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Ausbleibende IWF-Rate Diese Konsequenzen muss Griechenland nun fürchten

Christine Lagarde ist die Chefin des Internationalen Währungsfond (IWF)
IWF-Chefin Christine Lagarde muss sich mit dem Zahlungsausfall Griechenlands befassen (Archivbild vom Februar 2015)
© Thierry Monasse/DPA
1,6 Milliarden Euro sollte Griechenland an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen. Doch auf das Geld wartete der IWF vergeblich. Das kann für Athen weitreichende Folgen haben.

Am gestrigen 30. Juni 2015 wäre eigentlich der nächste Zahltag für Griechenland gewesen - fast 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) wären fällig gewesen. Doch Athen hatte bereits angekündigt, die Raten nicht zu überweisen - und in der Tat ist das Geld bis Mitternacht nicht eingegangen. Dabei müssten die Notfall-Konten Athens beim IWF längt aufgefüllt werden.

Fällt, wie jetzt geschehen, eine IWF-Überweisung aus, gehen die Lichter allerdings nicht sofort aus.

Der IWF würde Athen zunächst mahnen, unverzüglich zu zahlen. Nach zwei Wochen dürfte die IWF-Spitze nochmals mahnen, Athen könnte Ressourcen des Fonds nicht mehr nutzen.

Nach einem Monat würde IWF-Chefin Christine Lagarde die Spitze des Fonds offiziell über den Zahlungsverzug informieren. Nach drei Monaten würde der IWF erklären, dass Griechenland von IWF-Mitteln abgeschnitten ist. Langfristig droht Griechenland ein Entzug der Stimmrechte und nach bis zu zwei Jahren ein IWF-Ausschluss.

Auch die Euro-Rettungsfonds EFSF/ESM müssten unmittelbar über Konsequenzen beraten - auch wenn die Hilfskredite erst ab 2023 zurückgezahlt werden müssen. Theoretisch könnten sämtliche Hilfskredite an Griechenland sofort fällig gestellt und die bisher ausgezahlten 130,9 Milliarden Euro unmittelbar eingefordert werden.

Das gilt aber als unwahrscheinlich. Möglich wäre auch ein Verzicht auf Rückzahlung. Der ESM könnte auch kurzfristig einspringen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) müsste bei verpasster IWF-Zahlung beraten, wie es mit der Notfallfinanzierung an griechische Banken weitergeht. Geprüft würde, ob und in welcher Höhe die Hilfen fortgesetzt werden können und welche Abschläge fällig werden.

Die Nichtzahlung an den IWF zum Fälligkeitstermin würde von den Ratingagenturen, die die Kreditwürdigkeit eines Landes bewerten, wohl noch nicht als allgemeiner Zahlungsausfall eingestuft.


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