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Auslastungsanzeige Bahn-App warnt vor zu vollen Zügen

Nur wenige Fahrgäste warten im Münchner Hauptbahnhof auf einem Bahnsteig auf ihren Zug
Nur wenige Fahrgäste warten im Münchner Hauptbahnhof auf einem Bahnsteig auf ihren Zug
© Sven Hoppe
Kunden der Deutschen Bahn können sich ab dieser Woche online über die Auslastung von Fernzügen informieren. Die Bahn kündigte am Montag die Einführung einer neuen Auslastungsanzeige und weitere Auslandsverbindungen an.

Reisende der Deutschen Bahn erhalten die Möglichkeit, auf bahn.de und in der DB-Navigator-App zu sehen, ob die Vorabbuchungen für ihre gewünschte Verbindung mehr als 50 Prozent betragen. So können die Fahrgäste auf weniger frequentierte Verbindungen ausweichen.

Die Zahl der Reservierungen wird demnach zudem begrenzt. Bei Zügen mit voraussichtlich sehr hoher Auslastung könne der Ticketverkauf auch ausgesetzt werden, kündigte die Deutsche Bahn an. Wer zum Bahnhof geht, kann laut Bericht des "Spiegel" aber auch weiterhin in einen vollen Zug einsteigen, für den in der App keine Fahrkarte oder Reservierung mehr gekauft werden kann.

Auch wird es dem Bericht zufolge weiterhin möglich sein, Sitzplätze nebeneinander zu reservieren. Damit habe sich die Bahn dagegen entschieden, immer einen Sitzplatz pro Reisenden freizuhalten. Dies hätte es etwa Familien unmöglich gemacht, nebeneinander reservieren zu können.

Kritik der Verbraucherzentrale Bundesverband

Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisierte jedoch, dass die Auslastungsanzeige nicht immer gut funktioniere. Sie beziehe sich nur auf die Gesamtstrecke, nicht aber auf Teilstrecken, teilte der Verband mit. Das habe teilweise zu falschen Anzeigen geführt: "Hoch ausgelastete Züge waren teilweise leer und umgekehrt."

Außerdem forderte der Verband eine Ausweitung der Kulanzregeln für die Kunden. Seit Anfang Mai gibt es bei der Bahn für Fahrten, die aufgrund der Corona-Krise nicht angetreten wurden, keine Reisegutscheine mehr, sondern die Möglichkeit, die Reise bis Ende Oktober nachzuholen. "Für viele zu kurzfristig und nicht möglich", hieß es von der Verbraucherzentrale. "Uns geht es um die Fristverlängerung der Kulanz."

Personenverkehrsvorstand Huber kündigte am Montag zudem an, dass die Bahn ihr Angebot weiter hochfahren werde. Ab dem Pfingstwochenende werde der Konzern auf beliebten Verbindungen Züge mit der doppelten Zahl an Sitzplätzen einsetzen.

Mehr Züge im Inland und Ausland

Diese Verbindungen sind München - Dortmund über Nürnberg und über Stuttgart und Köln, Frankfurt am Main - Köln sowie Basel - Dortmund über Karlsruhe und Köln. Im Regionalverkehr liegt das Fahrplanangebot im bundesweiten Schnitt demnach bereits wieder bei 95 Prozent des Vorkrisenangebots.

Verbindungen im Fernverkehr ab Juni
Verbindungen im Fernverkehr ab Juni
© Deutsche Bahn

Auch die ICE Sprinter-Züge zwischen Berlin und München kommen nachfrageorientiert zurück, der erste ab dem 2. Juni, ein weiterer ab dem 14. Juni. Ab Frankfurt, Stuttgart und München kommen die Fahrgäste besonders schnell direkt im Zentrum Berlins an. Urlaubern bietet die DB im Sommer zusätzliche Züge. Ein ICE wird erstmals Stuttgart über Berlin mit Binz (Rügen) verbinden.

Auch die Verbindungen ins Ausland werden ausgebaut. Es wird eine Direktverbindung Berlin-Innsbruck geben. Nach Österreich und in die Schweiz wird seit heute wieder annähernd das vollständige Angebot gefahren. Auch zwischen Berlin und Prag rollen wieder erste Züge. Weitere Verkehre in alle Nachbarländer folgen in Abhängigkeit der Grenzmodalitäten, Mitte Juni unter anderem in die Niederlande und nach Polen.

"Die Nachfrage zieht langsam wieder an", sagte Huber. "Das ist ein gutes Zeichen für die gesamte Bahnbranche und den Klimaschutz." Mehr Kapazität schaffe zugleich Platz für Abstand und sicheres Reisen. "Wir fahren jetzt rasch wieder unser touristisches Angebot hoch, wollen es sogar ausbauen und möglichst viele Reisende im Sommer für die umweltfreundliche Bahn gewinnen", kündigte Huber an.

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