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Verteidigungsministerium: Ministerposten zu vergeben: Wer Ursula von der Leyen beerben könnte

Noch ist Ursula von der Leyen zwar nicht EU-Kommissionspräsidentin, aber mögliche Nachfolger für das Amt der Verteidigungsministerin werden schon gehandelt. Ins Ministerkarussell sind die Namen Jens Spahn, Peter Tauber und Johann Wadephul gelangt.

Von links oben nach rechts unten: Johann Wadephul, Jens Spahn, Henning Otte und Peter Tauber

Von links oben nach rechts unten: Johann Wadephul, Jens Spahn, Henning Otte und Peter Tauber

DPA

Sollte Ursula von der Leyen am 1. November als erste Frau Präsidentin der EU-Kommission werden, zieht jemand Neues in die Chefetage des Bendlerblocks, den Sitz des Bundesverteidigungsministeriums. Zwar ist von der Leyen noch nicht gewählt – doch schon jetzt werden mögliche Nachfolger für ihr Amt gehandelt.

Für einen der Kandidaten könnte der schwierige Kabinettsposten eine Bewährungsprobe werden: Gesundheitsminister Jens Spahn. Sein Name fällt bei den Spekulationen um die mögliche Nachfolge von der Leyens am häufigsten. Daneben werden drei ausgemachte Verteidigungsexperten gehandelt: Ex-CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Johann Wadephul und Henning Otte, Obmann der CDU/CSU im Verteidigungsausschuss.  

Für Jens Spahn wäre es ein Karrieresprung

Für Jens Spahn wäre der Wechsel ins Verteidigungsministerium durchaus nochmal eine Beförderung – obwohl er bereits Bundesminister ist. Außenpolitisch gilt das Mitglied der Atlantik-Brücke und der Vertraute des umstrittenen US-Botschafters Richard Grenell vor allem als glühender Verfechter der deutsch-amerikanischen Freundschaft.

Spahn landete bei der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Chefin Ende 2018 zwar hinter ihr und Friedrich Merz auf dem dritten und letzten Platz. Trotzdem wird er neben Merz und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet als potenzieller Kanzlerkandidat gehandelt.

Tauber arbeitet bereits im Verteidigungsministerium

Peter Tauber kennt man vor allem aus seiner Zeit als CDU-Generalsekretär von Dezember 2013 an. Anfang 2018 legte der 44-Jährige nach einer schweren Krankheit das Amt nieder. Inzwischen ist er Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Tauber nimmt regelmäßig an Wehrübungen teil und hat einen sehr guten Draht in die Truppe - was man von der amtierenden Ministerin nicht unbedingt behaupten kann.

Vielleicht doch Wadephul oder Otte?

Der Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion für Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Der 56-jährige Vorsitzende der schleswig-holsteinischen Landesgruppe war vier Jahre lang Zeitsoldat bei der Bundeswehr, studierte dann Jura und ist seit 2009 Mitglied des Bundestags. Zuvor war er Vorsitzender der CDU-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag. Den "Kieler Nachrichten" sagte er: "Ich habe volles Vertrauen, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer eine gute Wahl treffen wird. Ich fühle mich da in guten Händen."

Henning Otte ist der Obmann der CDU/CSU im Verteidigungsausschuss des Bundestags und begleitete die Amtszeit von der Leyens durchaus kritisch. Der 50-Jährige zählt zu denjenigen in der CDU, die lieber Merz als Parteivorsitzenden gesehen hätten. Auch er hat eigene Erfahrungen bei der Truppe gesammelt. Nach dem Abitur wurde er beim Panzerbataillon 333 in Celle zum Reserveoffizier ausgebildet.

CSU zufrieden mit seinen Ministerien

Laut "Tagesspiegel" seien noch weitere Personalien möglich: Genannt wurden dort auch der scheidende EU-Kommissar Günther Oettinger und der Ex-Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Volker Kauder. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat laut der Zeitung hingegen das Verteidigungsministerium abgelehnt.

Aus der CSU kam die Nachricht, dass man mit den jetzigen Ministerien, die man innehabe, soweit zufrieden sei und dort keine Veränderungen wolle. Das sind das Bundesinnenministerium mit Horst Seehofer an der Spitze, das Verkehrsministerium mit Andreas Scheuer und das Entwicklungsministerium mit Gerd Müller. CSU-Chef Markus Söder riet ohnehin dazu, jetzt erst einmal abzuwarten, ob von der Leyen im Europaparlament gewählt werde. "Das muss jetzt erstmal über die Bühne gehen", sagte er. Erst dann könne man weitersehen.

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, "Kieler Nachrichten", "Tagesspiegel" 

rw