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UNESCO-Weltkulturerbe "Ruinierte" Ästhetik oder Ort für alle? Barrierefreier Weg zur Akropolis sorgt für Streit

Sehen Sie im Video: Barrierefreier Weg zum Akropolis-Weltkulturerbe sorgt für Streit in Griechenland.




Als geschütztes UNESCO-Weltkulturerbe zieht die Akropolis von Athen jedes Jahr Zehntausende von Besuchern an. Die meisten von ihnen erklimmen den 160 Meter hohen Hügel zu Fuß, über uralte Steinpfade. In Griechenland ist nun ein Streit darüber entbrannt, was höher zu bewerten ist: Die originalgetreue Erhaltung einer Weltkulturerbestätte, oder ein barrierefreier Zugang für Ältere oder Menschen mit Behinderungen. Auslöser war ein vor kurzem angelegter ebener Weg zur Akropolis. Dieser "ruiniere" die Ästhetik der Stätte, finden Kritiker. Oppositionsführer Alexis Tsipras etwa forderte von der Regierung, sie solle "aufhören, das kulturelle Erbe zu missbrauchen". Der hoch angesehene Archäologischen Rat des Landes hatte den Bau genehmigt. Unter dem neuen Gehweg liegt eine Kunststoffmembran, die sowohl die antiken Steine schützt, als auch ein zerstörungsfreies Wieder-Entfernen des Wegs erlaubt. GREEK CULTURE MINISTER LINA MENDONI "Ich habe Menschen im Rollstuhl gesehen, die zum ersten Mal hier waren und sich glücklich fühlten. Und das sollte auch uns glücklich machen. Menschen Freude zu schenken, ist vielleicht genauso wichtig wie der Schutz unserer Kulturgüter." ACROPOLIS RESTORATION ARCHITECT MANOLIS KORRES "Der Eine sagt, bau den Weg aus Holz, der andere will ihn aus Glas. Das ist alles schön und gut, aber hier gab es immer nur Felsen, von Beginn an. Wir müssen unseren Prinzipien treu bleiben, nichts zu verändern, was existiert." TOURIST FROM OHIO IN THE UNITED STATES MICHAEL KIRK "Ich finde die Akropolis immer noch sehr schön ist. Ist doch gut, dass sie jetzt jeder sehen kann." TOURIST FROM NORTH CAROLINA IN THE UNITED STATES VICTOR MALO JUVERA "Dies ist einer der bekanntesten Orte auf dem ganzen Planeten. Es wäre hart, ihn nicht für Menschen mit Mobilitätsproblemen zugänglich zu machen." Zu den Änderungen, die den Zugang für Menschen mit Behinderungen verbessern sollen, gehören auch ein neuer Aufzug und Pläne für Schilder in Braille-Schrift.
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In Griechenland ist ein Streit darüber entbrannt, was höher zu bewerten ist: Die originalgetreue Erhaltung einer Weltkulturerbestätte, oder ein barrierefreier Zugang für Ältere oder Menschen mit Behinderungen.

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