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+++ News zur Boeing-Krise +++

Nach Flugzeugabstürzen: US-Präsident Trump ordnet Flugverbot für Boeing 737 Max an

Die Flugzeugabstürze der Boeing 737 Max 8 haben weitere Konsequenzen. Der europäische Luftraum ist für den Flugzeugtyp gesperrt, zahlreiche Airlines lassen die Maschinen am Boden. Die Entwicklungen im Überblick.

Mehrere Boeing 737 Max 8 werden hier im Boeing-Werk im US-Bundesstaat Washington gefertigt

Nach zwei tödlichen Flugzeugabstürzen innerhalb weniger Monate droht Boeings 737-Max-Serie vom Verkaufsschlager zum Krisenfall zu werden. Auch der deutsche Luftraum für Maschinen dieses Typs wurde gesperrt (lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen). 

Am Sonntag war eine Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines in Äthiopien abgestürzt, 157 Menschen kamen ums Leben. Im Oktober waren beim Absturz einer baugleichen Maschine der Fluggesellschaft Lion Air in Indonesien 189 Menschen gestorben. Mehrere Länder sowie Äthiopiens nationale Fluggesellschaft Ethiopian Airlines hatten Startverbote für alle Flugzeuge des Typs verfügt.

Die wichtigsten Meldungen:

  • US-Präsident Trump ordnet Flugverbot an (19.38 Uhr)
  • Äthiopien schickt Flugschreiber nach Deutschland (17.22 Uhr)
  • Erste Airline will Entschädigung (10.36 Uhr)
  • Auch Neuseeland und VAE sperren Luftraum (3.59 Uhr)
  • Europäische Luftfahrtbehörde verfügt Startverbot für Boeing 737 Max (18.41 Uhr)

Alle Entwicklungen im Überblick:

+++ 19.38 Uhr: US-Präsident Trump: Boeing 737 Max bleibt auch in USA am Boden +++

US-Präsident Donald Trump hat angeordnet, alle Maschinen des umstrittenen Flugzeugtyps Boeing 737 Max in den USA am Boden zu lassen. Die Order gelte ab sofort, teilte der Präsident mit. Trotz des Absturzes einer 737 MAX 8 am Sonntag in Äthiopien hatte die US-Luftfahrbehörde FAA in den vergangenen Tagen noch kein Flugverbot für die Maschinen dieses Typs erlassen.

+++ 18.36 Uhr: Flugverbot kostet laut Tui drei Millionen Euro pro Woche +++

Den weltgrößten Reisekonzern Tui kostet der Flugstopp seiner Mittelstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 737 Max nach eigenen Angaben rund drei Millionen Euro pro Woche. Betroffen seien alle 15 Maschinen, sagte ein Tui-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte das "Handelsblatt" über die zusätzlichen Kosten berichtet. Zur Flotte des Konzerns gehören 14 Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max 8, die in Großbritannien und den Benelux-Staaten auf Strecken zu den Kanaren oder den Kapverden im Einsatz sind. Eine weitere Maschine wurde erst kürzlich nach Brüssel überführt.

+++ 17.22 Uhr: Black boxes kommen nach Deutschland +++ 

Die Flugschreiber der abgestürzten Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines, bei der 157 Menschen getötet wurden, werden nach Deutschland zur Auswertung gebracht. Das teilte ein Sprecher der Airline mit, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 16. 54 Uhr: Kanada erteilt Flugverbot +++ 

Kanadas Transportminister Marc Garneau gab bekannt, dass das Land ein Flugverbote für alle Boeing 737 max erteilt. "Der Erlass verbietet Passagierflügen von jeder Fluggesellschaft, egal ob inländisch oder ausländisch, mit der Boeing 737 Max 8 und 9 das Landen, Starten oder den Überflug in Kanada.", sagte Garneau laut dem kanadischen Sender CBC. Kanada war eines der letzten größeren Länder, in dem die 737 Max noch fliegen durfte. 

