HOME

Die Morgenlage: Die Grundrente steht: Jetzt kommt die Prüfung in den Parteigremien

Grundrente: Noch muss der Kompromiss durch die Parteigremien +++ Neuwahl in Spanien bringt wenig Neues +++ Aufregung in der Bundesliga: Bodycheck streckt Freiburgs Coach nieder +++ Karnevalsstart am Rhein +++ Die Lage am Montag.

Hubertus Heil

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Politik ist nicht immer so schnell, wie der Wähler es gerne hätte. Manche Debatten dauern gar so lange, dass sich am Ende keine Seite mehr richtig sicher ist, wer nun eigentlich gewonnen und wer verloren hat. Beim ewigen Streit um die Grundrente konnte die Groko zwar am Sonntag einen Durchbruch verkünden, wirklich ausgestanden ist die Sache aber noch immer nicht. Auch in Spanien hat das Wochenende keine Klarheit gebracht. Hat das Land völlig umsonst 136 Millionen Euro für die zweite Neuwahl des Jahres ausgegeben? Prognosen lassen dies befürchten. Denn am politischen Szenario samt Dauerblockade ändert sich wohl wenig – und jetzt sind auch noch die Rechtspopulisten groß im Kommen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag: Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist und heute noch wichtig wird.
 

Grundrente ist noch nicht wirklich durch

Da kann SPD-Interimschefin Malu Dreyer noch so sehr von einem "sozialpolitischen Meilenstein" reden: Wirklich abgemachte Sache ist die Grundrente noch nicht. Sie werde der Partei den Kompromiss nun zum Beschluss vorlegen, sagte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer am Sonntag - und hier und da klangen in den Reaktionen noch Vorbehalte durch. Das CDU-Präsidium tritt um 9 Uhr zusammen, das erweiterte SPD-Präsidium um 11 Uhr. Bei den Sozialdemokraten geht es dann nicht nur um die Grundrente, sondern auch um die Fortsetzung der Groko.

Grundrente-Kompromiss: Markus Söder, Annegret Kramp-Karrenbauer und Malu Dreyer sind zufrieden

Neuwahl verschärft Dauerkrise in Spanien

Die Spanier wählen und wählen – aber eine stabile Regierung kommt dabei seit Jahren nicht heraus. Die jüngste Parlaments-Neuwahl am Sonntag hat die verzwickte politische Situation im Madrider Parlament noch verschärft. Zwar konnten die Sozialisten von Ministerpräsident Pedro Sánchez wieder einen deutlichen Sieg einfahren – jedoch verpassten sie wie bereits bei der Abstimmung im April deutlich eine absolute Mehrheit. Eine Regierungsbildung gilt wegen der immer größeren Stimmenzersplitterung als so gut wie unmöglich. Zudem konnten noch die Rechtspopulisten von Vox ihre Sitze mehr als verdoppeln und avancierten mit 52 Sitzen zur drittstärksten Kraft im 350-köpfigen "Congreso de los Diputados".

Bodycheck gegen Freiburgs Trainer Streich

Niedergestreckt: Freiburgs Trainer Christian Streich

Niedergestreckt: Freiburgs Trainer Christian Streich

DPA

Clásico hin, Gladbachs überraschende Tabellenführung her – worüber Fußballfans heute wirklich diskutieren werden ist, was am Abend in Freiburg passierte. In der Nachspielzeit liegt Freiburgs Coach Christian Streich flach auf dem grünen Rasen – niedergestreckt von einem Bodycheck des Frankfurters Abraham. Der bekommt Rot und im Gerangel mit wütenden Breisgauern dann auch noch der Freiburger Grifo – wegen einer Tätlichkeit gegen Abraham. Hat man so auch noch nicht gesehen.

Ex-US-Botschafterin erhebt Vorwürfe gegen frühere Kabinettsmitglieder

Die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hat schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen US-Außenminister Rex Tillerson und Ex-Stabschef John Kelly erhoben. Tillerson und Kelly hätten US-Präsident Donald Trump während ihrer Amtszeit in seiner Autorität untergraben und sie dafür gewinnen wollen, schreibt Haley nach Berichten von US-Medien wie der "Washington Post" in einem Buch, das in den USA am Dienstag erscheint. Kelly und Tillerson hätten ihr gesagt, dass sie versucht hätten, "das Land zu retten", wurde Haley zitiert. "Einen Präsidenten zu untergraben ist wirklich eine gefährliche Angelegenheit und es ist gegen die Verfassung und gegen das, was die Amerikaner wollen", sagte Haley dem TV-Sender CBS. Seit Trump im Weißen Haus regiert, hat es Dutzende Personalwechsel gegeben. Kelly war im Dezember 2018 entlassen worden, Tillerson bereits im März desselben Jahres – angeblich per Twitter. 

Haley hatte ihren einflussreichen Posten als Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York zum Jahresende 2018 freiwillig aufgegeben. Ihr werden große Ambitionen nachgesagt. Dementi zum Trotz hielten sich Spekulationen, sie könnte bei der US-Wahl 2020 an Stelle von Vize-Präsident Mike Pence mit Trump antreten.

Buschfeuer: Australischer Bundesstaat ruft Notstand aus

Wegen der seit Tagen wütenden Buschbrände in Australien hat der östliche Bundesstaat New South Wales für diese Woche den Notstand ausgerufen. "Durch die katastrophalen Wetterbedingungen können sich die Dinge sehr schnell verändern", sagte die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates am Montag in Sydney. "Halten Sie sich um Gottes Willen vom Buschland fern", warnte sie die Menschen in der Region. Besonders am Dienstag solle es sehr heiß werden, zudem rechne man mit heftigen Winden. Bei Dutzenden Buschbränden im Osten des Landes sind seit vergangener Woche mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Rund 100 weitere wurden verletzt, darunter 20 Feuerwehrleute. Mehr als 150 Häuser und Wohnungen wurden von den Flammen beschädigt. Mindestens 40 Schulen wurden bereits geschlossen. Bisher ist den Behörden zufolge eine Fläche von knapp einer Million Hektar Land betroffen.

Fünfte Jahreszeit

Heute geht sie los, die fünfte Jahreszeit. Traditionell am 11.11. um 11 Uhr 11 beginnt in den Karnevalshochburgen am Rhein die Session, die erst mit den tollen Tagen Ende Februar endet. Bis dahin heißt es in den Sitzungssälen Alaaf und Helau! Viele Jecken mögen den 11. im 11. übrigens sehr gerne, weil man – so heißt es – doch eher entspannt und weitgehend unter sich feiern kann. Dagegen strömen beispielsweise zum Rosenmontagszug in Köln ja in der Regel rund eine Million Menschen in die Domstadt.


Zum Nachlesen: llegale Pokerrunden sind sehr lukrativ – vor allem für die Veranstalter. stern-Redakteur Finn Rütten hat für unsere Reportage der Woche eine Nacht in solch einer Runde verbracht und um Hunderte Euros gepokert:

 
Weitere Nachrichten lesen Sie hier auf stern.de. Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern-Redaktion