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Früherer SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel verteidigt Wechsel in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Sigmar Gabriel wird Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank
Er werde nicht seine Seele verkaufen ... Sigmar Gabriel wehrt sich gegen Kritik an seinem Wechsel zur Deutschen Bank
© Bernd Thissen / DPA
Als SPD-Chef hatte er einst vor der Gier der Geldinstitute gewarnt, nun wird er selbst Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank. Dass sein Wechsel in die Wirtschaft Kritik hervorruft, kann Sigmar Gabriel nicht nachvollziehen.

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat Kritik an seinem geplanten Wechsel in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank zurückgewiesen. "Ich finde es schlimm, dass sofort der Generalverdacht entsteht, man würde sozusagen seine Seele verkaufen, wenn man nach dem Ende seiner politischen Laufbahn eine Aufgabe in der Wirtschaft wahrnimmt", sagte er der "Bild am Sonntag". Er werde auch in Zukunft nicht anders denken und handeln als bisher.

Der Ex-Vizekanzler warf die Frage auf, welche Jobs Politiker nach ihrer politischen Karriere überhaupt annehmen dürfen: "Sie sollen keine vorzeitigen Pensionen beziehen, sie sollen nicht zu Lobbyisten werden und eigentlich sollen sie auch nicht in die Wirtschaft gehen. Was denn dann?"

Gabriel betonte, dass er "nie in einem politischen Amt für die Deutsche Bank zuständig" gewesen sei. Außerdem habe er ein Gesetz im Bundestag eingebracht, nach dem sich Regierungsmitglieder 18 Monate lang nach ihrem Amt jede Tätigkeit genehmigen lassen müssen. "Wenn wir alle diese Regeln einhalten und dann immer noch dafür kritisiert werden, dass wir nicht auf der faulen Haut liegen und Pensionen beziehen, dann fehlt mir dafür jedes Verständnis", sagte Gabriel.

Die Deutsche Bank hatte Gabriel für einen Sitz in ihrem Kontrollgremium nominiert. Nach Gabriels Darstellung hatte Aufsichtsratschef Paul Achleitner ihn Ende vergangenen Jahres angesprochen. Dann habe es Gespräche im Aufsichtsrat und mit wichtigen Anteilseignern gegeben. Vor einer Woche habe ihm Achleitner dann per Telefon mitgeteilt, dass es Zustimmung für ihn gebe. Gabriel muss sich bei der nächsten Hauptversammlung im Mai den Aktionären zur Wahl stellen.

Der 60-Jährige war unter anderem von Dezember 2013 bis März 2018 Vizekanzler; insgesamt neun Jahre lang gehörte er dem Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, zunächst als Umweltminister, dann als Wirtschafts- und zuletzt als Außenminister. Von 2009 bis 2017 war er Chef der SPD. Derzeit ist Gabriel Vorsitzender des Vereins Atlantik-Brücke; sein Bundestagsmandat hatte er im November vorzeitig niedergelegt.

kng AFP

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