+++ 13.51 Uhr: Boeing-Trimmsystem im Fokus der Ermittler +++

Nach dem Absturz einer Ethiopian-Airlines-Maschine am Sonntag untersuchen Ermittler das Boeing-Trimmsystem MCAS. Es ist möglicherweise dafür verantwortlich, dass die Boeing 737 MAX 8 kurz nach dem Start in Addis Abeba verunglückte. Beide Flugzeuge stiegen nach dem Start mit äußerst unregelmäßiger Flugkurve und -geschwindigkeit, sanken anschließend unkontrolliert ab und schlugen steil auf den Boden auf. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erkannte die Ähnlichkeit beider Unfälle an, wollte aber keine verfrühten Schlüsse ziehen.

Der Flugdatenschreiber des Lion-Air-Flugs 610 liefert eine Vorstellung des Absturzverlaufs: Demnach kämpften die Piloten um Kontrolle über das Flugzeug, während MCAS die Flugzeugnase nach dem Start immer wieder nach unten drückte. Die Piloten des Ethiopian-Airlines-Jets berichteten vor dem Absturz per Funk über ähnliche Probleme.

+++ 12.49 Uhr: Äthiopien schickt Flugschreiber der Unglücksmaschine nach Europa +++

Die Flugschreiber der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 MAX 8 sollen zur Auswertung nach Europa gebracht werden. Ein Sprecher der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines sagte, die Black Boxes würden in ein europäisches Land gebracht, welches, sei aber noch nicht entschieden. Zuvor hatte die Airline erklärt, Äthiopien habe nicht die nötige Ausrüstung, um den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder auszuwerten.

+++ 12.08 Uhr: Türkei sperrt Luftraum für Passagierflüge mit Boeing 737 Max 8 +++

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien hat die Türkei ihren Luftraum für Passagiermaschinen dieses Typs gesperrt. Das Verbot betreffe die Modelle 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, teilte das Verkehrsministerium in Ankara nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. Ausgenommen seien Maschinen ohne Passagiere an Bord, also Transportflüge. 

Schon am Dienstag hatte die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines erklärt, sie stoppe bis auf Weiteres die Nutzung der Boeing 737 Max. Die Airline hat nach eigenen Angaben zwölf Flugzeuge des Typs in ihrer Flotte. 

+++ 10.53 Uhr: Boeing-Sperre bringt laut Experten zunächst nur geringe Probleme +++

Das weitgehende Flugverbot für das Mittelstreckenflugzeug Boeing 737 Max bleibt für die Passagiere zunächst ohne gravierende Folgen. Nach Einschätzung von Experten sind derzeit ausreichend Ersatzflugzeuge und Reserven vorhanden, so dass größere Störungen im Flugbetrieb verhindert werden dürften. Das erst 2017 eingeführte Modell sei noch nicht so stark im Markt vertreten, sagte der Airline-Berater Gerd Pontius der Deutschen Presse-Agentur. 

Wartungsereignisse bei den anderen Maschinen könnten verschoben werden, eigene und angemietete Ersatzmaschinen an Stelle der Boeings fliegen. Vereinzelt würden die Airlines sicherlich auch Flüge streichen und die Gäste umbuchen. "Wir befinden uns noch in der Wintersaison, in der es ausreichend Flugzeuge gibt", meinte auch Gerald Wissel von der Airborne-Beratung. Es komme jetzt darauf an, wie schnell der Unfall in Äthiopien aufgeklärt und die richtigen Folgerungen daraus gezogen werden könnten. Sollte sich das Flugverbot bis in die Osterferien ziehen, werde es erste spürbare Kapazitätsprobleme geben, meinte der Experte.

