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Die Morgenlage Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an

Sehen Sie im Video: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant "Fieberambulanzen" im Herbst.


Quelle: n-tv.de
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Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an +++ EU-Außenminister wollen Sanktionsbeschlüsse fassen +++ Biden: Wahlsieger sollte Ginsburgs Sitz im Obersten Gericht besetzen +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt zur Vorbereitung auf einen möglichen weiteren deutlichen Anstieg der Coronavirus-Infektionsraten im Herbst die Einrichtung von zahlreichen sogenannten Fieberambulanzen an. Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche zentralen Anlaufstellen für Patienten mit Atemwegssymptomen anbieten, sagte Spahn der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Diese Ambulanzen sollten im Herbst "idealerweise flächendeckend zugänglich sein". Der Gesundheitsminister kündigte ferner an, dass er bis Mitte Oktober in Abstimmung mit den Bundesländern die Strategie für die Corona-Tests fortentwickelt haben will.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Biden: Wahlsieger sollte Ginsburgs Sitz im Obersten Gericht besetzen

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat seine Forderung bekräftigt, dass die Nachfolge der verstorbenen Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg erst vom Sieger der Wahl im November geregelt wird. Wenn Präsident Donald Trump die Wahl gewinne, sollte der Senat sich mit dessen Vorschlag für die Nachbesetzung des Obersten Gerichts befassen, sagte Biden am Sonntag bei einem Auftritt in Philadelphia. "Aber wenn ich die Wahl gewinne, sollte die von Trump eingebrachte Nominierung zurückgezogen werden."

Trump will den freigewordenen Posten der am Freitag verstorbenen Ginsburg noch vor Ablauf seiner aktuellen Amtszeit am 20. Januar 2021 besetzen. Er kündigte an, in den kommenden Tagen eine Frau als Nachfolgerin zu nominieren. Verfassungsrichter werden in den USA vom Präsidenten vorgeschlagen und vom Senat bestätigt.

Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an

Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen. Für Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen, die auf eine Corona- oder Grippeinfektion hindeuten, solle es zentrale Anlaufstellen geben, sagte Spahn der "Rheinischen Post". Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche "Fieberambulanzen" vor Ort anbieten würden. "Konzeptionell gibt es die schon - sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein."

Um Gefahren für Risikogruppen zu minimieren, soll es Spahn zufolge spezielle Maßnahmen geben. "Wichtig ist, dass wir die besonders betroffenen Risikogruppen weiter besonders schützen und die Konzepte dafür im Alltag wieder schärfen", sagte der CDU-Politiker. "Deshalb werden präventive Reihentests in den sensiblen Bereichen wie zum Beispiel Pflegeheime ein fester Bestandteil der Teststrategie für Herbst und Winter. Dort müssen wir den Eintrag des Virus verhindern. Es gilt weiter höchste Wachsamkeit." Spahn erwartet, dass in Abstimmung mit den Ländern bis Mitte Oktober feststehen dürfte, wie die allgemeine Teststrategie für den Herbst und Winter weiterentwickelt wird.

Stimmen für Öffnung von Weihnachtsmärkten mehren sich

Nach dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) haben auch andere Länderchefs trotz der derzeit steigenden Coronavirus-Infektionsraten die Öffnung von Weihnachtsmärkten in Aussicht gestellt. Es werde eine "abgespeckte Version" geben, die wie eine Aneinanderreihung von Wochenmärkten gestaltet sei, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der Zeitung "Die Welt". Bei den Menschen gebe es ein "seelisches Bedürfnis nach dieser Normalität". Allerdings sei nicht vorstellbar, dass es in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt wie bisher in Erfurt mit zwei Millionen Gästen gebe, betonte Ramelow. Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hält ein Abhalten der Weihnachtsmärkte für möglich, doch denkt er wie Söder über Einschränkungen beim Alkoholkonsum nach. 

