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Altkanzler im "Spiegel"-Interview Gerhard Schröder spricht über den "größten Fehler" der SPD

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD)
Altkanzler Gerhard Schröder (SPD)
© Sean Gallup / Getty Images
Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat in einem Interview über die Entwicklungen in seiner Partei und die Führungskrise der CDU gesprochen – und mögliche SPD-Kandidaten für das Kanzleramt genannt.

Gerhard Schröder, 75, holt im Gespräch mit dem "Spiegel" zum Rundumschlag aus: Er attackiert seine Amtsnachfolgerin Angela Merkel (CDU), spricht zwei CDU-Kanzlerkandidaten die Erfolgsaussichten ab und äußert sich auch zum neuen Führungsduo seiner Partei. Die zentralen Aussagen des Altkanzlers im Überblick.

Gerhard Schröder über Angela Merkel

Schröder kritisiert im "Spiegel", dass die Kanzlerin die CDU ins Chaos gestürzt habe. "Frau Merkel hat einen entscheidenden Fehler gemacht", so Schröder: "Sie hat ein Vakuum geschaffen, indem sie gesagt hat: Ich bleibe Kanzlerin, aber nicht Parteivorsitzende. Das rächt sich jetzt." Sie habe die Christdemokraten in die Situation gebracht, nun schon wieder einen neuen Parteivorsitz zu wählen. 

... über die Bewerber um den CDU-Vorsitz

Der Altkanzler geht davon aus, dass Norbert Röttgen und Friedrich Merz nicht zu den neuen Vorsitzenden der CDU gewählt werden. Sagt aber auch, dass die Wahl von Merz "wieder eine klare Profilierung ermöglichen" würde – auch für die SPD. "Die CDU rückt nach rechts und macht damit Platz in der Mitte für die SPD", so Schröder. "Das wäre das beste für die Volksparteien, deren Erfolg wird brauchen." 

... über die SPD

Laut Schröder sei der "größte Fehler" der SPD gewesen, sich nach dem Ende der rot-grünen Koalition (1998 bis 2002) "von sich selbst zu distanzieren". Damit habe man den Eindruck erweckt, "dass alles schlecht war, was die Partei über Jahre beschlossen hat". 

... über die neue SPD-Parteispitze

Die erste SPD-Doppelspitze verdiene eine "faire Chance", sagt Schröder. Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans hätten dazu gelernt – nach Ansicht Schröders auf Zutun des SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich, der eine "wichtige Rolle" gespielt habe. "Er hat ihnen gesagt: Leute, mal langsam. Über die Frage, ob die Koalition beendet wird, entscheidet nicht ihr, sondern die Fraktion. Und dann sind die beiden von ihrer Ankündigung abgerückt, die Große Koalition zu verlassen.", sagte Schröder dem "Spiegel".

... über die Kanzlerkandidatur

SPD-Co-Parteichef Norbert Walter-Borjans hatte gesagt, dass er es für verzichtbar halte, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen. Schröder: "Die SPD muss den Anspruch erheben, das Land führen zu wollen." Der Ex-Bundeskanzler sieht mehrere Spitzenpolitiker seiner Partei als mögliche Kanzlerkandidaten: "Ich finde, dass vier, fünf Leute infrage kommen: Olaf Scholz, Hubertus Heil, Franziska Giffey, Rolf Mützenich und Lars Klingbeil, der Generalsekretär", sagte er dem Nachrichtenmagazin. "Meine Empfehlung wäre: Setzt euch zusammen und entscheidet das", sagte er. Die fünf müssten das natürlich mit der Parteiführung besprechen.

fs / <br/>

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