+++ 10.41 Uhr: Tui will andere Flugzeuge chartern +++

Der Tui-Konzern will den Ausfall seiner Boeing-737-Max-8-Flotte infolge von Flugverboten vor dem Oster-Reiseverkehr auch durch das Fremdchartern von Flugzeugen kompensieren. "Für Deutschland ist das Thema ja irrelevant, weil wir hier noch keine Maschinen dieses Typs haben - in den anderen Ländern werden wir jedoch die Kapazitäten anpassen müssen", sagte am Dienstag Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt der Deutschen Presse-Agentur. Geplant seien zudem der Rückgriff auf Ersatzkapazitäten sowie Umbuchungen von Passagieren auf andere Flüge. Erschwerend sei aber die Unklarheit über die Dauer der erlassenen Flugverbote für diesen Boeing-Typ. 

+++ 10.36 Uhr:  Erste Airline will Entschädigung von Boeing fordern +++

Nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing 737 MAX 8 in Äthiopien und der Sperrung des Luftraums in zahlreichen Ländern hat eine erste Airline Entschädigungsforderungen angekündigt. Der Billigflieger Norwegian Air, der 18 der Maschinen besitzt, werde Boeing "die komplette Rechnung schicken", sagte ein Sprecher dem Wirtschaftsportal e24.no. "Norwegian darf nicht wirtschaftlich bestraft werden, weil ein komplett neues Flugzeug nicht fliegen kann", sagte der Sprecher weiter.

+++ 9.04 Uhr: Auch Hongkong sperrt Luftraum für Boeing 737 Max +++

Hongkong hat seinen Luftraum und Flughafen für Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 gesperrt. Das Verbot gilt ab Mittwoch 18 Uhr (Ortszeit), teilte die Luftfahrtbehörde der chinesischen Sonderverwaltungszone mit. Die Finanzmetropole, die ein wichtiges Drehkreuz für Flüge in Asien ist, reagierte damit auf die Abstürze zweier Boeing-Passagiermaschinen des gleichen Typs in Indonesien und Äthiopien innerhalb weniger Monate mit insgesamt mehr als 340 Toten. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hatte am Dienstagabend den gesamten europäischen Luftraum für Maschinen des Boeing-Typs gesperrt. Davor hatten bereits China und andere Staaten mit Verboten reagiert.

+++ 9 Uhr: Auch indischer Luftraum für Boeing 737 Max gesperrt +++

Indien hat seinen Luftraum für Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max gesperrt. Dies gelte ab 16.00 Uhr Ortszeit (11.30 Uhr MEZ), teilte das indische Ministerium für zivile Luftfahrt am Mittwoch mit. Zuvor hatten zahlreiche andere Länder, darunter auch Deutschland, ihren Luftraum für Maschinen des Typs gesperrt oder Start- und Landeverbote verhängt. Eine wichtige Ausnahme sind die USA. Zunächst hatte Indiens Luftfahrtbehörde DGCA ab Dienstag eine Flugerfahrung von mindestens 1000 Stunden für Piloten des Flugzeugtyps vorgeschrieben.

+++ 8.31 Uhr: Flugverbot für Boeing 737: Kaum Folgen in Deutschland +++

Reisende an deutschen Flughäfen haben wegen des weitgehenden Flugverbots der Maschinen Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9 bisher kaum mit Einschränkungen zu rechnen. In Frankfurt am Main sind von dem Flugverbot lediglich zwei Flüge betroffen. Dabei handelt es sich um einen Flug nach Warschau. Die betroffene Maschine werde durch einen anderen Flieger ersetzt. Außerdem sei ein Charterflug nach Mazedonien gestrichen worden. Die Passagiere würden auf andere Flüge umgebucht. Keine Beeinträchtigungen werden von den Flughäfen  Tegel, Schönefeld,  Köln/Bonn, Hannover und Hamburg gemeldet.

+++ 3.59 Uhr: Vereinigte Arabische Emirate verhängen Flugverbot für Boeing 737 Max +++

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach vielen anderen Ländern nun ebenfalls die Maschinen des Typs Boeing 737 Max nach dem jüngsten Absturz eines solchen Flugzeugs in Äthiopien aus ihrem Luftraum verbannt. Dabei handele es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um die öffentliche Sicherheit in der Luft und auf dem Boden zu gewährleisten, hieß es.

