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Lutz Bachmann verharmlost Galgen bei Pegida-Demo: "Lächerliche Bastelarbeit mit Schreibfehlern"

Ein Galgen, den ein Pegida-Demonstrant mit sich herumtrug, sorgt für Wirbel. Pegida-Chef Lutz Bachmann wittert wieder eine Verschwörung der "Lügenpresse". Dabei ermittelt nun sogar die Staatsanwaltschaft.

Pegida-Chef Lutz Bachmann versteht den Wirbel um den Galgen bei Pegida nicht.

Pegida-Chef Lutz Bachmann über Galgen: "Lächerliche Bastelarbeiten mit Schreibfehlern"

Der war aus dünnen Holzscheiten zusammengezimmert und laut Schildern "reserviert" für zwei bestimmte Personen: Angela Merkel (CDU) und Sigmar Gabriel (SPD). Es war natürlich eine Attrappe, was ein Pegida-Anhänger da am Montag bei einer Demonstration in Dresden mit sich herumtrug. Doch viele sahen eine Grenze überschritten. Nun hat sich Pegida-Chef Lutz Bachmann geäußert - und spielt den Vorfall herunter.


Bachmann schreibt auf seiner Facebook-Seite von einer "unfassbaren Übertreibung" der "Lügenpresse". Den Galgen nennt er "lächerliche Bastelarbeit mit Schreibfehlern". Ob der falschen Schreibweise des Vornamens von Gabriel mit "ie" sei er "erleichtert" und "schon fast ein bisschen belustigt", erklärt der Mitbegründer des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses.

Dresdner Staatsanwaltschaft ermittelt

Ganz so harmlos, wie Bachmann die Aktion darstellt, war sie aber offensichtlich nicht: Die Dresdner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Die Galgen-Attrappe könnte die Straftatbestände der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten erfüllen, sagte Staatsanwalt Jan Hille.

Grundlage der Ermittlungen seien im Internet veröffentliche Bilder des Galgens und die Feststellungen der Polizei während der Demonstration. Der Galgenbauer sei namentlich nicht bekannt, sagte Hille. Deshalb werde gegen Unbekannt ermittelt. Auf die zur Last gelegten Taten stünden Geld- oder Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

kis / DPA