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Die Morgenlage Dritter Impfstoff: Europäische Arzneimittelagentur entscheidet heute über Präparat von AstraZeneca

Kramp-Karrenbauer untersagt Friseure in Kasernen +++ Sechs Tote bei Auslaufen von Flüssigstickstoff in US-Geflügelfabrik +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

die Signale stehen auf Grün: Die EU bekommt wohl den dritten Impfstoff. Sollten die Experten der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) heute ihr Placet für das Mittel "Covishield" des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca geben, dann wäre eine endgültige Zulassung durch die EU-Kommission erfahrungsgemäß reine Formsache. Das Vakzin wäre der dritte Impfstoff, der EU-weit eine Zulassung erhält. Doch noch gibt es wenig Grund zum Jubel. Hersteller AstraZeneca hat weiter Lieferprobleme.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag: 

Alstom übernimmt deutsche Bahn-Sparte von Bombardier

Der französische Alstom-Konzern übernimmt heute die in Deutschland ansässige Bahnsparte des kanadischen Konkurrenten Bombardier. Damit entsteht der zweitgrößte Bahnhersteller der Welt. Die Bahnsparte von Bombardier mit Hauptsitz in Berlin ist wichtigster Zulieferer der Deutschen Bahn.  Alstom stellt unter anderem die französischen TGV-Hochgeschwindigkeitszüge her. Laut Kaufvertrag ist ein Preis von "bis zu 5,3 Milliarden Euro" vereinbart. 

Kramp-Karrenbauer untersagt Friseure in Kasernen 

In den Kasernen der Bundeswehr dürfen Friseure wegen der Corona-Pandemie vorerst keine Haare mehr schneiden. "Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat im Laufe des Donnerstag entschieden, dass Friseursalons in Bundeswehrkasernen bis auf Weiteres geschlossen werden", sagte eine Ministeriumssprecherin der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Entsprechende Angebote seien per Erlass untersagt worden.

Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes hätten Soldaten bislang auch in Pandemiezeiten die Dienste von Friseuren in militärischen Liegenschaften in Anspruch nehmen dürfen, so der Bericht. Nach Angaben des Ministeriums war dies etwa wegen des geforderten "korrekten Erscheinungsbilds" von Soldatinnen und Soldaten erforderlich.  

Sechs Tote bei Auslaufen von Flüssigstickstoff in US-Geflügelfabrik

Bei einem schweren Unglück in einer Geflügelfabrik im US-Bundesstaat Georgia sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei war am Donnerstag in der Anlage in Gainesville aus zunächst ungeklärter Ursache aus einer Leitung flüssiger Stickstoff ausgetreten. Zu einer Explosion kam es jedoch nicht.

Fünf Menschen starben am Unglücksort, ein sechster im Krankenhaus. Elf weitere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen schwer, wie ein Vertreter der regionalen Gesundheitsbehörden sagte.

Deutsche Bahn will 2021 so viele Nachwuchskräfte einstellen wie nie

Die Deutsche Bahn (DB) will trotz anhaltender Coronakrise in diesem Jahr so viele Nachwuchskräfte einstellen wie noch nie: Rund 5000 Auszubildende und dual Studierende sollen in den Konzern kommen, 300 mehr als im vergangenen Jahr, wie die Bahn der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Insgesamt will sie demnach 2021 "mindestens 18.000 Einstellungszusagen erteilen".

US-Filmstar Cicely Tyson im Alter von 96 Jahren verstorben

Die US-Schauspielerin Cicely Tyson ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Tyson sei am Donnerstag friedlich entschlafen, teilte ihr Manager Larry Thompson mit. Die Afroamerikanerin war bis kurz vor ihrem Lebensende beruflich aktiv geblieben. So war sie zuletzt in der Erfolgsserie "How to Get Away with Murder" zu sehen.

Das wird heute wichtig: 

Dritter Impfstoff: EMA entscheidet über Präparat von AstraZeneca

Heute wird die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) voraussichtlich die bedingte Zulassung des Impfstoffes des Herstellers AstraZeneca empfehlen. Dann muss nur noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte ebenfalls noch heute geschehen. Damit hätte die EU den dritten Impfstoff gegen Covid-19 - und das ungefähr ein Jahr nach Ausbruch der Coronakrise in Europa.

Bislang sind in der EU nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. Gerade der Wirkstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca ist für viele EU-Staaten vielversprechend. Der Impfstoff, den der Konzern gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hatte, wird bereits in großem Stil seit Januar in Großbritannien eingesetzt.