+++ 2.00 Uhr: Neuseeland verhängt ebenfalls Flugverbot +++

Auch Neuseeland hat ein Start- und Landeverbot gegen alle Maschinen des Typs Boeing 737 Max verhängt. Die Entscheidung gilt zunächst ohne Befristung, wie die nationale Flugsicherheitsbehörde CAA in Wellington mitteilte. Betroffen ist davon allerdings nur die Fluggesellschaft der Fidschi-Inseln, Fiji Airways. Andere Gesellschaften fliege Neuseeland mit Boeings 737 Max nicht an.

Dienstag, 12. März

+++ 23.35 Uhr: US-Flugbehörde sieht keinen Grund für Startverbot für Boeing

Trotz internationaler Startverbote für Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 nach dem Absturz in Äthiopien sieht die US-Luftfahrtbehörde FAA weiter keinen Anlass für eine solche Maßnahme. Bislang hätten die Überprüfungen der FAA keine "systemischen Leistungsprobleme" bei dem Flugzeugtyp und keine Grundlage für ein Startverbot ergeben, teilte der amtierende Behördenchef Daniel Elwell mit. Auch hätten Luftfahrtbehörden anderer Länder der FAA keine Daten zur Verfügung gestellt, die Maßnahmen erforderlich machten. Sollten sich aber Hinweise ergeben, die die Flugtauglichkeit der Maschinen in Frage stellten, werde die FAA "sofortige und angemessene Maßnahmen" ergreifen.

+++ 19.36 Uhr: Äthopien: Untersuchung der Absturzursache von Nutzen für ganze Welt +++

Eine genaue Klärung der Ursache des jüngsten Flugzeugabsturzes wird nach Ansicht des äthiopischen Regierungschefs für die ganze Welt von Nutzen sein. "Ein solches Unglück war für alle herzzerreißend." Er hoffe, man werde aus diesem Absturz etwas lernen, sagte Ministerpräsident Abiy Ahmed bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. "Die Schlussfolgerungen der Untersuchung werden für die ganze Welt von Nutzen sein", sagte er weiter.

+++ 19.18 Uhr: Deutscher Luftraum für drei Monate für Boeing 737 Max gesperrt +++

Die Sperre des deutschen Luftraums für das Boeing-Modell 737 Max gilt für drei Monate. Bis einschließlich 12. Juni dürfe kein Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 und Max 9 über der Bundesrepublik fliegen, erklärte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt. Die Anordnung gelte ab 18.30 Uhr. Nur Flugzeuge, die sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch im deutschen Luftraum befänden, dürfen den Flug bis zum Ausflug beziehungsweise bis zur Landung fortsetzen. 

Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits am Nachmittag die Sperrung des deutschen Luftraums nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien verkündet. Es gebe mehr Zweifel als Erkenntnisse über das Unglück, erklärte ein Sprecher. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA entschied am Dienstagabend, den europäischen Luftraum für den betroffenen Boeing-Typ zu sperren. Erst vor wenigen Monaten war ein baugleicher Boeing 737 Max 8 in Indonesien abgestürzt.

+++ 18.41 Uhr: Europäische Luftfahrtbehörde verfügt Startverbot für Boeing 737 Max +++

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat den europäischen Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max gesperrt. Die Ankündigung kam nur wenige Stunden, nachdem bereits mehrere EU-Länder ihren Luftraum für die Boeing-Maschinen gesperrt hatten, darunter auch Deutschland und Großbritannien. Das Verbot gelte als "Vorsichtsmaßnahme" für die Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, erklärte die EASA. Als Grund führte die Behörde den Absturz einer Boeing 737 Max 8 am Sonntag in Äthiopien an. Dabei kamen 157 Menschen ums Leben. Ein Flugzeug des gleichen Typs war bereits im Oktober in Indonesien abgestürzt.

