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Die Morgenlage Umfrage: Nur jedes fünfte CDU-Mitglied für Kanzlerkandidat Laschet

CDU-Parteivorsitzender und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
CDU-Parteivorsitzender und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
© Michael Kappeler/ / Picture Alliance
Intensivmediziner: Stationen könnten in vier Wochen voll sein +++ Mehrere Tote nach Schüssen in Kalifornien +++ Sieben Hongkonger Aktivisten von Gericht für schuldig befunden +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

das sieht nicht gut aus für CDU-Chef Armin Laschet: Laut einer Forsa-Umfrage ist nur jedes fünfte CDU-Mitglied für Laschet als Kanzlerkandidat der Union. 68 Prozent hingegen wollen den CSU-Vorsitzenden Markus Söder. CDU und CSU wollen im Zeitraum zwischen Ostern und Pfingsten bekannt geben, wer als Kanzlerkandidat gekürt wird. 

Laschet will über die Ostertage darüber nachdenken, welche Maßnahmen die dritte Welle der Corona-Pandemie wirkungsvoll eindämmen könnten. Die gemeinsam beschlossene Osterruhe habe nicht funktioniert, sagte er am Mittwochabend im ZDF-"heute journal". Gleichzeitig steigen die Corona-Neuinfektionen in Deutschland – und Intensivmediziner warnen vor vollen Intensivstationen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Intensivmediziner: Stationen könnten in vier Wochen voll sein

Der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, warnt vor einer Überfüllung von Deutschlands Intensivstationen wegen der Corona-Pandemie innerhalb von vier Wochen. "Seit Mitte März sind unterm Strich 1000 Intensivpatienten zusätzlich in den Krankenhäusern gelandet. Wenn sich diese Geschwindigkeit fortsetzt, sind wir in weniger als vier Wochen an der regulären Kapazitätsgrenze angelangt", sagte Karagiannidis der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Aktuell seien noch 1500 Intensivbetten für Covid-Patienten frei.

Karagiannidis, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) ist, sagte: "Wir malen keine Schreckensbilder, unsere Warnungen sind von den Zahlen gedeckt. Es braucht jetzt dringend einen harten Lockdown für zwei Wochen, verpflichtende Tests an Schulen zweimal in der Woche und deutlich mehr Tempo bei den Impfungen in den Zentren und Arztpraxen."

Umfrage: Nur jedes fünfte CDU-Mitglied für Kanzlerkandidat Laschet

Nur jedes fünfte CDU-Mitglied (21 Prozent) ist nach einer Umfrage für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union. 68 Prozent bevorzugen den CSU-Vorsitzenden Markus Söder, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) ergab. Elf Prozent machten keine Angaben. Die beiden Ministerpräsidenten aus Nordrhein-Westfalen und Bayern haben angekündigt, dass der gemeinsame Kanzlerkandidat von CDU und CSU im Zeitraum zwischen Ostern und Pfingsten gekürt wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt nicht mehr an. 

Mehr als 24.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 24.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 24.300 neue Ansteckungsfälle registriert – das sind gut 1600 mehr als am Donnerstag vergangener Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg gegenüber dem Vortag leicht auf 134,2. Das RKI meldete am Donnerstag außerdem 201 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. 

Polizeigewerkschaft rechnet mit schwierigen Einsätzen an Ostern

Die Deutsche Polizeigewerkschaft rechnet an den Ostertagen mit schwierigen und gefährlichen Polizeieinsätzen. Grund sei die schwindende Akzeptanz der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bei den Bürgern. "Die Stimmung heizt sich auf. Die Leute werden immer nervöser und aggressiver", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Immer häufiger würden Menschen die Maskenpflicht und die Abstandsregeln ignorieren und sich gegenüber Polizisten, die die Einhaltung der Vorschriften kontrollieren und durchsetzen wollten, aggressiv verhalten. "Viele nehmen keine Weisungen der Polizei mehr an", sagte Wendt. Randale und Pöbeleien bis hin zu Gewaltausbrüchen seien inzwischen an der Tagesordnung. "Da werden Polizeibeamte angespuckt, beleidigt und getreten", so Wendt.

Mehrere Tote nach Schüssen in Kalifornien

In der Stadt Orange im US-Bundesstaat Kalifornien sind mehrere Menschen durch Schüsse getötet worden. Der Vorfall habe sich in einem kleineren Bürogebäude ereignet, berichteten örtliche Medien am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf die Polizei. Vier Menschen seien getötet, zwei weitere verletzt worden, hieß es in ersten Berichten. Unter den Todesopfern soll auch ein Kind sein. Der mutmaßliche Schütze sei nach einem Schusswechsel mit der Polizei festgenommen und in ein Krankenhaus der Stadt südlich von Los Angeles gebracht worden. Die Situation sei unter Kontrolle. Die Hintergründe sind noch unklar.

