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Analyse

G7-Konferenz: Trumps bizarrste Aussagen nach dem Gipfeltreffen in Biarritz

Donald Trump hat zum Abschluss des G7-Gipfels in Biarritz dem Pressekorps des Weißen Hauses Rede und Antwort gestanden: Dabei gab der US-Präsident einige bemerkenswerte Dinge von sich.

Trump und Merkel

Donald Trump war eine Stunde zu spät auf der Pressekonferenz zum Abschluss des G7-Gipfeltreffens im französischen Badeort Biarritz erschienen. "Niemand wollte gehen", scherzte der US-Präsident, als er am Montag vor den Flaggen der USA, Frankreichs und der EU schließlich mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron auf die Bühne trat. Auch die danach folgenden Aussagen des 73-Jährigen wirkten teilweise wie ein (schlechter) Scherz.

Die Befragung durch das Pressekorps des Weißen Hauses sei eine typische Trump-Vorstellung gewesen - "chaotisch, konfrontativ und sehr, sehr ungenau im Umgang mit Fakten", urteilte der CNN-Journalist Chris Cillizza über die Veranstaltung. Cillizza ist Trump-Kritiker und stellt regelmäßig nach besonderen Interviews und Medienterminen die seiner Ansicht nach bemerkenswertesten Aussagen des US-Präsidenten daraus zusammen. Hier eine Auswahl von der G7-Pressekonferenz (die Sätze wirken häufig holperig, wurden von Trump aber so gesagt):

"Ich habe ausgegeben und ich denke, ich werde, in einer Kombination aus Verlust und Gelegenheit, wahrscheinlich wird mich meine Präsidentschaft irgendetwas zwischen drei und fünf Milliarden Dollar kosten."

Wie Trump auf diese Zahlen über seine für ihn angeblich so kostspielige Amtszeit kommt, ist völlig unklar. Belege für seine Behauptung lieferte er nicht.

"Weil es das ist ... ich meine, irgendwann werde ich das im Detail erklären und zeigen."

So viel zu den Fragen nach den Belegen.

Merkel kommentiert Trump mit witzigen Gesten

"Doral ist zufällig in Miami. Es ist eine Stadt. Es ist ein wunderbarer Ort. Es ist eine sehr, sehr erfolgreiche Gegend Floridas. Es ist, sehr wichtig, nur fünf Minuten vom Flughafen entfernt; der Flughafen ist direkt nebenan."

Der US-Präsident spricht hier über sein eigenes Golfressort Trump National Doral Miami, auf dem er das nächste G7-Treffen im Jahr 2020 abhalten möchte. Kritiker werfen ihm deshalb vor, er vermenge sein Amt mit privaten Geschäftsinteressen. "Donald Trump weiß, dass, wenn der G7-Gipfel in Doral stattfindet, sich das mächtig gut auf Dorals zukünftigen Werbeprospekten machen wird. Völlig normale Sache", kommentiert Cillizza den Vorstoß.

"Meiner Ansicht nach werde ich kein Geld verdienen. Ich will kein Geld verdienen. Es liegt mir nichts daran, Geld zu verdienen."

Trump behauptet, wenn Doral Gastgeber der G7-Konferenz wäre, würde ihm das kein Geld einbringen. "Und was ist mit den riesigen Delegationen, die in dem Ressort übernachten?", fragt Cilliza.

"Viele Leute sagen, Russland - das eine Macht ist - im Raum zu haben, ist besser als es außerhalb des Raumes zu haben."

Trump spricht hier über seinen Wunsch, Russland wieder in die Staatengruppe aufzunehmen. Cilliza schreibt dazu: "Um es klar zu sagen: Die eine prominente Person, die sich für die Wiederaufnahme Russlands in die G7 einsetzt - aus der es nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 entfernt wurde - ist Donald John Trump. 'Viele Leute sagen' ist einfach nur erfunden."

"Übrigens gab es auf dem G7-Treffen zahlreiche Menschen, die so fühlten. Und wir haben zwar nicht abgestimmt oder so, aber wir haben darüber diskutiert."

Cilliza macht folgende Gleichung daraus: "Wir haben nicht darüber abgestimmt oder so" = "Ich habe mir das zwar vielleicht komplett ausgedacht, aber Sie haben null Möglichkeiten, das zu beweisen."

"Präsident Obama war nicht glücklich darüber, dass dies geschah, weil es ihm peinlich war. Nicht wahr? Es war ihm sehr peinlich. Und er wollte, dass Russland aus den damaligen G8 verschwindet."

Nach Trumps Darstellung wurde Russland nicht etwa aus den G8 ausgeschlossen, weil es völkerrechtswidrig einen Teil der Ukraine annektiert hat, sondern auf Drängen des damaligen US-Präsidenten Barack Obama, weil es diesen mit der Krim-Besetzung in Verlegenheit gebracht hat.

"Er wurde von Putin überlistet. Er wurde überlistet. Präsident Putin hat Präsident Obama überlistet."

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Trump zufolge Obama überlistet, indem er die Krim besetzt hat. Im Original benutzt der US-Präsident den Ausruck "outsmartet" und sagt damit, dass Putin schlauer gewesen sei als Obama. Was er damit meint oder wie er darauf kommt, erläutert der US-Präsident nicht. Cilliza kritisiert zudem: "Trump bezeichnet einen ehemaligen Präsidenten als dumm und lobt einen autoritären Herrscher, während er Amerika auf fremdem Boden repräsentiert."

"Es ist ein sehr großes Gebiet, ein sehr wichtiges Gebiet. Russland hat sein U-Boot - dort erledigen sie ihre U-Boot-Arbeiten, und dort legen ihre großen und mächtigen U-Boote an. Aber nicht so mächtig wie unsere und nicht so groß wie unsere. Aber sie haben ihre U-Boote."

Trump über die Krim und darüber, wer die Größten hat.

#MelaniaLovesTrudeau – Küsschen auf dem G7-Gipfel wird Hit auf Twitter

"Ich werde diesen Wohlstand nicht verlieren. Ich werde ihn nicht an Träume und Windmühlen verlieren - die, offen gesagt, nicht so gut funktionieren. Ich werde ihn nicht verlieren."

Auf welche Frage Trump hier geantwortet hat? Das waren diese: "Was sollte die Welt Ihrer Meinung nach gegen den Klimawandel unternehmen? Und haben Sie immer noch diese Skepsis?"

"Und ich bin ein Umweltschützer. Viele Leute verstehen das nicht. Ich habe wahrscheinlich mehr Umweltverträglichkeitsprüfungen gemacht als jeder der - ich schätze, ich kann definitiv sagen, weil ich viele, viele, viele von ihnen gemacht habe."

Nur zur Klarstellung: Die Arbeitssitzung des G7-Gipfels zu Umweltthemen am Tag zuvor hatte Trump geschwänzt. Zudem hat er in den USA viele Umweltschutzbestimmungen gelockert, weil er sie als Hindernis für die Wirtschaft sieht. Und aktuell berichtet die "Washington Post", der US-Präsident habe seinen Landwirtschaftsminister angewiesen, Teile des Regenwaldes in einem Schutzgebiet in Alaska zur Abholzung freizugeben.

"Wir dürfen uns diesen Wohlstand nicht wegnehmen lassen. Saubere Luft, sauberes Wasser."

Kann man ja mal so sagen. Was immer es bedeuten soll.

Quelle: CNN