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Bundestagswahl: Ex-SPD-Minister Schily stellt Martin Schulz' Führungsanspruch in Frage

Die AfD im Bundestag und die SPD am Boden. Und nun? Kann sich die SPD einer Regierungsbildung verweigern? Wie soll man mit den Rechtspopulisten künftig umgehen? Und wie lange kann die Union ihre großen Verluste weglächeln? Der Tag nach der Wahl im Liveblog. 

Otto Schily

Otto Schily

Deutschland hat gewählt: Angela Merkels CDU bleibt stärkste Kraft, muss aber herbe Verluste verkraften. Die Bundeskanzlerin muss nun Partner für eine neue Koalition finden. Bislang deutet alles auf ein Jamaika-Bündnis mit FDP und Grünen hin. Merkel scheint aber auch noch an der Idee einer neuen GroKo festzuhängen, will mit allen betroffenen Parteien reden. Horst Seehofer stellte derweil kurz die Bündnistreue zur CDU in Frage. Letztlich ruderte der CSU-Chef aber zurück. Er sprach jedoch vom "Beginn eines schwierigen Weges".

Martin Schulz kündigte bereits an, dass die SPD nach ihrer Bruchlandung auf jeden Fall in die Opposition gehen wird. FDP-Chef Christian Lindner wiederum will mit den Liberalen nach ihrer Rückkehr ins Parlament die "politische Mitte wieder füllen". Linke und Grüne konnten leicht zulegen, dürften sich aber beide nicht so recht als Gewinner fühlen. Auch wenn Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt am Tag danach zunächst andere Töne anschlug. 

Klarer Gewinner der Wahl 2017 ist die AfD, die drittstärkste Kraft wird. Bei den Rechtspopulisten gärte es allerdings mal wieder: Frauke Petry hat am Morgen erklärt, künftig als fraktionslose Abgeordnete im Bundestag sitzen zu wollen. Andere AfD-Spitzenpolitiker forderten sie im Anschluss dazu auf, die Partei zu verlassen.

Bundestagswahl 2017 - der Tag danach im Liveblog beim stern:

Der Tag nach der Bundestagswahl - alle Nachrichten im Liveblog:

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    "Ich möchte nach bestem Wissen und Gewissen Deutschland dienen", sagt Merkel auf die Frage, ob sie noch eine Säule der Stabilität in Europa sei. "Als was andere mich sehen, kann ich ihnen nicht sagen. Ich habe die Artikel über mich ja nicht geschrieben."

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    "Unter dem Strich war die Grenzöffnung für Flüchtlinge 2015 eine schwere, aber richtige Entscheidung", sagt Merkel.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Sind im Umgang mit der AfD Fehler gemacht worden, möchte ein Journalist wissen. "Man muss die Probleme, die die Menschen bewegen, lösen", sagt Merkel.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    "Mir ist es leicht gefallen die Unterschiede zur SPD zu benennen und der SPD umgekehrt genauso", sagt Merkel zum Vorwurf der schlechten Unterscheidbarkeit beider Parteien.

  • Jenny Kallenbrunnen
    • Jenny Kallenbrunnen

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Zwölf Jahre an der Regierung sei ein gewaltiger Zeitabschnitt, speziell nach dieser schweren Legislaturperiode, sagt Merkel. "Ich war auf die Anfechtungen vorbereitet", sagt Merkel.
    Bei aller Enttäuschung über das Wahlergebnis habe die Union einen klaren Regierungsauftrag erhalten.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Wie geht Merkel mit der Wut und dem Hass um, der sich ja auch gegen sie persönlich gerichtet hat, fragt ein Journalist. "Die Antwort muss sein, das Gespräch zu suchen", sagt Merkel. Es gebe aber auch Leute, die momentan gar nicht zuhören wollten. Damit müsse man dann leben.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    "Es gibt viele Ursachen für die Protesthaltung vieler AfD-Wähler", sagt Merkel. Sie glaubt nicht, dass die AfD-Fraktion im Bundestag Einfluss auf die Flüchtlingspolitik haben wird, sagt Merkel.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Eine Journalistin fragt, wie Merkel Wähler von der AfD zurückzugewinnen und ob sie Mitglieder der AfD-Fraktion abwerben will. "Wir wollen AfD-Wähler und frühere Nichtwähler durch gute Politik zurückgewinnen", sagt Merkel.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    "Über personelle Aufstellungen haben wir - abgesehen vom Fraktionsvorsitz - heute noch nicht gesprochen", sagt Merkel auf die Frage nach Ministerämtern.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    "Wir haben Verantwortung für die Zukunft unseres Landes", sagt Merkel. Die erste Frage an die Bundeskanzlerin dreht sich um die Obergrenze für Flüchtlinge, die die CSU nach wie vor fordert. "Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden", sagt Merkel.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Merkel hat Volker Kauder als Fraktionsvorsitzenden vorgeschlagen. Die Union werde das Gespräch mit FDP und Grünen suchen, aber auch mit der SPD. Eine stabile Regierung sei im Sinne Deutschlands und daher wolle man auch die SPD kontaktieren.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Die Bundeskanzlerin spricht nun im Konrad-Adenauer-Haus. "Wir hatten uns ein besseres Ergebnis erhofft. Und haben auch die Wählerwanderungen analysiert."

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Um 13.30 Uhr soll Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Bewertung der Bundestagswahl abgeben.

  • Thomas Krause
    • Thomas Krause

    Göring-Eckardt sagt zu Flüchtlingspolitik: "Jeder, der eine Obergrenze fordert, stellt damit unser Grundgesetz infrage."