Untersuchung: Wohlhabende beschädigen Klima deutlich mehr als Arme

Die wohlhabendsten Teile der Menschheit tragen in weit überproporzionalem Maß zur Erderwärmung bei. Laut einer am Montag veröffentlichen Untersuchung der Hilfsorganisation Oxfam ist das reichste ein Prozent für mehr als doppelt soviel Ausstoß von Treibhaushasen verantwortlich wie die gesamte ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. In den Jahren 1990 bis 2015 verursachte dieses ein Prozent (nur 63 Millionen Menschen) demnach 15 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen. Die wohlhabendsten zehn Prozent (etwa 630 Millionen Menschen) waren der Analyse zufolge in diesem Zeitraum sogar für 52 Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich. 

Was heute wichtig wird:

Beratungen über Lage der Schulen im Kanzleramt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und die Kultusminister der Länder treffen sich an diesem Montag (18 Uhr) im Kanzleramt zu Beratungen über die Lage der Schulen in der Coronakrise. Neben einem Austausch über Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen soll es um weitere Schritte bei der Schuldigitalisierung gehen und um die Weiterbildung von Lehrern im Umgang mit digitalen Medien. 

Münchner Krisenstab berät über steigende Corona-Zahlen

Der Münchner Corona-Krisenstab berät am Montag (9.30 Uhr) über den weiteren Umgang mit den steigenden Infektionszahlen. Die Stadt hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag.

EU-Außenminister wollen Sanktionsbeschlüsse fassen

Die Außenminister der EU-Staaten wollen an diesem Montag (9.30 Uhr) bei einem Treffen in Brüssel Sanktionen wegen Verstößen gegen das UN-Waffenembargo gegen Libyen beschließen. Nach Angaben von Diplomaten haben sich die Mitgliedstaaten im Vorfeld der Gespräche auf eine Liste mit Unternehmen und Personen verständigt, die Schiffe, Flugzeuge oder andere Logistik für den Transport von Kriegsmaterial bereitgestellt haben. Konkret soll es nach Angaben aus EU-Kreisen unter anderem um Unternehmen aus der Türkei und Jordanien gehen.

Kramp-Karrenbauer stellt Weltraumoperationszentrum in Dienst

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) stellt am Montag ein neues Weltraumoperationszentrum der Luftwaffe in Dienst. Das Zentrum wird Teil der Operationszentrale der Luftwaffe in Uedem (Nordrhein-Westfalen), wie die Bundeswehr mitteilte.

Frau soll Ehemann getötet und Urne ausgegraben haben

Wegen Mordes an ihrem Ehemann und Störung der Totenruhe wird einer Frau ab Montag (9.30 Uhr) vor dem Landgericht München II der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft der Krankenschwester vor, ihren Mann in der gemeinsamen Wohnung in Tegernsee mit Insulin und Morphium getötet zu haben. Später soll sie das Urnengrab ihres Mannes aufgebohrt und die Urne mitgenommen haben. Einen Teil der Asche habe sie in ein Glas, den Rest in den Bezug ihres Kopfkissens gefüllt, heißt es von der Anklagebehörde.

Tennis-Turnier in Hamburg beginnt mit starkem Teilnehmerfeld

Mit zahlreichen Top-Ten-Spielern und unter strengen Hygienebedingungen beginnen am Montag die Hamburg European Open der Tennisprofis. Als Favorit auf den Titel geht bei dem Sandplatz-Event der russische Weltranglisten-Fünfte Daniil Medwedew an den Start. Auch der Grieche Stefanos Tsitsipas und der Spanier Roberto Bautista Agut werden ein Wörtchen um den Turniersieg mitreden. Die deutschen Hoffnungen ruhen auf Jan-Lennard Struff, der es in der ersten Runde aber gleich mit dem starken Russen Karen Chatschanow zu tun bekommt. Bis zu 2300 Zuschauer dürfen im modernisierten Stadion am Rothenbaum dabei sein.

fin / fs AFP DPA

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