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Werbeinitiative für Impfkampagne Stagnierende Impfquote: RKI-Chef warnt vor vierter Welle mit "fulminantem Verlauf"

RKI-Präsident Lothar H. Wieler (r.) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
RKI-Präsident Lothar H. Wieler (l.) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
© Jens Krick / Picture Alliance
Gesundheitsminister Jens Spahn hat die neue Werbeinitiative für das Impfen vorgestellt – die vor allem auch auch Unterstützung aus der Wirtschaft setzt. RKI-Chef Wieler warnte erneut vor einer vierten Welle.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler haben erneut an die Bevölkerung appelliert, sich gegen Corona impfen zu lassen. "Jede einzelne Impfentscheidung entscheidet auch darüber, wie sicher wir gemeinsam durch Herbst und Winter kommen", sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Wieler mahnte:  "Wenn wir die aktuellen Impfquoten nicht drastisch steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle im Herbst einen fulminanten Verlauf nehmen."

Beide verwiesen darauf, dass auf Intensivstationen momentan vor allem nicht geimpfte Menschen wegen Covid-19 behandelt würden. 90 Prozent betrage ihr Anteil.  "Es geht darum, dass das Gesundheitswesen nicht überlastet wird", sagte Spahn. Die Zahl der Ungeimpften sei noch zu groß. Auf diesem Stand könne nicht sichergestellt werden, dass es nicht wieder zu einer sehr starken Be- oder Überlastung komme.

Um die Impfquote zu steigern, kündigte Spahn eine "gemeinsame Impfwoche" an. Bund, Länder und Kommunen wollen gemeinsam und kreativ die Menschen unter dem Motto "Hier wird geimpft", das auch als Hashtag in den sozialen Medien fungiert, ab Montag zum Impfen bewegen. Dazu werde extra eine eigene Internetseite geschaltet. Unterstützt wird die Initiative vom Handelsverband Deutschland, der bereits eine eigene Kampagne fährt ("Leben statt Lockdown"). Der Chef des Textilunternehmens Kik, Patrick Zahn, der an der Seite von Wieler, Spahn und dem Präsidenten des Handelsverbandes Deutschland, Stefan Genth, saß, betonte, dass der entscheidende Faktor Aufklärung sei, und nicht Belehrung. Das führe zu nichts, so die Erfahrung.

Erst 60 Prozent haben die Zweitimpfung

Zu Fragen nach einem möglichen erneuten Lockdown, die ihm oft gestellt würden, sagte Spahn: "Die Debatte muss doch andersherum gehen: Wir haben das Mittel in der Hand, uns zurück in Freiheit und Normalität zu impfen". Man sei schon ein ganzes Stück vorangekommen, "aber wir müssen eben noch einige, viele weitere überzeugen, diesen Weg mit uns zu gehen."

66 Prozent der Bevölkerung sind Spahns Angaben zufolge mindestens einmal geimpft, 61,6 Prozent hätten vollen Impfschutz, wie der Minister auf Twitter schrieb. Deutschland ist nach seiner Einschätzung im Vergleich zu anderen Ländern besser durch die vergangenen eineinhalb Jahre der Pandemie gekommen. "Das Vereinigte Königreich hat auf die Bevölkerung bezogen mehr als doppelt so viele Todesfälle wie Deutschland", sagte er.

tis mit DPA

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