+++ 18.19 Uhr: Börse: Nervosität bei Anlegern +++ 

Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug der Welt. Die 737-Max-Reihe ist die neueste Variante des Verkaufsschlagers. Der US-Hersteller hat bereits mehr als 350 Maschinen ausgeliefert und sitzt auf prall gefüllten Auftragsbüchern mit Tausenden Bestellungen. An der Börse ließ der große Ausverkauf der Boeing-Aktie zwar nach, doch die Nervosität der Anleger bleibt hoch. Im frühen US-Handel fiel der Kurs um rund fünf Prozent. Die Papiere des europäischen Erzrivalen Airbus profitierten hingegen leicht, hier näherte sich der Kurs mit einem Plus von gut einem Prozent dem Rekordhoch vom 1. März.

+++ 18.05 Uhr: Auch polnische Airline stoppt offenbar Flüge mit Boeing 737 Max +++ 

Die polnische Fluggesellschaft LOT Polish Airlines lässt offenbar ihre acht Boeing 737 Max auf dem Boden. Das meldet "Aeronews"

+++ 18.01 Uhr: Eines der Absturzopfer war Mitarbeiterin der GIZ +++ 

Unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Äthiopien ist auch eine Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Das teilte die Entwicklungshilfe-Gesellschaft mit Sitz in Bonn und Eschborn auf Anfrage mit. Zuvor hatte hessenschau.de über den Tod der Frau berichtet. Weitere Angaben machte die GIZ nicht. Man sei tief betroffen, hieß es. Keiner der 157 Insassen, darunter insgesamt fünf Deutsche, hatte den Absturz der Boeing 737 Max 8 am Sonntag kurz nach dem Start überlebt.

+++ 17.51 Uhr: Verkehrsminister Scheuer: So lange die Zweifel nicht ausgeräumt sind, bleibt Luftraumsperre bestehen +++ 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat sich im TV-Sender n-tv weiter geäußert. "Alle Zweifel müssen ausgeräumt sein", sagte Scheuer mit Hinblick auf die Sicherheitsbedenken und die damit einhergehende Dauer der Luftraumsperre für die Boeing 737 Max 8 in Deutschland. Konkretere Angaben machte der Verkehrsminister dazu nicht. Die deutschen Behörden seien im engen Kontakt mit den Behörden in Äthopien, die derzeit die Blackbox des am Sonntag abgestürzten Flugzeuges auswerten würden. "Wir werden uns das sehr intensiv ansehen", so Scheuer.


+++ 17.35 Uhr: Italien und Niederlande schließen Luftraum für Boeing 737 Max +++ 

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien haben auch Italien und die Niederlande ihre Lufträume für Flugzeuge dieses Typs gesperrt. Die Maßnahme trete am Abend in Kraft, meldete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die italienische Luftfahrtbehörde Enac. Zuvor hatte die Behörde mitgeteilt, dass in Italien lediglich die Fluggesellschaft Air Italy drei Maschinen dieser Art in ihrer Flotte habe. Zuvor hatten unter anderem Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich die Lufträume für diese Flugzeuge gesperrt.

+++ 17.29 Uhr: Auch Turkish Airlines stoppt Flüge mit der Boeing 737 Max +++ 

Auch Turkish Airlines stoppt alle Flüge mit der Boeing 737 Max. Das teilte die türkische Airline in einer Pressemitteilung mit. Betroffen seien zwölf Maschinen. 

Zuvor war bereits auf Luftraumaufnahmen von "Flightradar24" zu sehen, dass entsprechende Boeing-Maschinen von Turkish Airlines, die sich in der Luft befinden, nach Istanbul zurückkehren.

+++ 17.12 Uhr: Verband: Betrieb an deutschen Flughäfen nicht sehr beeinträchtigt +++ 

Das weitgehende Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 hat nach Einschätzung des Verbandes ADV keine allzu großen Auswirkungen auf den Betrieb an den deutschen Flughäfen. "Bei uns herrscht keine Krisenstimmung wegen dieses Fliegers", sagte Hauptgeschäftsführer Ralf Beisel unmittelbar nach der Sperrung des deutschen Luftraums. Deutsche Fluggesellschaften nutzen den in Äthiopien verunglückten Typ bislang noch gar nicht, die Tuifly sollte in diesen Tagen eine erste Maschine erhalten.