Italiens Staatspräsident führt letzte Gespräche nach Conte-Rücktritt

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella will heute die letzten Gespräche auf der Suche nach einer neuen Regierung führen. Laut Quirinalspalast erwartet Mattarella am Nachmittag unter anderem die Parlamentariergruppen der rechten Fratelli d'Italia, der Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und der konservativen Forza Italia von Ex-Premier Silvio Berlusconi. Im Anschluss sollen Vertreter der Fünf-Sterne-Bewegung im Amtssitz des Staatspräsidenten zu Gesprächen kommen. 

Zusatzmonat bei Frühchen – Bundestag beschließt Elterngeldreform

Im Bundestag soll heute eine Reform des Elterngelds beschlossen werden. Nach den Plänen von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bekommen Spitzenverdienerpaare mit mehr als 300.000 Euro Einkommen künftig kein Elterngeld mehr. Die Grenze lag bisher bei 500.000 Euro. Dafür werden Mütter und Väter von Frühchen stärker gefördert und Möglichkeiten für Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezugs werden ausgeweitet.

Abgeordnete stellen übergreifende Initiative zur Sterbehilfe vor

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe formiert sich im Bundestag eine fraktionsübergreifende Initiative für eine Neuregelung. Die Abgeordneten Karl Lauterbach (SPD), Katrin Helling-Plahr (FDP) und Petra Sitte (Linke) wollen heute (9 Uhr in Berlin einen Gesetzentwurf vorstellen. Ziel sei, Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen und Betroffenen auch einen Zugang zu Medikamenten zur Selbsttötung zu eröffnen.

Die Karlsruher Richter hatten Anfang vergangenen Jahres ein seit 2015 bestehendes Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt – es verletze das Recht des Einzelnen auf selbstbestimmtes Sterben. Dabei hat "geschäftsmäßig" nichts mit Geld zu tun, sondern bedeutet "auf Wiederholung angelegt". Das Urteil stößt eine Tür für organisierte Angebote auf. Die Richter stellten aber die Möglichkeit zu Regulierungen heraus - etwa Beratungspflichten und Wartefristen.

Prozess um Tod von Zivilfahnder – Kollision mit gesuchtem Autofahrer

In einem Prozess vor dem Landgericht Hamburg geht es heute (13.30 Uhr) um eine Festnahmeaktion, bei der vor knapp einem Jahr ein Polizist tödlich verletzt wurde. Angeklagt ist ein 29-Jähriger, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit drei Haftbefehlen gesucht worden war.

Prozess um mutmaßlichen Auftragsmord vor 23 Jahren beginnt in Berlin

Knapp 23 Jahre nach einem mutmaßlichen Auftragsmord muss sich ab heute (10 Uhr) ein 59-Jähriger vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der Angeklagte Serghei N. soll im März 1998 im Auftrag eines gesondert verfolgten Manns seinen Chef erschossen und dafür 1500 Mark erhalten haben. Das Ermittlungsverfahren war bereits eingestellt, wurde aber nach einer Zeugenaussage im Jahr 2017 von der Staatsanwaltschaft Berlin wieder aufgenommen.

VfB hofft auf Heimsieg gegen Mainz

Inmitten einer großen Krise auf der Führungsebene will der VfB Stuttgart endlich ein Heimspiel in der Fußball-Bundesliga gewinnen. Die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo empfängt heute (20.30 Uhr/DAZN) zum Auftakt des 19. Spieltags den Tabellenvorletzten 1. FSV Mainz 05. Die Mainzer überraschten zuletzt mit einem 3:2 gegen RB Leipzig. Der schwäbische Aufsteiger befindet sich in einem Abwärtstrend und will die dritte Niederlage in Serie vermeiden. Seit Wochen belastet den VfB Stuttgart eine Datenaffäre und ein vereinspolitischer Machtkampf, der unter der Woche noch erbitterter wurde.

Drei Sprint-Entscheidungen bei der Rodel-WM am Königssee

Bei der 50. Rennrodel-WM am Königssee gehen heute die Sprinter an den Start. Die Titelverteidiger Toni Eggert/Sascha Benecken bei den Doppelsitzern sowie Felix Loch und Natalie Geisenberger können die ersten Medaillen für das deutsche Team sammeln. Im Skeleton steht in Innsbruck das Weltcup-Finale ohne das WM-Team der Männer an, bei den Frauen ist Weltmeisterin Tina Hermann dabei. Claudia Pechstein geht beim Eisschnelllauf-Weltcup in Heerenveen gleich zweimal an den Start. Im Ski nordisch bestreiten die Langläufer den Weltcup in Falun, die Kombinierer treten in Seefeld an.

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Ihre stern-Redaktion

DPA AFP

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