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Covid-19 in Deutschland: SPD erwägt Vermögensabgabe zur Bewältigung von Corona-Krise

Die SPD hat einen Lösungsvorschlag für die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Parteichefin Saskia Esken liebäugelt mit einer Vermögensabgabe.

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Die SPD zieht zur Bewältigung der finanzpolitischen Folgen der Corona-Krise eine Vermögensabgabe in Erwägung. Eine einmalige Abgabe durch besonders wohlhabende Bürger sei "eine der Möglichkeiten, die Staatsfinanzen nach der Krise wieder in Ordnung zu bringen", sagte Parteichefin Saskia Esken der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Um die Folgen der Krise für den Staatshaushalt zu bewältigen, werde eine "faire Lastenverteilung" gebraucht. Diese könne für die SPD aber nur so aussehen, "dass sich die starken Schultern in Deutschland auch stark beteiligen", betonte Esken.

Auch die Linkspartei fordert eine Vermögensabgabe

Eine Vermögensabgabe für Superreiche, um die Lasten der Corona-Krise besser zu verteilen, wird bereits von der Linkspartei gefordert. Vermögen ab einer Million Euro sollten mit einer einmaligen Abgabe von fünf Prozent belastet werden, hatte Parteichef Bernd Riexinger am Montag gesagt.

Die Corona-Krise schlägt mit Gewalt auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein: Die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit ist auf ein nie da gewesenen Niveau empor geschnellt. In den nur etwas mehr als zwei Wochen seit Beginn des wirtschaftlichen Stillstandes hätten 470.000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet, hatten Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, am Dienstag in Berlin mitgeteilt.

Vor allem in der Tourismusbranche und in der Gastronomie, wo sich die Kleinunternehmer derzeit mit innovativen Geschäftsmodellen über Wasser zu halten versuchen, wird Kurzarbeit wohl nicht reichen. "Wir gehen zurzeit davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im April um 150.000 bis 200 000 Menschen gestiegen ist", sagte Scheele mit Blick auf den Stichtag am 12. April für die nächste Arbeitsmarktstatistik. Noch nie seit 1991 hatte es von März auf April überhaupt einen Anstieg gegeben, saisonal bedingt fällt die Arbeitslosigkeit in dieser Zeit normalerweise.

anb / AFP / DPA
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