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Tilman Kuban: Neuer Junge-Union-Chef spricht von «Gleichschaltung» der CDU

Berlin - Der neue Chef der Jungen Union, Tilman Kuban, vermisst kontroverse Diskussionen in der CDU und spricht von einer «Gleichschaltung» der Partei.

Tilman Kuban

JU-Chef Tilman Kuban: «In den letzten Jahren haben sich viele in der CDU nicht mehr wohlgefühlt, weil wir bei unserer Ausrichtung eine Gleichschaltung erlebt haben.» Foto: Michael Kappeler

Der neue Chef der Jungen Union, Tilman Kuban, vermisst kontroverse Diskussionen in der CDU und spricht von einer «Gleichschaltung» der Partei.

«In den letzten Jahren haben sich viele in der CDU nicht mehr wohlgefühlt, weil wir bei unserer Ausrichtung eine Gleichschaltung erlebt haben. Wir brauchen wieder drei Flügel und Persönlichkeiten, die ihre Meinung sagen», sagte er der «Welt».

Der Begriff «Gleichschaltung» wird zumeist im Zusammenhang mit dem nationalsozialistischen Regime verwendet. Die Nazis hatten, nachdem sie an die Macht kamen, Parteien, Verbände, Vereine und die Medien auf ihre politischen Ziele hin ausgerichtet.

Kuban glaubt, dass die Parteibasis vor allem in der Flüchtlingskrise eine andere Politik wollte, als 2015 rund 900.000 Migranten weitgehend unkontrolliert nach Deutschland kamen. «2015 hat eine schweigende Mehrheit in der CDU den Kurs der Führung nicht mitgetragen.» Kanzlerin Angela Merkel hätte damals viel früher ein Stoppsignal setzen müssen, meint Kuban, denn ihre Politik sei auch juristisch fragwürdig gewesen: «Die Rechtslage zur Grenzöffnung ist ja letztlich nie ausgeleuchtet worden.»

Der 31-Jährige bewertet auch weitere Entscheidungen Merkels kritisch. «Ich frage mich schon, ob die Abschaffung der Wehrpflicht, wie sie gelaufen ist, wirklich klug war.» Auch der kurzfristige Atomausstieg sei ein Fehler gewesen, weil er nicht in eine europäische Lösung eingebettet wurde. Sichere deutsche Meiler seien abgeschaltet worden, weniger sichere ausländische hingegen weiter am Netz geblieben.

dpa
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