Sieben Hongkonger Aktivisten von Gericht für schuldig befunden

Wegen der Teilnahme an einem unautorisierten Protest im Jahr 2019 sind in Hongkong sieben Aktivisten von einem Gericht für schuldig befunden worden. Zu der Gruppe gehören unter anderem der bekannte Demokratie-Kämpfer Martin Lee sowie der Medienmogul Jimmy Lai. Nach dem Schuldspruch am Donnerstag war zunächst unklar, wann das Strafmaß verkündet werden sollte. Die Gerichtsentscheidung ist der jüngste Schlag gegen Hongkongs Demokratie-Bewegung, gegen die Peking mit harter Hand vorgeht. 

DFB-Auswahl unterliegt in WM-Qualifikation Nordmazedonien

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat nach zwei Siegen überraschend die erste Niederlage in der Qualifikation für die WM in Katar im kommenden Jahr bezogen. Gegen Nordmazedonien verlor das DFB-Team am Mittwochabend in Duisburg 1:2 (0:1) und ist in der Gruppe J nun nur noch Dritter. Spitzenreiter ist überraschend Armenien, das beim 3:2 gegen Rumänien zum dritten Sieg kam. Für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw traf nur Ilkay Gündogan per Foulelfmeter in der 63. Minute. Goran Pandev kurz vor der Halbzeit und Eljif Elmas in der 85. Minute waren für Nordmazedonien erfolgreich, das wie die DFB-Auswahl sechs Punkte hat und Rang zwei belegt.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Corona-Regeln über Ostern: Osten Österreichs im mehrtägigen Lockdown

Teile Österreichs gehen wieder in einen Lockdown. Betroffen sind die Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland im Osten der Alpenrepublik. Dort grassiert besonders stark die britische Corona-Variante. Die Auslastung der Intensivbetten in den Kliniken ist hoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in den drei Bundesländern zwischen 280 und 340. Österreichweit haben sich in den vergangenen sieben Tagen etwa 260 Menschen pro 100.000 Einwohner nachweislich mit dem Virus angesteckt. Die Maßnahme gilt bis zum 6. April im Burgenland und Niederösterreich sowie bis 10. April in Wien. Bis auf die üblichen Ausnahmen für den täglichen Bedarf müssen alle Läden schließen. Obendrein herrschen ganztägig Ausgangsbeschränkungen. Dabei ist auch die Erholung im Freien ein triftiger Grund, die Wohnung zu verlassen. 

Sondersitzung des Innenausschusses zur Munitionsaffäre beim LKA

Die Munitionsaffäre bei einer Spezialeinheit des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) beschäftigt nun auch den Landtag. Die Mitglieder des Innenausschusses wollen ab 10 Uhr in einer nichtöffentlichen Sondersitzung über den Fall sprechen. Die Koalitionsfraktionen der CDU, Grüne und SPD hatten die Sondersitzung beantragt. Im Anschluss daran sind Stellungnahmen geplant. Am Dienstag waren Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen gegen 17 Beamte einer LKA-Sondereinheit bekannt geworden. Dem Kommandoführer und drei Schießtrainern wird vorgeworfen, im November 2018 aus Dienstbeständen mindestens 7000 Schuss Munition entwendet und diese als Bezahlung bei einem privaten Schießtraining auf einer Schießanlage in Güstrow genutzt zu haben.

Südwest-Grüne wollen Partner für Koalitionsverhandlungen vorstellen

Die Grünen in Baden-Württemberg wollen sich (um 15.00 Uhr) mit ihren potenziellen Koalitionspartnern der Öffentlichkeit vorstellen. Die grüne Verhandlungsgruppe um Ministerpräsident Winfried Kretschmann wollte noch am Mittwoch darüber entscheiden, ob sie den Gremien der Partei eine Neuauflage der Koalition mit der CDU oder ein Ampelbündnis mit SPD und FDP empfehlen soll. Die offizielle Entscheidung soll aber der Landesvorstand am Morgen (8.00 Uhr) treffen.

Zweites Corona-Ostern im Vatikan: Papst Franziskus feiert Messe

Mit einer Messe um 10 Uhr steht für Papst Franziskus ein erster Höhepunkt der christlichen Feiern der Karwoche und zu Ostern an. Für das katholische Kirchenoberhaupt ist es das zweite Ostern in Folge, das wegen der Corona-Pandemie nur in eingeschränkter Form begangen werden kann.

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de.  Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern-Redaktion

rw DPA AFP

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