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Trekking-Tour: Braunbärin attackiert 26-jährigen Berliner - der rettet sich mit einem gefährlichen Trick

Mit einem Griff in die Augen hat ein Student aus Berlin in den Karpaten den Angriff einer erwachsenen Braunbärin abgewehrt. Die junge Mutter fühlte sich offenbar bedroht und brach dem Mann einen Unterschenkel. Dessen Freundin gab den möglicherweise lebensrettenden Tipp.

Braunbär Karpaten Angriff auf Touristen

Mehrere tausend Braunbären leben in den Karpaten. Einer von ihnen traf im Mai auf zwei Backpacker (Symbolbild)

Picture Alliance

Braunbären sind scheue Tiere. Begegnen sie Menschen, suchen die pelzigen Vierbeiner in der Regel das Weite. Darauf vertrauten offenbar auch zwei Backpacker, die vergangene Woche durch die Karpaten wanderten. Doch der Student aus Berlin und seine britische Freundin erlebten in den rumänischen Wäldern ein Abenteuer, auf das sie lieber verzichtet hätten. Wie mehrere britische Medien berichten, stand der 26-Jährige plötzlich einer Braunbärin mit ihren beiden Jungtieren gegenüber.

"Als ich bemerkte, dass die Bärin auf mich zukam, hatte ich keine Zeit mehr darüber nachzudenken, was ich tun soll", zitiert der "South West News Service" den Doktoranden, der mit seiner Freundin in Großbritannien lebt. Demnach habe ihn die Bärenmutter zu Boden geworfen und sich in seinem rechten Unterschenkel verbissen. Die spätere Diagnose im Krankenhaus: dreifacher Bruch. Dass die Attacke so glimpflich ausging, verdankt der Student vermutlich seiner Freundin. Die erinnerte sich eigenen Angaben zufolge an einen Tipp, der ihm möglicherweise das Leben rettete.

Erste Hilfe mit einem Paar Socken

"Mir fiel ein, dass man einem Bären in die Augen fassen soll, um ihn abzuwehren - das habe ich ihm dann zugerufen", erzählte die 23-Jährige, die wenige Meter hinter ihrem Freund lief als die Bärin auftauchte. Genau das tat ihr Freund. Das Tier ließ daraufhin tatsächlich von ihm ab und verschwand mit seinen beiden Jungen und einem Stück Fleisch aus der Wade des Opfers im Wald. Dessen Begleiterin setzte einen Notruf ab. Den Berichten zufolge wurde der Mann nach der Erstversorgung mit einem Paar Socken zunächst mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik in Târgu Mureș geflogen. Mittlerweile soll er in einem Krankenhaus in München untergebracht sein.

Bevor das Paar zu der fünftägigen Trekking-Tour aufbrach, soll ihnen ein Einheimischer in der Ortschaft Breaza davon abgeraten haben, den geplanten Weg zu nehmen. Wie die Frau der britischen "Daily Mail" sagte, habe ihr Freund auch kein Spray zur Abwehr von Bären einpacken wollen. Demnach hatte er mehr Angst davor, dass die Dose im Rucksack explodiert als von einem wilden Tier angegriffen zu werden. Ein fataler Irrtum - wie sich schon am zweiten Tag der Tour durch die teils noch schneebedeckten Hügel der Karpaten herausstellte.

In Rumänien lebt die größte Bärenpopulation in Europa außerhalb Russlands. Bis zu 7000 Tiere sollen in den Wäldern der Karpaten ihr Revier haben. Dazu lebten im Frühjahr 2017 weitere knapp 100 Karpatenbären im Bärenreservat Zărnești, dem größten Schutzzentrum für Braunbären in Europa.

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Quellen: "Daily Mail", "Deutsche Welle"; "Mirror"

js

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