HOME

SPD-Chefin Esken nennt Trump "erschreckend verantwortungslos und narzisstisch"

Nach der Kritik von Grünenchef Robert Habeck an der Rede von Donald Trump in Davos hat auch SPD-Chefin Saskia Esken den US-Präsidenten scharf angegriffen.

Die Bildkombo zeigt SPD-Chefin Saskia Esken und US-Präsident Donald Trump

"Er versteht nicht, was mit dem Klima los ist, das ist unglaublich": SPD-Chefin Saskia Esken über US-Präsident Donald Trump

DPA / AFP

SPD-Chefin Saskia Esken hat US-Präsident Donald Trump als "erschreckend verantwortungslosen, narzisstischen Menschen" bezeichnet. Trumps Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos habe zurecht Empörung ausgelöst, sagte Esken am Samstag in ihrer Rede auf dem Landesparteitag der SPD Sachsen-Anhalt in Aschersleben.

Am Rande des Parteitages stellte sie sich auch hinter Grünenchef Robert Habeck, der den Auftritt Trumps als "Desaster" bezeichnet hatte. "Habecks Empörung war nicht falsch und nicht überraschend", sagte Esken der Deutschen Presse-Agentur. Der US-Präsident habe in seiner Rede in Davos nur Lob für sich selbst und seine ausgrenzende Politik geäußert. "Nachhaltigkeit hat der Mann nicht verstanden, er versteht auch nicht, was mit dem Klima los ist, das ist unglaublich."

Habecks Trump-Kritik irritiert Washington

Trump hatte auf dem Weltwirtschaftsforum unter anderem vor den "ewigen Propheten des Untergangs" gewarnt, ohne das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen. Habeck hatte den US-Präsidenten daraufhin scharf kritisiert. "Er ist der Gegner, er steht für all die Probleme, die wir haben", sagte er. Mehrere CDU-Politiker und auch Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer griffen Habeck in den Tagen danach für seine Wortwahl an.

Auch in der US-Regierung lösten die Äußerungen des Grünenchefs Irritationen aus, wie dieser nach einem Gespräch im Außenministerium in Washington mitteilte. Habeck sagte am Freitag in der US-Hauptstadt vor deutschen Journalisten, bei seinem Gespräch in der Europaabteilung des Außenministeriums habe man seine Kommentierung der Trump-Rede in Davos als "nicht angemessen" kritisiert. "Das hat zu einem sehr undiplomatischen, offenen und dadurch sehr ehrlichen und sehr erhellenden Gespräch geführt", erklärte Habeck. Dabei sei deutlich geworden, "dass es nicht um Rhetorik geht, sondern in Wahrheit um unterschiedliche politische Ansätze".

Habeck gegen Trump: "Eine bockige, pubertierende Rede"

Habeck fügte hinzu, die Transatlantiker, die er bei seinem Besuch in Washington gesprochen habe, "fanden es gut und finden es richtig, dass die Auseinandersetzung mit der Trump-Administration geführt wird. Aus ihrer Erfahrung wurde immer wieder unterstrichen, dass man für Schweigsamkeit und Wegducken nichts bekommt, sondern nur die Ehrlichkeit der Auseinandersetzung belohnt wird."

mad / DPA