Nur wenige Gesellschaften sind bislang mit dem neuen Boeing-Jet an deutsche Ziele geflogen. Im Wesentlichen waren das die Norwegian, Icelandair, die polnische LOT und Turkish Airlines. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt landete die Maschine nur drei Mal in der Woche, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport sagte. In Düsseldorf waren neben Turkish und LOT auch die Gesellschaften Smart Wings und Corendon mit den neuen Boeings vertreten.

+++ 17.09 Uhr: Politischer Druck auf US-Flugbehörde FAA steigt +++ 

Nach dem zweiten tödlichen Boeing-Absturz binnen eines halben Jahres werden die Forderungen von US-Politikern nach Konsequenzen der Luftfahrtbehörde FAA lauter. Spitzenvertreter beider großer Parteien sprachen sich für ein Startverbot des betroffenen Flugzeugtyps Boeing 737 Max 8 aus. Die FAA solle als vorläufige Vorsichtsmaßnahme anordnen, dass die Flieger am Boden bleiben, bis die Ursachen der jüngsten Abstürze und die Flugtauglichkeit geklärt seien, forderte der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bei Twitter.

Alle notwendigen Änderungen müssten geschehen, bevor weitere Flüge unternommen und möglicherweise mehr Leben gefährdet würden, appellierte die linke Senatorin und Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten Elizabeth Warren an die FAA. Auch die demokratischen Senatoren Richard Blumenthal und Dianne Feinstein forderten ein vorläufiges Startverbot für den Boeing-Jet. Anders als diverse internationale Luftfahrtbehörden stuft die FAA den Flugzeugtyp bislang weiter als flugtauglich ein. Auch der Hersteller Boeing beharrt auf der Sicherheit der 737-Max-Serie.

+++ 16.58 Uhr: Icelandair lässt seine drei Boeing 737 Max 8 am Boden +++ 

Wie schon andere Fluggesellschaft hat nun auch die isländische Icelandair Group seine Maschinen des Typs Boeing 737 Max 8 außer Betrieb genommen. Deren Einsatz werde bis auf Weiteres ausgesetzt, teilte die Fluggesellschaft mit. Man verfolge die Entwicklungen genau und arbeite mit "örtlichen, europäischen und amerikanischen Behörden" zusammen, um über die nächsten Schritte zu entscheiden. Da die Entscheidung nur 3 der insgesamt 33 Flugzeuge in ihrer Flotte betreffe, sollte der Gesamtflugbetrieb nicht beeinträchtigt werden, fügte die Airline in ihrer Mitteilung hinzu.


Boeings Krisenflieger 737 Max 8: Wo fliegt er noch, wo steht er schon? Ein Überblick

  • Mehrere Länder haben ein Startverbot gegen den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 oder die gesamte Serie der 737 Max-Flieger verhängt. Darunter sind Deutschland, Frankreich, Österreich, Irland, Großbritannien, China, Indonesien, Singapur, Australien, Malaysia und der Oman. Allein in China sind von dem Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen.
  • Die US-Luftfahrtbehörde FAA, in deren Aufsichtsbereich 74 der Boeing 737 Max 8 im Einsatz sind, hat kein Startverbot ausgesprochen.
  • Seit Montag haben sich mehrere Fluggesellschaften entschieden, die Maschinen vorsichtshalber am Boden zu lassen. Mehr als 60 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 sind daher zeitweise nicht im Betrieb. Dazu gehören: Norwegian (18 Flugzeuge), der Reisekonzern Tui (15), die mexikanische Airline Aeroméxico (6), Aerolíneas Argentinas (5), Ethiopian Airlines (4), Icelandair (3), Cayman Airways (2) aus der Karibik, die südkoreanische Airline Eastar (2), die brasilianische Gol (7) und Südafrikas Comair (1).
  • Andere Airlines wie die US-Fluggesellschaften Southwest Airlines, American Airlines und auch die kanadische Air Canada halten bisher an den Flugzeugen fest.

