge sein, um sich zu fragen: Wie wichtig war diese Europawahl gleich noch mal?