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Tag der Arbeit: Warum ist der 1. Mai ein Feiertag?

Die Deutschen tanzen in den Mai oder jubeln im Harz um die Feuer der Walpurgisnacht. Der darauffolgende Feiertag am 1. Mai allerdings hat eine blutige Geschichte, die mit Tanznächten und dem Frühlingsbeginn nicht viel zu tun hat.

Warum ist der 1. Mai ein Feiertag?

Der Holzschnitt von 1886 war die meistverbreitete Illustration der nordamerikanischen Arbeiterbewegung. Er zeigt die Eskalation einer Demonstration auf dem Haymarket in Chicago.

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Der Tag der Arbeit ist den meisten Menschen hierzulande ein Begriff. Sein Ursprung liegt allerdings so weit zurück, dass manch einer sich kaum noch die Bedeutung des Feiertags erinnert. Er liegt im Jahr 1885, als nordamerikanische Arbeiter mit Demonstrationen den Acht-Stunden-Tag durchsetzten. Zum Gedenken an die Opfer der Demonstrationen wurde im Jahr 1889 der 1. Mai als "Kampftag der Arbeiterbewegung" ausgerufen. Ein Jahr später wurde der Gedenk- und Protesttag zum ersten Mal mit Massenstreiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt begangen.

Nazis nutzten den Feiertag am 1. Mai für ihre Zwecke

In Deutschland nutzten die Nationalsozialisten die Tradition des Maifeiertags für ihre Propagandazwecke aus. Im Jahr 1933 riefen sie diesen Tag zum "Feiertag der nationalen Arbeit" aus. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften in Deutschland verboten. Doch der Maifeiertag wurde auch nach der Nazi-Herrschaft in Deutschland als "Tag der Arbeit" weitergeführt und seit Kriegsende von dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ausgerichtet. Am 1. Mai 1946 bestätigte der Alliierte Kontrollrat den Feiertag.

Seit den 1980er Jahren gab es neben den politisch organisierten Demonstrationen auch regelmäßig Ausschreitungen.

Der 1. Mai gilt auch in vielen anderen Ländern als gesetzlicher Feiertag, wie zum Beispiel in Österreich, Teilen der Schweiz, Schweden, Italien, Russland, China und Griechenland.

cas / sve
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