+++ 16.44 Uhr: Airline-Chef: Piloten hatten vor Absturz Probleme mit Flugkontrolle +++ 

Die Piloten der in Äthiopien verunglückten Boeing 737 Max 8 haben der Flugsicherung kurz vor dem Absturz von Problemen berichtet, die Maschine unter Kontrolle zu halten. Das sagte der Vorstandsvorsitzende von Ethiopian Airlines, Tewolde GebreMariam, dem Nachrichtensender CNN. Welche Probleme es genau waren, blieb aber zunächst unklar. Ethiopian hatte bislang noch keine Details preisgegeben, was in den letzten Minuten im Cockpit passiert ist.

Der Airline-Chef sagte weiter, die am Montag gefundenen Flugschreiber würden nun zur Auswertung ins Ausland geschickt. Normalerweise werden sie ins Herstellerland geschickt, in diesem Fall die USA. Der Flug ET 302 von Addis Abeba nach Nairobi war am Sonntag aus bislang ungeklärter Ursache mit 157 Menschen an Bord in der Nähe der äthiopischen Hauptstadt abgestürzt.

+++ 16.39 Uhr: Frankreich sperrt Luftraum für Boeing 737 Max +++ 

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien sperrt Frankreich seinen Luftraum für Maschinen dieses Typs. Das teilte die zivile Luftfahrtbehörde DGAC mit. Französische Fluggesellschaften hätten keine Boeing 737 Max in ihren Flotten. Zuvor hatte auch Deutschland seinen Luftraum für diese Flugzeuge gesperrt.

+++ 16.37 Uhr: US-Präsidentschaftskandidatin verlangt Flugverbot für 737 Max +++ 

Elizabeth Warren, Kandidatin der Demokraten im US-Präsidentschaftswahlkampf, fordert die US-Luftfahrtbehörde FAA dazu auf alle Boeing 737 Max-Flugzeuge sofort zu stoppen, berichtet der Sender CNN. "Solange wir nicht wissen, was die Ursache der Abstürze ist, wurden ernsthafte Fragen gestellt, ob diese Flugzeuge ohne gesondertes Training für Piloten in den Dienst gestellt wurden, um Geld zu sparen." Warren verlangte außerdem eine Anhörung im Kongress.

+++ 16.35 Uhr: Reihenweise Maschinen kehren um +++

Offenbar kehren zahlreiche Boeing-Maschinen des umstrittenen Flugzeugtyps 737 Max um. Das zeigen unter anderem Luftraumaufnahmen von "Flightradar24" auf Twitter. Demnach würden alle Maschinen des Flugzeugtyps im Auftrag der türkischen Fluglinie Turkish Airlines, die sich derzeit in der Luft befinden, nach Istanbul umkehren.

Auch ein Flug der norwegischen Billigfluggesellschaft Norwegian befinde sich auf dem Rückflug:

+++ 16.30 Uhr: Statement von Boeing: "Volles Vertrauen in Sicherheit" +++

Der US-Flugzeugbauer Boeing beharrt auf der Sicherheit seiner nach zwei Abstürzen innerhalb eines halben Jahres stark in die Kritik geratenen Baureihe 737 Max. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der Konzern mit. Boeing äußerte aber nach etlichen Startverboten weltweit Verständnis dafür, dass Aufsichtsbehörden und Airlines "Entscheidungen treffen, die sie am angemessensten für ihre Heimatmärkte halten".

+++ 16.22 Uhr: Deutscher Luftraum für Boeing 737 Max 8 gesperrt +++

Nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing 737 MAX 8 in Äthiopien wird der deutsche Luftraum für Maschinen dieses Flugzeugstyps gesperrt. Das sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem Nachrichtensender n-tv, wie sein Ministerium bestätigte.

"Sicherheit geht absolut vor. Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max ab sofort gesperrt wird."

fs / rw / DPA / AFP

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