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"heute wichtig" Mai Thi Nguyen-Kim: Mit Fakten gegen die Krise

"heute wichtig": Mai Thi Nguyen-Kim: Mit Fakten gegen die Krise
© Viet Nguyen-Kim
Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim zählt zu den bekanntesten Gesichtern der Pandemie. Die 34-Jährige ist sich ihrer Vorbildfunktion sehr wohl bewusst. Im Gespräch bei "heute wichtig" verrät sie, wie sie damit umgeht – und ob sie jemals in die Politik wechseln würde.  

Wir sollten uns die Corona-Krise nicht zum Vorbild für andere Krisen nehmen. Das mahnt Dr. Mai Thi Nguyen-Kim in der aktuellen Folge (#196) von "heute wichtig" im Gespräch mit Moderator Michel Abdollahi. "Wir haben die Möglichkeit die Bewältigung der Klima-Krise sozial gerecht zu gestalten, während die Corona-Krise Menschen getroffen hat, die sowieso schon am schlechtesten dran waren, eben weil es so schnell geht: So ein Virus überrollt einen! Man kann nur reagieren nicht vorgreifen." Nun läge es an den Regierenden die technologischen und politischen Möglichkeiten zu nutzen. 

Wann endet Corona? 

Seit die Chemikerin, mit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren, auf ihrem YouTube Kanal "maiLab" immer wieder über Corona aufklärt, wurde sie mit Preisen überhäuft, hat eine eigene TV-Show bei ZDFneo, ist Spiegel-Bestseller-Autorin – an ihren Aussagen nehmen sich viele Menschen ein Vorbild. Eine Rolle, die der Wissenschaftlerin und Mutter eines Kindes sehr wohl bewusst ist. Hier helfe ein klares Rollenverständnis: "Ich stelle mich nicht unbedingt als Person in den Vordergrund, sondern als Vermittlerin von Fakten." 

Politik? – Auf keinen Fall! 

Zahlreiche Fans würden Dr. Mai Thi Nguyen-Kim auch in der Politik sehen. Die 34-Jährige könne sich eher vorstellen, wieder als Chemikerin oder in einem ganz anderen Beruf zu arbeiten, bevor sie diesen Schritt gehen würde: "Das Schöne an Wissenschaft ist, dass sie sachlich ist und nicht ideologisch, politisch oder persönlich."

Außerdem: Corona-Situation in Indien  

Indien war dramatisch betroffen von der zweiten Corona-Welle, so lagen Menschen vor den Krankenhäusern, haben keine Behandlung bekommen. Plätze für die Beatmung mit Sauerstoff gab es nur gegen Bezahlung. Und selbst für die Toten reichten die Bestattungsplätze nicht aus, die Krematorien waren überfüllt. Aktuell steht Indien vor einer dritten Welle – und trotzdem, so berichtet es die Journalistin Bettina Sengling, werden religiöse Festivals veranstaltet, die oft als Superspreader-Events enden. Gleichzeitig gibt es in Delhi nachts eine Ausgangssperre und die Schulen sind bereits seit zwei Jahren geschlossen. Das, so Bettina Sengling, habe dramatische Folgen, gerade für die Kinder aus den Slums.  

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mth

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