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"heute wichtig" Jungpolitikerin Wiebke Winter kritisiert Ampel-Klimapolitik: "Finde die Performance sehr schwach"

Für ihr politisches Wirken hat sich Wiebke Winter schon früh die CDU ausgesucht
Für ihr politisches Wirken hat sich Wiebke Winter schon früh die CDU ausgesucht
© Tobias Koch
Nach einem Jahr ist von der selbsternannten Klima-Regierung noch nicht der große, klimapolitische Wurf gekommen. Wiebke Winter gründete die Klima-Union mit und kritisiert: "Ich finde die Performance der Ampel sehr, sehr schwach."

Wer an Klimapolitik von und für junge Menschen denkt, hat in der Regel "Fridays for Future"-Aktivist:innen vor Augen, oder die Grünen. Für Wiebke Winter war aber bereits als Jugendliche klar: Ihre Partei ist die CDU. Dabei ist die heute 26-Jährige glühende Atomkraftgegnerin. Deshalb trat sie auch erst nach dem von Bundeskanzlerin Angela Merkel beschlossenen Atomausstieg in die CDU ein, nach dem nuklearen Unfall in Fukushima.

Zeit der Energiekrise: "Die Frage der Atomkraft stellt sich jetzt neu"

Dass sich die Union jetzt vor dem Hintergrund der Energiekrise wieder für die Atomenergie stark macht, bringt Wiebke Winter in einen Zwiespalt, erzählt sie in der 420. Folge des Podcasts "heute wichtig". Wenn man sich zwischen Atomkraft oder Kohle entscheiden müsse, falle ihre Wahl heute auf die klimafreundlichere Kernenergie: "Zum Schluss halte ich Atomkraft aber nicht für die Zukunft", sagt sie. Denn Atomstrom sei teuer, helfe nicht dabei, erneuerbare Energien zu fördern und am Ende bleibe die Frage nach der Atommüll-Endlagerung. "Atomstrom ist nicht wirklich generationengerecht und ich werde mich weiterhin für den Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzen."

Wiebke Winter über Klimapolitik: "Die Performance der Ampel ist schwach"

Für ihr politisches Wirken hat sich Wiebke Winter schon früh die CDU ausgesucht und ihrer Meinung nach hat sich in der Partei in Sachen Klimaschutz eine ganze Menge verändert. Das liege einerseits an der Klima-Union, die sie selbst mitgegründet hat und die für das im Pariser Abkommen vereinbarte 1,5-Grad-Ziel einsteht. "Aber natürlich auch am Urteil des Bundesverfassungsgerichts im April 2021. Daraufhin hat sich die CDU zur Klimaneutralität bis 2045 bekannt". Von der bisherigen Klimapolitik der Ampel-Regierung zeigt sich die Oppositions-Politikerin hingegen enttäuscht. Defizite sieht Winter vor allem im Verkehrsministerium oder im Gebäudesektor, wo nicht abzusehen sei, dass die Regierung ihre Reduktionsziele einhalten könne. Und auch die Weltklimakonferenz habe keine Fortschritte gebracht – "obwohl die Bundesregierung gesagt hatte, sie wolle sich darauf fokussieren".

Konfrontiert man Wiebke Winter mit Unions-Kollegen, die immer wieder in der Kritik stehen, die Förderung erneuerbarer Energien zu blockieren – Markus Söder etwa, der als Ministerpräsident den Ausbau der Windkraft in Bayern lange bremste – kontert die CDU-Politikerin. Bayern sei nicht das Schlusslicht bei der Förderung erneuerbarer Energien. Auch in anderen Bundesländern, die nicht unionsgeführt sind, sei bei der Windkraft noch Luft nach oben. Man müsse parteiübergreifend besser werden: "Da muss jeder seine Hausaufgaben machen. Wir müssen alle in die Hände spucken und los geht’s", fordert Wiebke Winter bei "heute wichtig".

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