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Gleiche Gehälter für Frauen und Männer: Kauder tritt bei Schwesigs Plänen auf die Bremse

Familienministerin Schwesig fordert ein Gesetz, das gleiche Bezahlung für Männer und Frauen bestimmt. In der Union regt sich Widerstand. Volker Kauder sieht frühestens nächstes Jahr Gesprächsbedarf.

Volker

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Der Vorschlag von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen transparenter zu machen, sorgt für Spannungen innerhalb der Koalition. Laut einem Artikel des Nachrichtenmagazins "Spiegel" habe das Entgeldgleichheitsgesetz gar das Potenzial "zu einer Zerreißprobe für die Koalition" zu werden. Besonders Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) würde bei dem Projekt bremsen. Er habe am Dienstag bei einem Frühstück mit SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann Bedenken geäußert. "In diesem Jahr wird das nichts mehr", zitiert ihn das Magazin. Zudem könne sich Kauder die Regelung nur für Betriebe mit mehr als 500 Angestellten vorstellen.

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) unterstütze hingegen Schwesigs Kurs. "In kaum einem anderen Land in Europa werden Frauen so drastisch schlechter bezahlt als Männer", heißt es bei "Spiegel Online". "Das ist eine Schande." Gabriel forderte zudem, höhereTarifabschlüsse in klassischen Frauenberufen wie Pflege oder Erziehung.

Es ist nicht das erste Mal, dass es bei Gesetzentwürfen zur Verbesserung von Rechten für Frauen an Arbeitsstellen zu Spannungen zwischen Kauder und Schwesig kommt. Im November nannte der Unionsfraktionsvorsitzende die Familienministerin "weinerlich", nachdem sie sich über anhaltende Kritik an der Frauenquote aus den Reihen der CDU und CSU beschwert hatte. Für Kauders Kommentar bat schließlich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Namen der Union um Entschuldigung.

ono